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Individuum oder Subjekt?

Zur Einführung
  • Enno Rudolph
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Zusammenfassung

Die Chance, die Integrität des Individuums gegen die Vormacht der Gattung »Subjekt« zu verteidigen, scheint ein weiteres Mal vertan. Sowohl in Frankreich als auch in Deutschland hatte die philosophische Diskusssion über die Frage, was mit dem Prädikat »individuell« ausgesagt werden soll, eine kurzzeitige Konjunktur, deren Höhepunkt gleichwohl bereits überschritten ist. In Frankreich hat sich das Interesse an diesem Thema auf so unterschiedliche Strömungen bzw. Schulen verteilt wie die neoliberalistischen Revisionisten des 68er Kollektivismus (Ferry, Renaut), die Wortführer der Postmoderne (v. a. Lyotard) oder auch den Dekonstruktivismus. Dabei bedient man sich gleichermaßen, wenn auch mit unterschiedlich kritischer Intention, der philosophischen Tradition der Moderne, insbesondere der Subjektivitätsphilosophie — zumeist orientiert am Paradigma der kantischen Kritik.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Jürgen Habermas, Die Einheit der Vernunft in der Vielheit ihrer Stimmen, in: Odo Marquard (Hg.), Einheit und Vielheit, XIV. Kongreß für Philosophie, Hamburg 1990, S. 34.Google Scholar
  2. 2.
    Manfred Frank, Subjekt, Person, Individuum, in: Manfred Frank/Anselm Haverkamp (Hgg.), Individualität (Poetik und Hermeneutik Bd. XIII), München 1988, S. 3. Vgl. auch: ders., Die Unhintergehbarkeit von Individualität. Reflexionen über Subjekt, Person und Individuum aus Anla ihrer >postmodemen< Toterklärung, Frankfurt a. M. 1986.Google Scholar
  3. 5.
    Johann Wolfgang von Goethe: Briefe, Hamburger Ausgabe Bd. 1, Hamburg 1962ff., S. 325. Vgl. dazu auch: Ralf Konersmann, Goethes »Subjektivität«, in: Germanisch-Romanische Monatsschrift 38 (1988), S. 106ff.Google Scholar
  4. 6.
    Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Wissenschaft der Logik. Erster Teil, hg. von Georg Lasson, Hamburg 1971, S. 104f.Google Scholar
  5. 7.
    Vgl. v. a. Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher, Hermeneutik, hg. und eingel. von Heinz Kimmerle, 2. Aufl. Heidelberg 1974, S. 141; vgl. dazu (und dagegen) Hans Georg Gadamer, Wahrheit und Methode, Tübingen 1960, S. 178ff.Google Scholar
  6. 10.
    Vgl. dazu Odo Marquard, Beitrag zur Philosophie der Geschichte des Abschieds von der Philosophie der Geschichte, in: Reinhart Koselleck/Wolf-Dieter Stempel (Hgg.), Geschichte — Ereignis und Erzählung (Poetik und Hermeutik Bd. V.), München 1973; vgl. darin auch: ders., Die Geschichtsphilosophie und ihre Folgelasten sowie: ders., Theodizee, Geschichtsphilosophie, Gnosis in: Norbert Bolz (Hg.), Spiegel und Gleichnis, Festschrift für Jacob Taubes, Würzburg 1983.Google Scholar
  7. 11.
    Vgl. dazu Enno Rudolph, Zeit und Gott bei Aristoteles, Stuttgart 1986, S. 221 u. passim.Google Scholar
  8. 13.
    Friedrich Nietzsche, Die Fröhliche Wissenschaft, Sämtliche Werke. Kritische Studienausgabe, hg. von Giorgio Colli und Mazzino Montinari, München 1980, Bd. 5, Aph. 335.Google Scholar
  9. 15.
    Frank, Unhintergehbarkeit, S. 100. Vgl. dazu: Luc Ferry/Alain Renaut, 68–86. Itinéraires de lindividu, Paris 1987.Google Scholar
  10. 16.
    Vgl. Alain Renaut, Lére de lindividu. Contribution à une histoire de la subjectivité, Paris 1989; vgl. ferner: Annie Bitbol-Hespérières, Leibniz et la question de lindividuation in: Pierre-Noel Mayaud (Hg.), Le probleme de lindividuation, Paris 1991, darin auch: Bruno Pinchard, Le principe de lindividuation dans la tradition aristotélicienne. Google Scholar
  11. 17.
    Vgl. Gilles Deleuze, Nietzsche und die Philosophie, München 1976.Google Scholar
  12. 18.
    Vgl. Wolfgang Cramer, Individuum und Kategorie, in: Klaus Oehler/ Richard Schaeffler (Hgg.), Einsichten. Gerhard Krüger zum 60. Geburtstag, Frankfurt a. M. 1962.Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1991

Authors and Affiliations

  • Enno Rudolph

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