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Romantik und Viktorianische Zeit

  • Hans Ulrich Seeber
Chapter

Zusammenfassung

In der Geschichte der englischen, der europäischen, ja der okzidentalen Zivilisation bildet die Zeit um 1800 einen tiefen Einschnitt. Seit die Französische und die industrielle Revolution am Ende des 18. Jahrhunderts statische, feudale Ordnungen endgültig auflösten, stand das Leben im Zeichen raschen, sich beschleunigenden Wandels. Dieser Wandel war nicht ziellos. Alle Veränderungs- und Reformanstrengungen im England des 19. Jahrhunderts zielten darauf ab, durch die Vermehrung des Wissens, durch dessen technische und ökonomische Anwendung, durch verbesserte Bildungsinstitutionen (Gründung der Universität London 1836, Einführung der allgemeinen Schulpflicht 1870) und vor allem durch die Befreiung des Individuums von politischer und religiöser Bevormundung die Voraussetzungen für einen modernen, effizienten Nationalstaat zu schaffen, in dem sich das freie Spiel der Kräfte ungehindert entfalten sollte. Problematisch blieb indes, welche Rolle Literatur und Kultur in diesem Modernisierungsprozeß spielen sollten. Sieübernahmen häufig die Aufgabe, jene unübersehbaren Sinnverluste und sozialen Verwerfungen, die der Modernisierungsprozeß trotz aller sonstigen, vor allem materiellen Fortschritte nun einmal mit sich brachte, zu erkunden, mitzuteilen, zu kritisieren oder mit Hilfe schöner Gegenbilder auszugleichen. Die große Mehrheit des englischen Wirtschaftsbürgertums des 19. Jahrhunderts bezog seine Stärke allerdings aus der Fähigkeit, das Prinzip des einträglichen Freihandels mit moralisch-religiösen Äberzeugungen protestantischen Zuschnitts verbinden zu können.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1999

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  • Hans Ulrich Seeber

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