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Einleitung: Aspekte der Renegatenliteratur

  • Michael Rohrwasser
Chapter

Zusammenfassung

Literatur der Exkommunisten: Das meint die Literatur jener, die ihre Partei verlassen haben und ihre Erfahrung literarisch bearbeiteten, sei es als Beichte oder Enthüllung, als Selbstreflexion oder Abrechnung, sei es in der literarischen Form einer Autobiographie oder eines Entwicklungsromans, als Utopie oder historischer Aufriß. Hat diese Literatur mehr Gemeinsames als eine politische Erfahrung ihrer Autoren?

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Endnoten

  1. 5.
    Raoul Laszlo: »Der Glücksrausch des Menschen, der den festen Punkt gefunden zu haben glaubt, von dem aus er die Welt aus den Angeln heben kann. Lächelnd verzieh ich, übersah ich tausend Dinge, die für andere Quellen des Zweifels waren« (1936 b, 6).Google Scholar
  2. 9.
    Vgl. Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen. Bd. 1: Die Götter- und Menschheitsgeschichten. München 1966, S. 191f).Google Scholar
  3. 12.
    G. Regler 1958, 169 — »Eine Wende in der Menschheitsgeschichte« heißt ein Bekenntnis von Frida Rubiner (Berlin: Dietz 1947) zum 30. Jahrestag der Oktoberrevolution. »Die Geburt des neuen Menschen«: so überschrieb Heinrich Vogeler seinen Rußlandreisebericht von 1925. Die Titel von Rubiner und Vogeler können für zahllose ähnliche Formeln stehen; einen Überblick gibt D. Caute (1973).Google Scholar
  4. 19.
    E. Arendt: Bergwindballade. Gedichte des spanischen Freiheitskampfes. Berlin: Dietz 1952, S. 41 (»Wir haben im Rücken einen Freund«). Arendt war seit dem Spanischen Krieg mit Artur London befreundet, der, wie die meisten der osteuropäischen Spanienkämpfer, in die Mühlen der Stalinschen »Säuberungen« geriet. 20 R. Jouvenel 1950 — Bereits im »Kommunistischen Manifest« ist auf das Ende der nationalen Grenzen auch bei der »geistigen Produktion« hingewiesen und eine »Weltliteratur« prognostiziert, die sich nun hier, in der Renegaten- (und Exilliteratur) herausbildet.Google Scholar
  5. 25.
    Vgl. Hans Jürgen Geerdts: Zur Thematik des Antifaschismus in der Geschichte der DDR-Prosa. In: »Zeitschrift für Gennanistik« (Leipzig), 1. Jg., H. 1, März 1980, S. 71–81, hier S. 75.Google Scholar
  6. 30.
    Einer der wenigen Versuche stammt von Gyorgy Konrad; zu seinem Schelmenroman »Der Komplize« vgl. M. Rohrwasser: Erfahrungen des Grauens. In: FH, 36. Jg. H. 11 (1981), S. 63–65. Georg K. Glaser nennt als Vorbild seines Berichts »Geheimnis und Gewalt« Grimmelshausens »Simplicius Simplicissimus« (J. Robichon 1951, 7). Joseph Caspar Witsch bezeichnet Gustav Reglers Autobiographie »Das Ohr des Malchus« als einen »simplizianischen Roman« (1977, 107).Google Scholar
  7. 32.
    J. Edgar Hoover: Masters of Deceit. The Story of Communism in America. London 1959, zit. n. E. Roloff 1969,16. »›Haben Sie dieses Buch gelesen? Sie sollten es tun. Dann werden sie wissen, warum wir die Atombombe auf die Bolschies abwerfen müssen!‹ Mit diesen Worten empfahl mir in New York ein jämmerlicher Zeitungsverkäufer die Lektüre von Orwells ›1984‹« (I. Deutscher 1955, 50).Google Scholar
  8. 51.
    Selbstkritisch schreibt Arthur Koestler: »Wenn Macht korrumpiert, dann stimmt auch das Gegenteil: Verfolgung korrumpiert das Opfer, wenn auch in differenzierterer Form« (1984, 39).Google Scholar
  9. 52.
    J. Serke: Das Ende einer Heimholung. Von der Schwierigkeit, den Verbrannten Dichtern einen Platz einzuräumen. Radiomanuskript 1985. Octavio Paz nennt die Dissidenten »die Ehre unseres Jahrhunderts« (H. M. Lohmann: Dissidenten. In: FR 29.6.1984, S. IV); und Hans Christoph Buch schreibt: »Die Dissidenten von heute sind die legitimen Erben der marxistischen Theoretiker und sozialistischen Revolutionäre des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts« (Gedanken über die Dissenz. In: FR, 28.6.1986, S. II).Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1991

Authors and Affiliations

  • Michael Rohrwasser

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