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Der Spanische Krieg und die »Geburt des Renegaten« — Krivitsky, Regler

  • Michael Rohrwasser
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Zusammenfassung

Der Grund, warum sich viele Renegaten in ihren Berichten der Loslösung von der kommunistischen Partei auf den »Bürger«-Krieg [1] in Spanien beziehen, wird überdeckt von der Faszination, die das Erlebnis des Engagements für nahezu alle Beteiligten behielt. Faszination und Zusammenbruch des politischen Glaubens gehen in den untersuchten Texten Verbindungen ein, die hier im ersten Teil des Kapitels verdeutlicht werden. Der Spanische Krieg ist für viele der teilnehmenden Kommunisten und ›fellow-travellers‹ die entscheidende Zäsur in ihrem Verhältnis zur Partei. Freilich werden die organisatorischen Konsequenzen oftmals erst später gezogen. Im zweiten und dritten Teil des Kapitels werden die Selbstdarstellungen von Krivitsky, Kantorowicz, Koestler und Regler unter diesem Gesichtspunkt untersucht und der ›Geburtsakt‹ des Renegaten analysiert.

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Anmerkungen

  1. 2.
    A. Lehning: Erlebte Geschichte — Die Politik der Anarchisten in der Spanischen Revolution, Vortrag an der TU Berlin vom 27.5.1986. Kantorowicz vermutet eine vierstellige Summe allein für die Zahl der deutschsprachigen Veröffentlichungen (1973, 97). Die Bibliographie der literarischen Bearbeitungen von María José Montes (La guerra española en la creación literaria. Madrid 1970) umfaßt nahezu 200 Seiten; vgl. die Bibliographien von Herbert R. Southworth: El mito de la cruzada de Franco. Critica bibliografia. Paris: Ruedo iberico 1963 und von Marise Bertrand de Muñoz: La Guerra civil española en la novela. Bibliografía comentada. Bd. I/II Madrid 1982, sowie die Auswahlbibliographie von E. Nicolai in LiLi, 15. Jg., H. 60, S. 140–150. Einen Überblick zum Thema »Schriftsteller im Spanischen Krieg« liefern Benson 1967/1969, Mack 1972 und Kreuzer 1985.Google Scholar
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    Pechels Aufsatz (»Sibirien«) ist wiederveröffentlicht in: »Deutsche Rundschau«. Acht Jahrzehnte deutsche Geistesgeschichte, hg. v. R. Pechel. Hamburg 1961, S. 402–406; vgl. Pechels Erinnerungen (1947, 284). »Ich würde es begrüssen, wenn mein Buch nicht als ›antisowjetische Agitation‹ aufgenommen wird, sondern als ein Rechenschaftsbericht«, bemerkt Iwan L. Solonjewitsch in der Einleitung zu seinen Erinnerungen (1937, I 3). Aus dem Originaltitel »Russland im Konzentrationslager« wurde im Deutschen »Rußland im Zwangsarbeitslager«. Zu Solonjewitschs Erinnerungen vgl. Kaminski 1982, 214 ff.Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1991

Authors and Affiliations

  • Michael Rohrwasser

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