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Attributives Miteinandersein

  • Norbert Wokart
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Zusammenfassung

Ist das Anerkennen, wie Hegel meint und wie es ihm Generationen von Philosophen nachgesprochen haben, der grundlegende Begriff für das mitmenschliche Verhältnis, dann wird eine bestimmte Art, wie dieses Verhältnis gestaltet werden kann, für das Ganze selbst genommen. Diese Ersetzung des substantiellen durch einen bloß attributiven Begriff hat ihr Vorbild im Übergang vom allgemeinen substantiellen zum allgemeinen attributiven Freiheitsbegriff und gelingt Hegel hier wie dort durch die Einführung der Kategorien von Allgemeinheit und Besonderheit. Dieses Verfahren ist zwar eine Spezialität von Hegel, aber er vollzieht damit nur nach und rechtfertigt mit den Mitteln der Philosophie, was man sowieso glaubt und wohl auch glauben möchte; denn dadurch wird es möglich, das mitmenschliche Verhältnis nicht auf den Begriff des Auseinandersetzens zu gründen, es um seine destruktiven Tendenzen zu verkürzen und die von ihm ausgehende Bedrohung zu entschärfen. Das Anerkennen hat freilich den Mangel, daß es als bloß attributiver Begriff immer nur eine Forderung sein kann; denn wenn sich das mitmenschliche Verhältnis auch als Anerkennen realisieren läßt, so ist diese Form weder häufig noch gar notwendig.

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Anmerkungen

  1. 11.
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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1992

Authors and Affiliations

  • Norbert Wokart

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