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«Als Adam Grub / und Eva Spann / Wo War Denn da der Edelmann?»

  • Elfriede Moser-Rath

Zusammenfassung

Die Anfänge des Alten Testaments gingen von einer klassenlosen Gesellschaft aus. Nach der Vertreibung aus dem Paradies mußten sich Adam und Eva ihren Lebensunterhalt als Bauern erarbeiten, ohne daß ihnen schon andere Stände übergeordnet gewesen wären. Eine Erinnerung an diese Fiktion lebte während des Bauernaufstands von 1381 in dem oben zitierten Spruch auf, der dann in den deutschen Bauernkriegen von 1525 als einprägsame revolutionäre Parole wiederum Aktualität gewinnen und in die Sprichworttradition des 16. Jahrhunderts eingehen sollte; die faktisch seit altersher bestehende Gesellschaftsordnung veränderte sich jedoch nicht. Die Sentenz war auch Schriftstellern der Barockzeit wie Grimmeishausen oder Johann Beer als Kritik an der Vorrangstellung des Adels geläufig und wurde von Predigern im gleichen Sinne gern zitiert. Gegen den allseits anzutreffenden Standesdünkel empfahl z.B. Wilhelm Geyss der mittelalterlichen Bildvorstellung vom Totentanz entsprechend «die stätte Betrachtung des Todts», dem ein jeder, welche Rolle er auch im Leben gespielt haben mochte, folgen müsse:

«Man macht keinem was bsunders /

Was braucht es vil Wunders?

Papst / Kayser und König /

Seynd eben so wenig /

Als Dröscher / Holtzhacker

Als Bawren im Acker;

Freyherrn und Grafen /

Seynd all deß Todts Sclaven /

Seynd alle Erdschllen /

Und lauter Laimknollen.»

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1991

Authors and Affiliations

  • Elfriede Moser-Rath

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