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«Kleider Machen Leute»

  • Elfriede Moser-Rath

Zusammenfassung

Im Centi-Folium Stultorum und zuvor schon in zahlreichen Schwankbüchern des 17. Jahrhunderts findet sich folgende für die Einschätzung von Kleidung charakteristische Anekdote: «Der vornehme Poet Hermannus Buschius gienge einsmahls in schlechten Kleidern über den Marckt/ und ward ihme von den Leuthen kein Ehr angethan; dahero als er dieses mercket / er einen gar schönen Rock angelegt / und ist in solchem wider hervor getretten / da dann die Leuthe gegen ihm auffgestanden / den Hut gezuckt / grosse Ehr angethan / und erzeigt haben: Er aber hat zu Hauß den Rock auff den Boden geworffen / mit Füssen darauff gesprungen / und gesagt: Bist du Buschius, oder bin ichs? Verbleibet also wahr / daß man die Mode-Narren nur wegen der Kleyder / und nicht der Sitten halber ehret… ». Spezielles Interesse fur die Mode und deren schichtspezifische Funktionen hatte Abraham a Sancta Clara, wie aus seinem Vorwort für das oben (S. 36) erwähnte Kostümwerk Neu-eröffnete Welt-GALLERIA, Worinnen sehr curios und begnügt unter die Augen kommen allerley Aufzug und Kleidungen unterschiedlicher Stände und Nationen… ersichtlich, das alle Rangstufen vom kaiserlichen Hofstaat bis zum «mindesten Gemeinen Mann» im Bilde vorstellen sollte; er äußerte sich da ganz sachkundig: «Die Kleidung dienet dem Menschen forderest zur Bedeckung des elenden Leibs / welcher vor der begangenen Sünd des Adams keine dergleichen Uberhüllung vonnöhten gehabt: Zum anderen ist ein Kleid eine gebührende jedoch mäßige Zierd des menschlichen Leibs…

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1991

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  • Elfriede Moser-Rath

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