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«Wo Ein Kirch / Da Bauet der Teufel Ein Capellen Daneben»

  • Elfriede Moser-Rath

Zusammenfassung

Der Katholizismus schuf sich in der Barockzeit im bewußten Gegensatz zur herberen Welt der Protestanten mit Prunk und Glanz vielfach neuerbauter Kirchen und Klöster, mit höchst aufwendigen Prozessionen, Bruderschaftsfesten, feierlich begangenen Patrozinien, Primizen und anderem ein Szenarium, das durchaus geeignet war, herbeiströmende Menschen in andächtige Ergriffenheit oder gar in Euphorie zu versetzen. Sie kamen, wie Ignatius Ertl es anläßlich eines Festes zu Ehren der Hammertaler Muttergottes im Münchner Augustinerkloster schilderte, «von so vielen in der Nähe herumliegenden (auch weit endegenen Pfarr-Kirchen)… mit ihren hoch-fliegenden Fahnen / mit entdeckten Häuptern / mit aufgereckten Händen und mit hell-erschallenden Lob-Gesängen…» Zu solchen solennen Feierlichkeiten wurde oft ein namhafter Prediger von auswärts eingeladen, von dem eine dem Anlaß würdige Kanzelrede zu erwarten war. Diese Gelegenheitspredigten, auch zu Ehren einer hochgestellten Persönlichkeit gehalten, bieten mitunter wahrhaft barocke Apotheosen auf die im Zuge der Gegenreformation wiedererstarkte Frömmigkeit der Zeit. Abraham a Sancta Clara z.B. pries in Diskursen dieser Art die Andacht der sonst von ihm wegen Leichtsinns und Sündhaftigkeit hart gerügten Wiener Bevölkerung.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1991

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  • Elfriede Moser-Rath

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