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«Von der Vilfältigkeit und Bosheit des Aberglaubens»

  • Elfriede Moser-Rath
Chapter

Zusammenfassung

In den an die Landbevölkerung gerichteten Predigten beriefen sich die Kanzelredner mitunter auf Erfahrungsgrundsätze aus dem Wirtschaftsleben, die sogenannten Bauernregeln, die meist mit Heiligentagen verbundenen Termine für Saat und Ernte oder — besonders wichtig im bäuerlichen Alltag — Wetterprognosen betreffend. Diese konnten aus mündlicher Überlieferung, ebenso jedoch aus Kalendern und anderen literarischen Quellen stammen. So zitierte z.B. Geminianus Monacensis das schon genannte Haus- und Wirtschaftsbuch des Johannes Colerus, das im Anhang eine Liste solcher Spruchweisheiten enthielt : «Erinnere dich / wie lautet die Bauren-Regel bey dem Colero in fine Calendarij? Wann der Bäurin der Brein anbrinnt / wann zu Nacht unruhig ist das Kind / so bedeuts Regen oder Wind!» Als «ein gemeines Sprichwort» bezeichnete Johann Capistran Brinzing den für eine Predigt am Tage des hl. Matthias (24. Februar) gewählten Titel : Mattheiß bricht alle Eyß/hat er keins/so macht er eins, womit die Unsicherheit des Wetters im späten Winter charakterisiert sein sollte.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1991

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  • Elfriede Moser-Rath

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