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Jakob Michael Reinhold Lenz: Kritik und Konstruktion

  • Hartmut Dedert
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Zusammenfassung

Welche Brisanz die Herrschafts- und Liebesgemeinschaft der bürgerlichen Familie in der historischen Wirklichkeit besaß, welche psychologischen und sozialgeschichtlichen Implikationen sie im Leben eines Sohnes haben konnte, der verzweifelt um seine Lösung vom Elternhaus kämpfte, das mußte besonders schmerzlich vielleicht Jakob Michael Reinhold Lenz erfahren. Als Kind eines livländischen Pfarrers erlebt Lenz zunächst die für die bürgerliche Intelligenz seiner Zeit übliche Sozialisation. Die Familie als die primäre Agentur der Gesellschaft untersteht der absoluten Dominanz eines Vaters, der (als ein orthodoxer Pietist) seinerseits schon dieselbe, für das Kleinbürgertum nahezu einzig mögliche Karriere von finanziell ungesichertem Theologiestudium, Hofmeisterposten und schließlicher Pfarrherrn-Stellung durchlaufen hatte, die er mit der Rigidität des Aufsteigers auch seinen Söhnen zudenkt. Der Autorität seines nur allzu gestrengen Erzeugers unterworfen, übt sich der Heranwachsende notgedrungen in der völligen Anpassung an die herrschenden Verhältnisse. [1] Wie von sachkundiger Seite festgestellt werden konnte, prägt der in seiner Jugend erfahrene psychische Druck sowohl das Leben als auch das Werk des Dichters entscheidend [2]: Die für ihn »zentralen seelisch bedrückenden Gedankenkomplexe von Schuld, Sünde, Pflicht, Verantwortung, Tod und Selbstmord« [3] müssen auf die starre pietistische Erziehung im Elternhaus zurückgeführt werden.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Vgl. hierzu Böcker, Herwig: Die Zerstörung der Persönlichkeit des Dichters J.M. R. Lenz durch die beginnende Schizophrenie. Med. Diss. Bonn 1969, S. 26Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. op. cit., S. 25Google Scholar
  3. 3.
    op. cit., S. 145Google Scholar
  4. 4.
    Rosanow, M.N.: Jakob M.R. Lenz, der Dichter der Sturm- und Drangperiode. Sein Leben und seine Werke. Leipzig 1909, S. 49Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. Schöffler, Herbert: Protestantismus und Literatur. Leipzig 1922, S. 228f.Google Scholar
  6. 6.
    Nahke, Evamarie: Über den Realismus in J.M.R. Lenzens sozialen Dramen und Fragmenten. Phil. Diss. Berlin/DDR 1955, S. 25Google Scholar
  7. 7.
    Rosanow, S. 233Google Scholar
  8. 8.
    Briefe von und an J.M.R. Lenz. Hrsg. v. Karl Freye und Wolfgang Stammler. Bd. 1. Leipzig 1918, S. 84 (Im folgenden zitiert als ›Lenz: Briefe I‹)Google Scholar
  9. 9.
    op. cit., S. 139Google Scholar
  10. 10.
    op. cit., S. 203Google Scholar
  11. 11.
    Vgl. hierzu etwa Sinnreich, Maria: Das gesellschaftskritische Element im Schaffen von J. M. R. Lenz. Phil. Diss. Wien 1936, S. 44Google Scholar
  12. 12.
    Böcker, S. 104Google Scholar
  13. 13.
    op. cit., S. 111Google Scholar
  14. 14.
    op. cit., S. 157Google Scholar
  15. 15.
    Rosanow, S. 297Google Scholar
  16. 16.
    Lepenies, Wolf: Melancholie und Gesellschaft. Frankfurt 1972, S. 83Google Scholar
  17. 17.
    Briefe von und an J.M.R. Lernz. Hrsg. v. Karl Freye und Wolfgang Stammler. Bd. 2. Leipzig 1918, S. 3 (Im folgenden zitiert als ›Lenz: Briefe II‹)Google Scholar
  18. 18.
    Lepenies, S. 99Google Scholar
  19. 19.
    Endgültig beendete Lenz seinen Aufenthalt im Herzogtum im Spätherbst 1776 mit einem bis heute noch nicht aufgeklärten Debakel und der Abreise zu Goethes Schwager Schlosser in Emmendingen.Google Scholar

Notizen

  1. 1.
    Da eine historisch-kritische Ausgabe des Lenzschen Werkes immer noch aussteht, dient der Erstdruck als Textgrundlage: Lenz, Jakob Michael Reinhold: Zerbin oder die neuere Philosophie, eine Erzählung. In: Deutsches Museum 1776 St. 2, S. 116–131; St. 3, S. 193–207 (Entsprechend wird im folgenden zitiert als ›Lenz: Zerbin I‹ bzw. ›Zerbin II‹).Google Scholar
  2. 2.
    Im Laufe ihrer literaturwissenschaftlichen Rezeption provozierte die Lenzsche Erzählung die widersprüchlichsten Reaktionen. Während Marion Beaujean sie etwa umstandslos zu jenen epischen Gebilden rechnet, die »den primitivsten Erwartungen einer lesbaren Handlung zuwider« laufen (Beaujean, Marion: Der Trivialroman im ausgehenden 18. Jahrhundert. Phil. Diss. Köln 1962, S. 56), zählen Böttcher/Krohn sie zu den »Perlen deutscher Erzählerkunst«. (Böttcher, Kurt und Paul Günther Krohn: Sturm und Drang. Berlin/DDR 1958, S. 176) Eine beträchtliche Aufwertung erfahrt die Geschichte in jüngster Zeit durch eher essayistische Beiträge, die vor allem die Modernität des Werkes hervorheben. So zieht der DDR-Autor Joachim Seyppel, der Zerbin für »eines der markantesten Stücke« hält, »die Lenz schrieb« (Seyppel, Joachim: Jakob Michael Reinhold Lenz oder Vorläufiges zu einem Vorläufigen. In: Jakob Michael Reinhold Lenz: Erzählungen und Briefe. Hrsg. und mit einem Essay von Joachim Seyppel. Berlin 1978, S. 331–354; hier S. 345) etwa Parallelen zu Schriftstellern wie Brecht, Braun und Heiner Müller, um die spezifische Qualität dieser Prosa, ihren Rekurs auf »spektakuläre Mittel« (op. cit., S. 347), ihre »monomanische« Fixierung auf die »Gräßlichkeiten der Zeit« (op. cit., S. 347), auf »Sensation, Skandal, Katastrophe« (op. cit., S. 346) für den Leser »zeitgenössisch auszudrücken« (op. cit., S. 346). Und Henning Boetius, der Zerbin gar zu den »besten Sachen von Lenz« (Boetius, Henning: Der verlorene Lenz. Auf der Suche nach dem inneren Kontinent. Frankfurt 1985, S. 82) zählt, rühmt die dem Werk eigene »seltene sprachliche Härte. Sie ist böse, verletzend in ihrer hinterhältigen Genauigkeit. Eine gläserne Moritat. So etwas ähnliches hat später Kafka erreicht.« (op. cit., S. 82) Ganz anders als Herbst, die Lenz seine angeblich »emotionellen Tiraden« (Herbst 1985, S. 108) vorwirft, sieht Boetius seine Leistung geradezu umgekehrt darin, daß er mit seinem »kalten Stil« (Boetius, S. 82) jede »sentimentale Identifikation« (op. cit., S. 83) verhindere, da es ihm darum zu tun sei, »Scheußlichkeit und Perfektion eines gesellschaftlichen Mechanismus mit der Kühle vorzuführen, die Bedingung ist für bleibende Wut.« (op. cit., S. 83)Google Scholar
  3. 3.
    Ein exponierter Vertreter des ›Pragmatismus‹ ist J. J. Engel, dessen Erzähltheorie eine verblüffende Nähe zur Lenzschen Erzählpraxis aufweist. Vgl. Engel, Johann Jakob: Über Handlung, Gespräch und Erzählung. Faksimiledruck der ersten Fassung von 1774. Hrsg. und mit einem Nachwort versehen von Ernst Theodor Voss. Stuttgart 1964Google Scholar
  4. 4.
    Lenz: Zerbin I, S. 116Google Scholar
  5. 5.
    op. cit., S. 116Google Scholar
  6. 6.
    op. cit., S. 116Google Scholar
  7. 7.
    op. cit., S. 117Google Scholar
  8. 8.
    op. cit., S. 117Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. Bialek, S. 68Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. hierzu ausführlicher Borchmeyer, S. 86ff.Google Scholar
  11. 11.
    Lenz: Zerbin, S. 117Google Scholar
  12. 12.
    op. cit., S. 117Google Scholar
  13. 13.
    op. cit., S. 117Google Scholar
  14. 14.
    op. cit., S. 118Google Scholar
  15. 15.
    Vgl. dagegen Osborne, John: The Postponed Idyll. Two Moral Tales by J.MR. Lenz. In: Neophil. 59 (1975), S. 68–83; hier S. 69Google Scholar
  16. 16.
    Lenz: Zerbin, S. 117Google Scholar
  17. 17.
    op. cit., S. 117Google Scholar
  18. 18.
    op. cit., S. 118Google Scholar
  19. 19.
    op. cit., S. 118Google Scholar
  20. 20.
    Ohne auf die subjektive Vermitteltheit des individuellen Scheiterns, auf die im Helden selber angelegten Widersprüche einzugehen, betont Preuß vor allem (und wohl allzu einseitig) die der Gesellschaft. (Preuß, Werner Hermann: Selbstkastration oder Zeugung neuer Kreatur. Zum Problem der moralischen Freiheit in Leben und Werk von J.M.R. Lenz, Bonn 1983, S. 54ff.) Vgl. auch Seyppel, S. 345Google Scholar
  21. 21.
    Lenz: Zerbin I, S. 118Google Scholar
  22. 22.
    op. cit., S. 118 (Vgl. dagegen Preuß, S. 60)Google Scholar
  23. 23.
    Lenz: Zerbin I, S. 118Google Scholar
  24. 24.
    op. cit., S. 118Google Scholar
  25. 25.
    op. cit., S. 118Google Scholar
  26. 26.
    Vgl. Osborne, S. 71Google Scholar
  27. 27.
    Lenz: Zerbin I, S. 119Google Scholar
  28. 28.
    op. cit., S. 119Google Scholar
  29. 29.
    op. cit., S. 119Google Scholar
  30. 30.
    Vgl. Preuß, S. 65Google Scholar
  31. 31.
    Lenz: Zerbin I, S. 121Google Scholar
  32. 32.
    op. cit., S. 122Google Scholar
  33. 33.
    op. cit., S. 122Google Scholar
  34. 34.
    op. cit., S. 126Google Scholar
  35. 35.
    op. cit., S. 130Google Scholar
  36. 36.
    op. cit., S. 131Google Scholar
  37. 37.
    op. cit., S. 130Google Scholar
  38. 38.
    op. cit., S. 130Google Scholar
  39. 39.
    Vgl. op. cit., S. 129Google Scholar
  40. 40.
    op. cit., S. 119Google Scholar
  41. 41.
    op. cit., S. 120Google Scholar
  42. 42.
    op. cit., S. 120Google Scholar
  43. 43.
    op. cit., S. 120 (Vgl. dagegen Preuß, S. 61, der in Zerbins Abstinenz »noch Widerstand« entdeckt)Google Scholar
  44. 44.
    Lenz: Zerbin I, S. 120Google Scholar
  45. 45.
    op. cit., S. 124Google Scholar
  46. 46.
    op. cit., S. 124Google Scholar
  47. 47.
    op. cit., S. 123Google Scholar
  48. 48.
    op. cit., S. 124Google Scholar
  49. 49.
    op. cit., S. 125 (Vgl. Osborne, S. 77f.)Google Scholar
  50. 50.
    Lenz: Zerbin I, S. 127Google Scholar
  51. 51.
    op. cit., S. 126Google Scholar
  52. 52.
    op. cit., S. 127Google Scholar
  53. 53.
    op. cit., S. 126Google Scholar
  54. 54.
    op. cit., S. 126Google Scholar
  55. 55.
    op. cit., S. 128Google Scholar
  56. 56.
    op. cit., S. 128Google Scholar
  57. 57.
    op. cit., S. 128Google Scholar
  58. 58.
    op. cit., S. 129Google Scholar
  59. 59.
    Vgl. Seyppel, S. 345Google Scholar
  60. 60.
    Lenz: Zerbin I, S. 130Google Scholar
  61. 61.
    op. cit., S. 130Google Scholar
  62. 62.
    op. cit., S. 131Google Scholar
  63. 63.
    Lenz: Zerbin II, S. 193Google Scholar
  64. 64.
    op. cit., S. 193Google Scholar
  65. 65.
    op. cit., S. 197Google Scholar
  66. 66.
    op. cit., S. 200Google Scholar
  67. 67.
    op. cit., S. 201Google Scholar
  68. 68.
    op. cit., S. 201Google Scholar
  69. 69.
    op. cit., S. 201 f.Google Scholar
  70. 70.
    op. cit., S. 202Google Scholar
  71. 71.
    Osborne interpretiert Zerbin insgesamt im Licht der Idyllenproblematik. Seiner Deutung zufolge läßt sich die Erzählung von der allmählichen Korruption eines ursprünglich guten und begabten, wenn auch schwachen Helden als eine an Rousseau gemahnende kritisch-realistische Auseinandersetzung mit einer Wirklichkeit lesen, die dem nach Selbstverwirklichung strebenden Subjekt die Herstellung von ›Idylle‹ im Rahmen der Gesellschaft verwehrt.Google Scholar
  72. 72.
    Vgl. Bialek, S. 70Google Scholar
  73. 73.
    Vgl. Osborne, S. 80f.Google Scholar
  74. 74.
    Lenz: Zerbin II, S. 204f. »Mit Recht«, so führten hierzu Böttcher/Krohn aus, »hat man hier an Gottfried Keller erinnert: Die seelische Größe, die den einfachen Menschen Kellers eigen ist, läßt auch Marie über ihren unverdienten Tod triumphieren und verleiht der Lenzschen Erzählung trotz ihres tragischen Ausgangs optimistische Kraft.« (Böttcher/Krohn, S. 176)Google Scholar
  75. 75.
    Vgl. Seyppel, S. 346Google Scholar
  76. 76.
    Lenz: Zerbin II, S. 194Google Scholar
  77. 77.
    op. cit., S. 195Google Scholar
  78. 78.
    Vgl. Osborne, S. 72Google Scholar
  79. 79.
    Lenz: Zerbin II, S. 195Google Scholar
  80. 80.
    op. cit., S. 195Google Scholar
  81. 81.
    op. cit., S. 195Google Scholar
  82. 82.
    op. cit., S. 196Google Scholar
  83. 83.
    op. cit., S. 196Google Scholar
  84. 84.
    op. cit., S. 196Google Scholar
  85. 85.
    Bei dem Versuch, Zerbins Philosophie historisch präziser zu fassen, gelangt die Forschung zu sehr unterschiedlichen Überlegungen. Neben satirischer Kritik an Geliert, dem ›Modephilosophen‹, »der die Mentalität des Tages diktierte« (Kindermann, Heinz: J.M.R. Lenz und die deutsche Romantik. Ein Kapitel aus der Entwicklungsgeschichte romantischen Wesens und Schaffens. Wien. Leipzig 1925, S. 304) glaubt man auch Attacken »auf Wieland« (Rameckers, Jan Matthias: Der Kindesmord in der Literatur der Sturm- und Drang-Periode. Ein Beitrag zur Kultur- und Literatur-Geschichte des 18. Jahrhunderts. Phil. Diss. Rotterdam 1927, S. 187) feststellen zu können. Kindermann biegt die dezidierte Kritik an ideologisierten Aufklärungspositionen in schlichten Irrationalismus um. (Kindermann, S. 304)Google Scholar
  86. 86.
    Lenz: Zerbin II, S. 195Google Scholar
  87. 87.
    Lenz: Zerbin I, S. 131Google Scholar
  88. 88.
    Lenz: Zerbin II, S. 196Google Scholar
  89. 89.
    op. cit., S. 195; Preuß erkennt in Zerbins »Rechtfertigungslehre« auch ein »Quentchen Wahrheit« (Preuß, S. 62).Google Scholar
  90. 90.
    Lenz: Zerbin II, S. 196Google Scholar
  91. 91.
    Vgl. Herbst 1985, S. 107; Borchmeyer, S. 89Google Scholar
  92. 92.
    Lenz: Zerbin II, S. 196Google Scholar
  93. 93.
    op. cit., S. 196Google Scholar
  94. 94.
    Vgl. Osborne, S. 72Google Scholar
  95. 95.
    Lenz: Zerbin II, S. 196Google Scholar
  96. 96.
    op. cit., S. 196f.Google Scholar
  97. 97.
    op. cit., S. 197Google Scholar
  98. 98.
    Vgl. Osborne, S. 70; und Herbst 1985, S. 105Google Scholar
  99. 99.
    Lenz: Zerbin I, S. 118Google Scholar
  100. 100.
    Lenz: Zerbin II, S. 199Google Scholar
  101. 101.
    op. cit., S. 200Google Scholar
  102. 102.
    op. cit., S. 206Google Scholar
  103. 103.
    Seyppel, S. 346Google Scholar
  104. 104.
    Zum Vermittlungszusammenhang von christlicher Bilderwelt und Alltagswelt sowie der Bedeutung der Versöhnung durch die Figuren des Opfers und der Entsagung vgl. Köhn, Lothar: Dialektik der Aufklärung in der deutschen Novelle. In: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 51 (1977), S. 436–458; hier S. 444ff.; S. 454ff.Google Scholar
  105. 105.
    Lenz: Zerbin II, S. 206Google Scholar
  106. 106.
    op. cit., S. 206Google Scholar
  107. 107.
    op. cit., S. 206Google Scholar
  108. 108.
    op. cit., S. 206Google Scholar
  109. 109.
    op. cit., S. 206Google Scholar
  110. 110.
    Vgl. Seyppel, S. 346Google Scholar
  111. 111.
    Lenz: Zerbin II, S. 207Google Scholar
  112. 112.
    Vgl. dagegen Herbst 1985, S. 104; sowie Preuß, der eine Einsicht der beiden Figuren ausschließt (Preuß, S. 63)Google Scholar
  113. 113.
    Lenz: Briefe I, S. 151Google Scholar
  114. 114.
    Über Marmontel informieren Renwick, John: Jean François Marmontel: the formative years 1753–1765. In: Studies on Voltaire and the Eighteenth Century 76 (1970), S. 139–232 (besonders S. 172ff.); Buchanan, Michelle: Les ›Contes moraux‹ de Marmontel. In: The French Review 41 (1967) Nr. 2, S. 201–212; sowie Schmid, Gotthold Otto: Marmontel. Seine Moralischen Erzählungen und die deutsche Literatur. Straßburg 1935Google Scholar
  115. 115.
    Vgl. Herbst 1985, S. 104Google Scholar
  116. 116.
    Vgl. etwa Lamprecht, Jakob Friedrich: Alcina und Alfonso. In: Schubert, S. 166–184Google Scholar
  117. 117.
    Vgl. Lenz: Zerbin I, S. 118; S. 129; S. 117Google Scholar
  118. 118.
    Titel, Britta: ›Nachahmung der Natur‹ als Prinzip dramatischer Gestaltung bei Jakob Michael Reinhold Lenz. phil. Diss Frankfurt 1963, S. 196Google Scholar
  119. 119.
    Zum Begriff des Psychogramms vgl. op. cit., S. 79Google Scholar
  120. 120.
    Lenz: Zerbin II, S. 202f.Google Scholar
  121. 121.
    op. cit., S. 202Google Scholar
  122. 122.
    op. cit., S. 203Google Scholar
  123. 123.
    op. cit., S. 203Google Scholar
  124. 124.
    Titel, S. 195. Was Titel hier über die Rede des Majors im Hofmeister feststellt, trifft ebenso auf den Vater Maries zu.Google Scholar
  125. 125.
    Vgl. Boetius, S. 82f.Google Scholar
  126. 126.
    Lenz: Zerbin II, S. 201Google Scholar
  127. 127.
    Vgl. meine Überlegungen zum analytischen Erzählen bzw. zum Kriminalschema bei SprickmannGoogle Scholar
  128. 128.
    Lenz: Zerbin II, S. 193f.Google Scholar
  129. 129.
    Vgl. hierzu Rameckers, S. 68ff.Google Scholar
  130. 130.
    Das Thema der Kindermörderin, später nachgerade zur literarischen Mode geworden, hatte zur Entstehungszeit des Zerbin seine gesellschaftspolitische Brisanz noch keineswegs verloren: »Goethe, Lenz und Wagner waren die ersten, die das Thema des Kindesmords künstlerisch gestalteten. Ihre betreffenden Werke entstanden alle im Jahre 1775 (…).« (Rameckers, S. 156) Vgl. dagegen Herbst 1985, S. 103Google Scholar
  131. 131.
    Vgl. dagegen Boetius, der diesen Umstand übersieht (Boetius, S. 83)Google Scholar
  132. 132.
    Vgl. Rameckers, S. 142Google Scholar
  133. 133.
    Vgl. op. cit., S. 30; S. 100Google Scholar
  134. 134.
    Vgl. op. cit., S. 23f. Wenn Borchmeyer Marie als »Kindsmörderin« bezeichnet, zeugt das nicht gerade von genauer Lektüre. (Borchmeyer, S. 92)Google Scholar
  135. 135.
    Köhn, S. 451Google Scholar

Notizen

  1. 1.
    Lenz, Jakob Michael Reinhold: Der Landprediger, eine Erzählung. In: Deutsches Museum 1777 St. 4, S. 289–307; St. 5, S. 409–439; St. 6, S. 567–575. Entsprechend wird im folgenden zitiert als ›Lenz: Landprediger I‹, ›Lenz: Landprediger II‹, ›Lenz: Landprediger III‹.Google Scholar
  2. 2.
    Der Wunschbildcharakter des Landpredigers steht mit gutem Grund im Zentrum zahlreicher Werkinterpretationen. So versteht Osborne die Erzählung als positives Gegenstück zum Zerbin und deutet sie als Versuch, gegenüber den Bedrohungen von Innen- und Außenwelt ›Idylle‹ herzustellen und zu verteidigen. Scherpe dagegen benutzt das Landpredigermodell als Beleg für die grundsätzlich durchaus bedenkenswerte These, Lenz habe (anders als Goethe) soziale Reformprogrammatik und künstlerische Wahrheit nicht miteinander zu vermitteln gewußt. So stünden »Versuche, abstrakte Erkenntnisse über den Zustand der Gesellschaft und seine mögliche Veränderung unmittelbar zu literarisieren, neben den Bemühungen, aus der sinnlichkonkreten Schilderung der Alltagswirklichkeit auf die Notwendigkeit einer Besserung der Verhältnisse hinzuarbeiten.« (Scherpe, Klaus R.: Dichterische Erkenntnis und ›Projektemacherei‹. Widersprüche im Werk von J.M.R. Lenz. In: Goethejahrbuch 94 (1977), S. 206–235; hier S. 211) Verstanden als »Exempel« (op. cit., S. 211) jener Schreibpraxis-Variante, die konzeptive Gesellschaftsideale mit Hilfe literarischer Modellkonstruktionen illustriert, bleibt der soziale Entwurf vom Landprediger dieser Deutung zufolge frei von Widersprüchen und Konflikten, was er mit einem Defizit an literarischer Qualität zu bezahlen habe. Demgegenüber wertet Preuß die Erzählung als »bedeutendstes nationalpädagogisches Werk« des Stürmers: In ihm werde »offen die Abschaffung von Despotie über eine politische Ökonomie in Regie der Bürger projektiert, wodurch für das geknechtete Volk die Möglichkeit und für den selbstherrlichen Monarchen die Notwendigkeit zu sittlichem Lebenswandel geschaffen erden sollte.« (Preuß, S. 96) Ohne Kenntnis der Preußschen Überlegungen, aber in direkter Wendung gegen Scherpe macht Müller schließlich mit Recht die zahlreichen »repressiven Züge der ländlichen Utopie« (Müller, Maria E.: Die Wunschwelt des Tantalus. Kritische Bemerkungen zu sozial-utopischen Entwürfen im Werk von J.M.R. Lenz. In: Literatur für Leser 1984 H. 3, S. 148–161; hier S. 155) geltend, die sie aus dem Wirtschaftsbereich in die Privatsphäre abgedrängt sieht und die etwa in sozialer Kontrolle, »durch Selbstdisziplin wie die Disziplinierung des Partners, besonders ›natürlich‹ der Frau durch den Mann« (op. cit., S. 154f.) zum Ausdruck kommen.Google Scholar
  3. 3.
    Mit Recht beschreibt Müller die Landprediger-Konzeption als Bemühung um »die Quadratur des Kreises« (Müller, S. 152).Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. hierzu Sauder, Gerhard: Empfindsamkeit. Bd. 1: Voraussetzungen und Elemente. Stuttgart 1974, S. 74Google Scholar
  5. 5.
    Lenz: Landprediger III, S. 573Google Scholar
  6. 6.
    op. cit., S. 573Google Scholar
  7. 7.
    op. cit., S. 574Google Scholar
  8. 8.
    Lenz: Landprediger I, S. 291Google Scholar
  9. 9.
    op. cit., S. 291 f.Google Scholar
  10. 10.
    Lenz: Landprediger II, S. 423f.Google Scholar
  11. 11.
    Lenz: Landprediger I, S. 289Google Scholar
  12. 12.
    op. cit., S. 292Google Scholar
  13. 13.
    op. cit., S. 301Google Scholar
  14. 14.
    Lenz: Landprediger III, S. 570Google Scholar
  15. 15.
    op. cit., S. 571Google Scholar
  16. 16.
    op. cit., S. 574Google Scholar
  17. 17.
    Müllers Skepsis gegenüber den »öffentlichen Anprangerungsmethoden« (Müller, S. 155) des Pfarrers scheinen berechtigt. Wie einige andere Motive zeugen auch sie vom mehr oder minder latenten Gewaltcharakter der Lenzschen Utopie.Google Scholar
  18. 18.
    Vgl. hierzu: Aner, Karl: Die Theologie der Lessingzeit. Halle 1929, S. 147; S. 252ff.; S. 276ff.)Google Scholar
  19. 19.
    Aner, S. 151Google Scholar
  20. 20.
    op. cit., S. 151Google Scholar
  21. 21.
    Spalding, Johann Joachim: lieber die Nutzbarkeit des Predigtamtes und deren Beförderung. 3. Aufl. Berlin 1791. (Lenzens enge Beziehung zu Spaldings Theologie erhellt u.a. ein Brief an Salzmann; vgl. Lenz: Briefe I, S. 38; andere Vorbilder für die Figur des Landpredigers diskutiert Preuß, S. 101–103)Google Scholar
  22. 22.
    Vgl. Aner, S. 79f.Google Scholar
  23. 23.
    Spalding: Nutzbarkeit, S. 77Google Scholar
  24. 24.
    op. cit., S. 272Google Scholar
  25. 25.
    op. cit., S. 286Google Scholar
  26. 26.
    op. cit., S. 34Google Scholar
  27. 27.
    op. cit., S. 38Google Scholar
  28. 28.
    Vgl. op. cit., S. 41Google Scholar
  29. 29.
    op. cit., S. 131Google Scholar
  30. 30.
    op. cit., S. 41Google Scholar
  31. 31.
    Lenz: Landprediger I, S. 291Google Scholar
  32. 32.
    op. cit., S. 291Google Scholar
  33. 33.
    op. cit., S. 291Google Scholar
  34. 34.
    op. cit., S. 291Google Scholar
  35. 35.
    op. cit., S. 293Google Scholar
  36. 36.
    op. cit., S. 293Google Scholar
  37. 37.
    op. cit., S. 294Google Scholar
  38. 38.
    op. cit., S. 300Google Scholar
  39. 39.
    Lenz: Landprediger III, S. 568Google Scholar
  40. 40.
    Lenz: Landprediger II, S. 426Google Scholar
  41. 41.
    Lenz: Landprediger I, S. 301Google Scholar
  42. 42.
    Vgl. Braunreuther, S. Kurt: Über die Bedeutung derphysiokratischen Bewegung in Deutschland in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Humboldt-Universität zu Berlin. Gesellschafts- und sprachwissenschaftliche Reihe 5 (1955/56) Nr. 1, S. 15–65; hier S. 23; vgl. auch Preuß, S. 98f.Google Scholar
  43. 43.
    Lenz: Landprediger I, S. 301Google Scholar
  44. 44.
    op. cit., S. 301Google Scholar
  45. 45.
    Daß die »Mannheimsche Wirtschaft«, wie Müller formuliert, »nicht der geringsten Friktion ausgesetzt« (Müller, S. 152) wird, scheint freilich doch übertrieben. Zumindest die literarischen Ambitionen des Predigers führen zu — allerdings vorübergehenden — Problemen.Google Scholar
  46. 46.
    Lenz: Landprediger I, S. 301; vgl. hierzu auch Scherpe, S. 214Google Scholar
  47. 47.
    Lenz: Landprediger II, S. 426Google Scholar
  48. 48.
    op. cit., S. 418 (Zur Verwendung des Krautmotivs in der 2. Jahrhunderthälfte vgl. Dedner, S. 47 f.)Google Scholar
  49. 49.
    Lenz: Landprediger II, S. 417Google Scholar
  50. 50.
    Lenz: Landprediger I, S. 305Google Scholar
  51. 51.
    op. cit., S. 300Google Scholar
  52. 52.
    Dedner, S. 162Google Scholar
  53. 53.
    Lenz: Landprediger II, S. 409Google Scholar
  54. 54.
    op. cit., S. 409Google Scholar
  55. 55.
    op. cit., S. 426Google Scholar
  56. 56.
    op. cit., S. 409Google Scholar
  57. 57.
    op. cit., S. 409Google Scholar
  58. 58.
    Lenz: Landprediger I, S. 301Google Scholar
  59. 59.
    Lenz: Landprediger II, S. 410Google Scholar
  60. 60.
    op. cit., S. 423Google Scholar
  61. 61.
    Dedner, S. 59Google Scholar
  62. 62.
    Eine dem Landprediger in mancher Hinsicht vergleichbare »Kompilation divergierender Idealvorstellungen und verschiedenartiger literarischer Formen und Motive« (Dedner, S. 85) beschreibt Dedner mit Blick auf die Romane der Sophie La Roche. (Zum topischen Milchkonsum vgl. Dedner, S. 47)Google Scholar
  63. 63.
    Lenz: Landprediger I, S. 295Google Scholar
  64. 64.
    op. cit., S. 297Google Scholar
  65. 65.
    op. cit., S. 297Google Scholar
  66. 66.
    op. cit., S. 298Google Scholar
  67. 67.
    op. cit., S. 299Google Scholar
  68. 68.
    Martens, Wolfgang: Die Botschaft der Tugend. Die Aufklärung im Spiegel der deutschen Moralischen Wochenschriften. Stuttgart 1968, S. 519Google Scholar
  69. 69.
    Lenz: Landprediger I, S. 296Google Scholar
  70. 70.
    op. cit., S. 296Google Scholar
  71. 71.
    op. cit., S. 296Google Scholar
  72. 72.
    op. cit., S. 297Google Scholar
  73. 73.
    op. cit., S. 299Google Scholar
  74. 74.
    op. cit., S. 297Google Scholar
  75. 75.
    op. cit., S. 298Google Scholar
  76. 76.
    op. cit., S. 302Google Scholar
  77. 77.
    op. cit., S. 302Google Scholar
  78. 78.
    op. cit., S. 302Google Scholar
  79. 79.
    op. cit., S. 303Google Scholar
  80. 80.
    op. cit., S. 305Google Scholar
  81. 81.
    op. cit., S. 304Google Scholar
  82. 82.
    op. cit., S. 304Google Scholar
  83. 83.
    op. cit., S. 303Google Scholar
  84. 84.
    op. cit., S. 304Google Scholar
  85. 85.
    op. cit., S. 304Google Scholar
  86. 86.
    op. cit., S. 305Google Scholar
  87. 87.
    op. cit., S. 305Google Scholar
  88. 88.
    Sauder, S. 129Google Scholar
  89. 89.
    op. cit., S. 129Google Scholar
  90. 90.
    Lenz: Landprediger I, S. 305Google Scholar
  91. 91.
    op. cit., S. 307Google Scholar
  92. 92.
    Mattenklott, Gert: Melancholie in der Dramatik des Sturm und Drang. Stuttgart 1968, S. 20Google Scholar
  93. 93.
    Lenz: Landprediger II, S. 427Google Scholar
  94. 94.
    op. cit., S. 427Google Scholar
  95. 95.
    op. cit., S. 428Google Scholar
  96. 96.
    op. cit., S. 428Google Scholar
  97. 97.
    Lenz: Landprediger I, S. 294Google Scholar
  98. 98.
    op. cit., S. 294Google Scholar
  99. 99.
    Lenz: Landprediger II, S. 412Google Scholar
  100. 100.
    op. cit., S. 411Google Scholar
  101. 101.
    Lenz: Landprediger I, S. 294Google Scholar
  102. 102.
    Lenz: Landprediger II, S. 411Google Scholar
  103. 103.
    op. cit., S. 412Google Scholar
  104. 104.
    op. cit., S. 411Google Scholar
  105. 105.
    op. cit., S. 412Google Scholar
  106. 106.
    op. cit., S. 413Google Scholar
  107. 107.
    op. cit., S. 413Google Scholar
  108. 108.
    op. cit., S. 414Google Scholar
  109. 109.
    op. cit., S. 415Google Scholar
  110. 110.
    op. cit., S. 415Google Scholar
  111. 111.
    op. cit., S. 411Google Scholar
  112. 112.
    op. cit., S. 416 (Vgl. hierzu auch Scherpe, S. 213)Google Scholar
  113. 113.
    Lenz: Landprediger II, S. 416f.Google Scholar
  114. 114.
    Sauder, S. 146Google Scholar
  115. 115.
    Jäger, Georg: Empfindsamkeit und Roman. Wortgeschichte, Theorie und Kritik im 18. und frühen 19. Jahrhundert. Stuttgart 1969, S. 53Google Scholar
  116. 116.
    Sauder, S. 224Google Scholar
  117. 117.
    Lenz: Landprediger II, S. 417Google Scholar
  118. 118.
    op. cit., S. 417Google Scholar
  119. 119.
    op. cit., S. 418Google Scholar
  120. 120.
    op. cit., S. 419Google Scholar
  121. 121.
    Sauder, S. 209Google Scholar
  122. 122.
    Lenz: Landprediger II, S. 419Google Scholar
  123. 123.
    op. cit., S. 419Google Scholar
  124. 124.
    op. cit., S. 419Google Scholar
  125. 125.
    op. cit., S. 419Google Scholar
  126. 126.
    op. cit., S. 421Google Scholar
  127. 127.
    Vgl. hierzu Mattenklott, S. 162Google Scholar
  128. 128.
    Lenz: Landprediger II, S. 422Google Scholar
  129. 129.
    op. cit., S. 422Google Scholar
  130. 130.
    Vgl. hierzu etwa Jünger, Wolfgang: Herr Ober, ein’ Kaffee! Illustrierte Kulturgeschichte des Kaffeehauses. München 1955, S. 161 ff.Google Scholar
  131. 131.
    Lenz: Landprediger II, S. 420Google Scholar
  132. 132.
    Wie Müller ausführt, reflektieren die Auseinandersetzungen der Eheleute um Tabak- und Kaffeegenuß die ›repressiven‹ Tendenzen der Erzählung in geschlechtsspezifischer Pointierung. (Vgl. Müller, S. 153)Google Scholar
  133. 133.
    Lenz: Landprediger II, S. 420Google Scholar
  134. 134.
    op. cit., S. 422Google Scholar
  135. 135.
    op. cit., S. 422Google Scholar
  136. 136.
    op. cit., S. 422Google Scholar
  137. 137.
    Vgl. Sauder, S. 105Google Scholar
  138. 138.
    Lenz: Landprediger II, S. 423Google Scholar
  139. 139.
    op. cit., S. 424f. (Vgl. hierzu auch Schöne, Albrecht: Wiederholung der exemplarischen Begebenheit. Jakob Michael Reinhold Lenz. In: Ders.: Säkularisation als sprachbildende Kraft. Studien zur Dichtung deutscher Pfarrersöhne. 2. Aufl. Göttingen 1968, S. 92–138; hier S. 14) Lenz spielt offensichtlich auf pastorale Publikationen wie die äußerst erfolgreichen Martin C. Crugots (Der Christ in der Einsamkeit) und Karl Friedrich Bahrdts (Der wahre Christ in der Einsamkeit) an. Während des ersteren Schrift zwölf Betrachtungen im Stil eines Erbauungsbuches unter dem Zeichen eines maßvollen Rationalismus versammelte, insistiert letzterer (der später wegen seiner rationalistischen Radikalität so berüchtigt wurde) in seiner polemischen Gegenschrift noch auf dem orthodoxen Standpunkt. (Vgl. hierzu Manchot, C.: Martin Crugot. In: ADA Bd. 4. Leipzig 1876, S. 626f.; Frank, G.: Karl Friedrich Bahrdt. In: ADB Bd. 1. Leipzig 1875, S. 772)Google Scholar
  140. 140.
    Lenz: Landprediger II, S. 425; vgl. hierzu auch Osborne, S. 78f.Google Scholar
  141. 141.
    Lenz: Landprediger II, S. 425Google Scholar
  142. 142.
    op. cit., S. 429Google Scholar
  143. 143.
    op. cit., S. 429Google Scholar
  144. 144.
    op. cit., S. 429Google Scholar
  145. 145.
    op. cit., S. 429Google Scholar
  146. 146.
    op. cit., S. 429Google Scholar
  147. 147.
    op. cit., S. 429Google Scholar
  148. 148.
    op. cit., S. 430Google Scholar
  149. 149.
    op. cit., S. 430Google Scholar
  150. 150.
    op. cit., S. 430Google Scholar
  151. 151.
    op. cit., S. 430Google Scholar
  152. 152.
    op. cit., S. 430Google Scholar
  153. 153.
    op. cit., S. 430f.Google Scholar
  154. 154.
    Hirschfeld, C.C.L.: Theorie der Gartenkunst. Bd. 1. Leipzig 1779, S. 214Google Scholar
  155. 155.
    op. cit., S. 214Google Scholar
  156. 156.
    Lenz: Landprediger II, S. 431Google Scholar
  157. 157.
    op. cit., S. 430Google Scholar
  158. 158.
    op. cit., S. 431Google Scholar
  159. 159.
    op. cit., S. 431Google Scholar
  160. 160.
    op. cit., S. 431Google Scholar
  161. 161.
    op. cit., S. 432Google Scholar
  162. 162.
    op. cit., S. 432 (Preuß zufolge offenbart auch das »Bild des Abgrundes« ähnlich wie die von ihm als ›Versöhnungsfest‹ bezeichnete Gedenkfeier des Johannes Sekundus, »daß Lenz sich über das Unerledigte, das Harren der Natur (…) auf vollständige Erlösung zu einem neuen Paradies nicht gänzlich hinwegtäuschen konnte.« (Preuß, S. 104)Google Scholar
  163. 163.
    Lenz: Landprediger II, S. 432Google Scholar
  164. 164.
    op. cit., S. 431Google Scholar
  165. 165.
    op. cit., S. 432. Welche Gefahr ›romanhafte Ideen‹ für den bürgerlichen Alltag bedeuten, läßt sich zuvor bereits am »schläfrigen Gang« (op. cit., S. 426) der Mannheimschen Geschäfte ablesen.Google Scholar
  166. 166.
    op. cit., S. 425Google Scholar
  167. 167.
    op. cit., S. 426Google Scholar
  168. 168.
    op. cit., S. 428f.Google Scholar
  169. 169.
    op. cit., S. 432Google Scholar
  170. 170.
    op. cit., S. 432Google Scholar
  171. 171.
    Rumpf, Walter: Das literarische Publikum und sein Geschmack in den Jahren 1760–1770. Phil. Diss. Frankfurt 1924, S. 124Google Scholar
  172. 172.
    Lenz: Landprediger II, S. 433Google Scholar
  173. 173.
    Sauder, S. 129Google Scholar
  174. 174.
    Lenz: Landprediger II, S. 433Google Scholar
  175. 175.
    op. cit., S. 434Google Scholar
  176. 176.
    op. cit., S. 433 (Auf ihre Weise bezeugt also auch die Erziehung des kleinen Johannes den von Müller generell konstatierten Repressionscharakter der Utopie. Zu ähnlichen Ergebnissen gelangt Preuß, S. 100f.; vgl. dagegen Osborne, S. 76)Google Scholar
  177. 177.
    Lenz: Landprediger II, S. 434Google Scholar
  178. 178.
    op. cit., S. 434Google Scholar
  179. 179.
    Die Problematik der Ära Johannes Sekundus kommt Klaus Hammer nicht in den Blick. Offenbar in der Absicht, die Erzählung als literarisches Dokument eines widerspruchsfreien Fortschrittsdenkens zu retten, interpretiert der DDR-Germanist die Karriere des Sohnes durchaus zustimmend: Seinem Verständnis gemäß »soll der junge Mannheim in ländlicher Abgeschiedenheit zu einer charakterstarken, sittlichen Persönlichkeit erzogen werden, die sich später im Staatsdienst von den Lastern der feudalen Gesellschaft freizuhalten und so den Grund zu einer vernünftigen gesellschaftlichen Ordnung zu legen vermag.« (Hammer, Klaus: Nachwort. In: Ders. (Hg.): Jakob Michael Reinhold Lenz. Erzählungen. Leipzig 1966, S. 126)Google Scholar
  180. 180.
    Lenz: Landprediger II, S. 435Google Scholar
  181. 181.
    op. cit., S. 435Google Scholar
  182. 182.
    Vgl. hierzu Beller, Manfred: Philemon und Baucis in der europäischen Literatur. Stoffgeschichte und Analyse. Heidelberg 1967Google Scholar
  183. 183.
    Lenz: Landprediger II, S. 435Google Scholar
  184. 184.
    op. cit., S. 436Google Scholar
  185. 185.
    op. cit., S. 436Google Scholar
  186. 186.
    op. cit., S. 436Google Scholar
  187. 187.
    op. cit., S. 437Google Scholar
  188. 188.
    op. cit., S. 438Google Scholar
  189. 189.
    op. cit., S. 438Google Scholar
  190. 190.
    op. cit., S. 436Google Scholar
  191. 191.
    op. cit., S. 436 (Osbornes globaler Hinweis auf den geistesgeschichtlichen Prozeß der Säkularisation (Osborne, S. 80f.) ist zwar richtig, trägt zur Deutung der Schlußpassage konkret freilich nur wenig bei. Zu reflektieren bleibt doch gerade das spezifische Verhältnis von ›Aufklärung‹ und christlicher Vorstellungswelt.)Google Scholar
  192. 192.
    Lenz: Landprediger II, S. 437Google Scholar
  193. 193.
    op. cit., S. 437Google Scholar
  194. 194.
    op. cit., S. 436Google Scholar
  195. 195.
    op. cit., S. 438Google Scholar
  196. 196.
    op. cit., S. 438Google Scholar
  197. 197.
    op. cit., S. 436Google Scholar
  198. 198.
    op. cit., S. 436Google Scholar
  199. 199.
    op. cit., S. 437Google Scholar
  200. 200.
    op. cit., S. 438Google Scholar
  201. 201.
    op. cit., S. 437Google Scholar
  202. 202.
    op. cit., S. 437Google Scholar
  203. 203.
    op. cit., S. 437f.Google Scholar
  204. 204.
    Rohr, Julius Bernhard von: Einleitung zur Ceremoniel-Wissenschafft der großen Herren (…).2. Aufl. Berlin 1733Google Scholar
  205. 205.
    Vgl. op. cit., S. 792Google Scholar
  206. 206.
    Rohr: Einleitung, S. 829Google Scholar
  207. 207.
    op. cit., S. 848Google Scholar
  208. 208.
    Lenz: Landprediger II, S. 437Google Scholar
  209. 209.
    Rohr: Einleitung, S. 846Google Scholar
  210. 210.
    Lenz: Landprediger II, S. 437Google Scholar
  211. 211.
    Rohr: Einleitung, S. 878Google Scholar
  212. 212.
    op. cit., S. 877Google Scholar
  213. 213.
    Lenz: Landprediger II, S. 438Google Scholar
  214. 214.
    op. cit., S. 438Google Scholar
  215. 215.
    Rohr: Einleitung, S. 790Google Scholar
  216. 216.
    Lenz: Landprediger II, S. 438Google Scholar
  217. 217.
    In Hammers Umdeutung des Schäferfestes zur egalitären Gesellschaftsutopie (Hammer, S. 126) erreicht die Fragwürdigkeit seines interpretatorischen Verfahrens ihren Höhepunkt. Die Chance, durch ernsthafte Auseinandersetzung gerade auch mit ihren Brüchen und Widersprüchen der Geschichte auf die Spur zu kommen, wird durch den gutwilligen Nachweis relativer ›Fortschrittlichkeit‹ verspielt. Meine bereits 1976 im Rahmen einer Staatsexamensarbeit formulierte Deutung des Festes findet dagegen neuerdings Bestätigung und überzeugende Ergänzung durch die Überlegungen Maria E. Müllers, die mit Recht auf die Bedeutung des Gewaltpotentials in der Lenzschen Utopie aufmerksam macht und den Jungfrauentanz dabei nicht nur »als Schlüsselszene für die psychosexuelle Problematik in Lenz’ Werk« versteht, sondern auch als repräsentatives Beispiel für die Versuche des Stürmers, »Wunschbilder zu entwerfen. Überall, wo« Lenz sich um positive Gegenbilder bemühe, setze sich, so Müller, »gegen seinen Willen, nach den Einsichten der Autoren der Dialektik der Aufklärung jedoch unvermeidlich, die Gewalttätigkeit der gesellschaftlichen Realität fort.« (Müller, S. 149) Ein Moment von Wahrheit erkennt Preuß dem »Versöhnungsfest unter Waffen« (Preuß, S. 100) zu: Es bezeuge, »daß Lenz (…) sich über den Stand der Dinge ganz nicht zu blenden vermochte (…).« (op. cit., S. 100) Osbornes rein technisch-funktionale Begründung des Festes überzeugt kaum. (Osborne, S. 81)Google Scholar
  218. 218.
    Lenz: Landprediger II, S. 428Google Scholar
  219. 219.
    Mattenklott, S. 147Google Scholar
  220. 220.
    Lenz: Landprediger II, S. 435Google Scholar
  221. 221.
    Mattenklott, S. 147Google Scholar
  222. 222.
    Laut Rosanow ergeht Lenz »sich in Phantasien, die den krankhaften Zustand seiner Seele offenbaren.« (Rosanow, S. 376)Google Scholar
  223. 223.
    Lenz: Landprediger II, S. 438Google Scholar
  224. 224.
    Sinnreich, S. 145Google Scholar
  225. 225.
    Lenz: Landprediger II, S. 439Google Scholar
  226. 226.
    Borchmeyer, S. 131Google Scholar
  227. 227.
    Vgl. Benjamin, Walter: Denkbilder. In: Ders.: Illuminationen. Ausgewählte Schriften. Frankfurt 1969, S. 329–333; hier S. 332Google Scholar
  228. 228.
    Krüger, Renate: Das Zeitalter der Empfindsamkeit. Kunst und Kultur des späten 18. Jahrhunderts in Deutschland. Leipzig o.J., S. 131Google Scholar
  229. 229.
    Die Attraktivität, die der im Landprediger entfaltete Lebensentwurf für Lenz besaß, reflektiert zwar eine bei der bürgerlichen Intelligenz seiner Zeit allgemein festzustellende »Wertschätzung des Landlebens im Gefolge physiokratischer, agronomischer und rousseauistischer Ideen« (Dedner, S. 25), doch muß bei dem reformfreudigen Dichter gegenüber allgemeiner, gar modischer Interessiertheit wohl eine ernsthaftere Auseinandersetzung mit agronomischen Problemen angenommen werden. So beabsichtigt er augenscheinlich, den Schweizer Musterbauern ›Kleinjogg‹, der durch Hirzeis bereits stark poetisierte Darstellung zum Symbol der europäischen Physiokratie avanciert war, literarisch zu verwerten. (Vgl. Lenz: Briefe II, S. 65) Während seines Aufenthaltes in Weimar läßt er sich von seinem Straßburger Freund Roederer zudem Neuigkeiten über die »ökonomischen Projekte« (Lenz: Briefe I, S. 254) des französischen Ministers und Physiokraten Turgot berichten, der kurz zuvor demissioniert war. Bereits in einem früheren Brief hatte er sich augenscheinlich präzise Informationen über die »Bauren auf dem Land« (op. cit., S. 255) erbeten. Schließlich lassen die (mangelnde Sachkenntnis verratenden) Fragen Roederers zum »Schlettweinische(n) Ursystem« (op. cit., S. 254) nur den Schluß zu, daß Lenz seinerseits die Schriften dieses bekanntesten deutschen Physiokraten in einem vorangehenden Brief bereits erwähnt hatte. Darüber hinaus endlich garantiert ihm der Kontakt zu seinem Freund Schlosser, der ebenfalls zu den Physiokraten zählt, wohl eine intensive Kenntnisnahme ihrer Theorie und Praxis. Doch im Haus des Goetheschen Schwagers sieht sich Lenz nach dem Scheitern seiner auf Weimar gesetzten Hoffnungen mit einer Enttäuschung auch in dieser Hinsicht konfrontiert: Johann Georg Schlosser stand seit 1773 in den Diensten des adligen Reformers Carl Friedrich von Baden. Während seiner Amtszeit im Oberamt Hochberg wurden in dem zum Amte gehörigen Dörfern Bahlingen und Thenningen unter der Oberaufsicht Schlettweins umfassende physiokratische Versuche unternommen. Und gerade der Freund des Stürmers sollte es sein, der sich am 16. März 1776 gezwungen sah, seiner Regierung das Mißlingen des Experimentes anzuzeigen — woraufhin die Versuche eingestellt wurden. Als Schlossers Gast konnte Lenz diesen Sachverhalt im Winter 1776/77, während der Abfassung seiner Erzählung, kaum mehr ignorieren: Der vordergründige Optimismus des Landpredigers, dessen Held ja mit Recht wohl als literarisches alter ego seines Gastgebers angesprochen werden darf, übergeht das Scheitern gesellschaftspolitischer Hoffnungen zwar wortlos, doch in der Melancholie des Gebildes wird ihm offenbar Rechnung getragen. (Zur Physiokratie in Deutschland vgl. Braunreuthers ausführliche Darstellung; kurz auch Preuß, S. 98f.)Google Scholar
  230. 230.
    Lenz: Landprediger I, S. 291Google Scholar
  231. 231.
    op. cit., S. 290f.Google Scholar
  232. 232.
    op. cit., S. 299Google Scholar
  233. 233.
    Lenz: Landprediger II, S. 434Google Scholar
  234. 234.
    Lenz: Landprediger I, S. 292Google Scholar
  235. 235.
    op. cit., S. 305Google Scholar
  236. 236.
    Lenz: Landprediger II, S. 418Google Scholar
  237. 237.
    Jäger, S. 115Google Scholar
  238. 238.
    Schönert, Jörg: Roman und Satire im 18. Jahrhundert. Ein Beitrag zur Poetik. Stuttgart 1969, S. 113Google Scholar
  239. 239.
    Ähnliche Tendenzen finden sich z.B. in Mercks Erzählungen.Google Scholar
  240. 240.
    Lenz: Landprediger III, S. 569Google Scholar
  241. 241.
    op. cit., S. 572Google Scholar
  242. 242.
    op. cit., S. 572Google Scholar
  243. 243.
    op. cit., S. 572Google Scholar
  244. 244.
    Lenz: Landprediger II, S. 418Google Scholar
  245. 245.
    op. cit., S. 420Google Scholar
  246. 246.
    Vgl. Titel, S. 94f.Google Scholar
  247. 247.
    Lenz: Landprediger I, S. 305Google Scholar
  248. 248.
    op. cit., S. 305 f.Google Scholar
  249. 249.
    Vgl. Lenz: Landprediger I, S. 299Google Scholar
  250. 250.
    Vgl. Lenz: Landprediger I, S. 300; Lenz: Landprediger II, S. 411; zum Traktatcharakter der Erzählung vgl. auch Scherpe, S. 213Google Scholar
  251. 251.
    Vgl. Lenz: Landprediger II, S. 299f.Google Scholar
  252. 252.
    Vgl. Lenz: Landprediger II, S. 433Google Scholar
  253. 253.
    Lenz: Landprediger III, S. 574Google Scholar
  254. 254.
    Die strukturelle Komplexität der Lenzschen Erzählung haben bislang nahezu alle Interpreten zugunsten ihrer vordergründigen Einsinnigkeit vernachlässigt. (Vgl. etwa Scherpe, S. 211 ff.)Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1990

Authors and Affiliations

  • Hartmut Dedert

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