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Die prästabilierte Vernunft

Das Subjekt als Stellvertreter der individuellen Substanz bei Kant
  • Enno Rudolph
Chapter

Zusammenfassung

Läßt sich die leibnizsche Definition von Individualität aufrechterhalten, wenn wir die Vorgabe der prästabilierten Harmonie, speziell die Vorgabe des göttlichen Wissens als Fundament und metaphysische Endstation der Reihe von Wesensbestimmungen individueller Substanzen aufgeben? Ich meine ja. Einer der zentralen Gründe für den Sieg der kantischen Metaphysikkritik über die Schultradition der leibnizschen Philosophie dürfte jedenfalls in Kants Argumentationsstrategie gegen das Prinzip der prästabilierten Harmonie liegen. Ich nehme mir Kant als Zeugen für die Inakzeptabilität dieser metaphysischen Vorgabe: Kant kritisiert nicht primär Leibniz’ Konzeption von Individualität. Er kritisiert Leibniz’ Konzeption der durch die dogmatische Voraussetzung Gottes garantierten Einheit des Universums, das allerdings in unendlich viele Universen auseinanderfiele — in ebenso viele wie es Monaden gibt —, wenn die Instanz Gottes als Inbegriff des Seins, das alle Monaden verschieden distinkt repräsentieren, der Kritik zum Opfer fiele.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1991

Authors and Affiliations

  • Enno Rudolph

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