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Die hessischen Staaten

  • Ernst Weber
Chapter

Zusammenfassung

Der größere Teil der hessischen Befreiungskriegslyrik erschien entweder als Einzeldruck oder in ein bis vier Blatt starken Sammlungen.1 Was an Autorenlyrik herauskam, ist eher bescheiden.2 Eine umfangreichere Anthologie, ähnlich den Kriegs-Gesängen für freie Deutsche, Altenburg 1813, den Ergießungen deutschen Gefühles, Heidelberg 1814, oder dem Liederbuch der Hanseatischen Legion gewidmet, Hamburg 1813, fehlt in Kurhessen ganz.3 Dies gilt mit einer Ausnahme auch für die anderen hessischen Staaten. Nur in Darmstadt wurde mit Lieder-Strauß für deutsche Krieger eine Sammlung veröffentlicht, die in Umfang und Programm mit den preußischen konkurrieren konnte.4 Auch der Umfang an unselbständig publizierter Lyrik ist eher klein. Von allen in Kurhessen und Hessen-Darmstadt erschienenen Zeitungen und Wochenblättern enthalten nur die Marburger Anzeigen Lieder und Gedichte.5

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Notizen

  1. 1.
    Z.B. Kurhessen: Aufruf an die tapfern Hessen. Im November 1813;Google Scholar
  2. A Monsieur Pfeiffer, Sécretaire des Commandemens, Chevalier de l’Ordre de la Couronne westphalienne. Von mehreren Casselschen Bürgern. — Hessen-Darmstadt: J. Tilmann: Jägerlied mit Klavierbegleitung. Arnsberg 1814;Google Scholar
  3. U —: Kriegsgesang der Hessen. — Hessen-Waldeck: J. Fr. Markwordt: Gesang dem Fürsten Blücher zu Ehren. Pyrmont, Uslar 1814;Google Scholar
  4. ders.: Trostlied für deutsche Männer. Pyrmont, Uslar 1814. — Sechs deutsche Kriegslieder für eine und mehrere Stimmen, allen braven deutschen Kriegern gewidmet von Alb. Methfessel. Offenbach 1813.Google Scholar
  5. 2.
    [W. Beck]: Die Erscheinung auf dem Frauenberge. Marburg 1813;Google Scholar
  6. Ph. Engelhardt: Gedichte beim Einzug der Hessischen […] Landesherrschaften. Kassel 1813;Google Scholar
  7. H. Chr. Flick: Lied für die teutsche Landwehr. 1814;Google Scholar
  8. ders.: Das Lied der Teutschen. 21814;Google Scholar
  9. K. W. Justi: Teutonias Nacht und neuer Morgen. Marburg 1813;Google Scholar
  10. F. W. Kahrel: Gedicht auf die Wiederkunft Wilhelm I von Hessen. 1813;Google Scholar
  11. B. v. Schallern: Das Lied von der Schlacht bei Hanau. Hanau 1814;Google Scholar
  12. [W. Usener]: An Germania. Marburg 1813;Google Scholar
  13. V. Weber [P. Wigand]: Kriegslieder der Deutschen. Marburg 1813;Google Scholar
  14. K. Chr. G. Wiß: Beschreibung der Festlichkeiten bey der Rückkehr des Kurfürsten […]. Schmalkalden 1814.Google Scholar
  15. 4.
    Lieder-Strauß für deutsche Krieger. Den freiwilligen Hessischen Jägern zugeeignet. Darmstadt: Heyer und Leske 1814, 54 S. Im Nassauischen Wiesbaden erschien 1813 Einige Lieder für freie Deutsche. Der Umfang dieser Sammlung ist nicht feststellbar, da sie in deutschen Bibliotheken nicht mehr nachgewiesen werden kann.Google Scholar
  16. 9.
    Vgl. F. G. L. Strippelmann: Beiträge zur Geschichte Hessen-Cassels 1791–1814. 1877. H. 1, S. 195 ff, zur Neutralitätspolitik bes. S. 17–174, S.224 ff.Google Scholar
  17. 11.
    Zur Einführung des Code Napoléon siehe E. Fehrenbach: Traditionale Gesellschaft und revolutionäres Recht. 1974, S. 79 ff;Google Scholar
  18. 12.
    Vgl. Fr. Thimme: Zu den Erhebungsplänen der Preußen im Sommer 1808. In HZ 86, 1901, und A. Lionnet: Die Erhebungspläne preußischer Patrioten Ende 1806 und Frühjahr 1807. 1914 (Historische Studien 120). Zu den Aufständen H. Heitzer: Insurrektionen zwischen Weser und Elbe. 1959;Google Scholar
  19. K. Lynker: Geschichte der Insurrectionen wider das westfälische Gouvernement. 21860;Google Scholar
  20. W. Varges: Der Marburger Aufstand des Jahres 1809. In: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. 27, 1892, S. 350–408;Google Scholar
  21. 14.
    A. Woringer: Der Dornberger Aufstand 1809. In: Mitteilungen an die Mitglieder des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. Kassel 1909/10, S. 7–39, hier S. 9 f;Google Scholar
  22. siehe auch W. v. Dörnberg: Dörnberg und der Aufstand in Hessen. Aus dem Nachlasse des Generallieutenants von Dörnberg. In: Fr. Bülau (Hg.): Geheime Geschichten und räthselhafte Menschen. 5, 1854, S. 409–420;Google Scholar
  23. dazu W. v. Dörnberg: Relation der in Westphalen vorgefallenen Ereigniße. In: HZ 84, 1900, S. 58–266.Google Scholar
  24. 19.
    Vgl. Baersch (ein Mitkämpfer Schills): “In […] Westfalen wurde der Druck der Fremdherrschaft besonders tief gefühlt […] allenthalben bildeten sich Vereine, deren Ziel die Befreiung des Vaterlandes war.” Georg Baersch: F. v. Schills Zug und Tod im Jahr 1809. Zur Erinnerung an den Helden und Kampfgenossen. Berlin 1860, S. 31;Google Scholar
  25. 21.
    “Den Geist der Insurrektion muß man unterdessen im Königreich Westfalen nähren und unterhalten, und, sowie man losbricht, durch zweckmäßige Proklamationen, die die Absicht des Krieges darstellen, nämlich die Befreiung von Deutschland vom französischen Joch, die Nation zur Bekämpfung des allgemeinen Feindes auffordern”. Denkschrift Steins vom 18.9.1808. In: W. Hubatsch/E. Botzenhart (Hg.): Freiherr vom Stein. Briefe und amtliche Schriften. Bd. 2,2, 1960, S. 862;Google Scholar
  26. 24.
    Zu Martins politischer Rolle: E. Müsebeck: Siegmund Peter Martin und Hans Rudolph von Plehwe. Zwei Vertreter des deutschen Einheitsgedankens von 1806–1820. In: W. Haupt (Hg.): Quellen und Darstellungen zur Geschichte der Burschenschaft und der deutschen Einheitsbewegung. Bd. 2, 1911, S. 75–194;Google Scholar
  27. Heitzer: Siegmund Peter Martin und die Vorläufer der politischen Parteibildung des deutschen Bürgertums. In: Das Jahr 1813. Studien zur Geschichte des Befreiungskrieges. 1963, S. 69–86;Google Scholar
  28. Martin: Zur Ehrenrettung Siegmund Peter Martins. Ein Beitrag zur Geschichte des Dörnberg’schen Aufstandes (1809). In: Zs. des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. 28, 1893, S. 455–517.Google Scholar
  29. Träger eines auf Demokratisierung zielenden Kampfes gewesen, der am Widerstand und Verrat der Bürger und Offiziere gescheitert sei. Ließe sich diese These belegen, wäre die hessische Befreiungskriegslyrik anders zu beurteilen. Ihr Freiheitsbegriff würde dann nicht nur die Befreiung vom französischen, sondern auch die vom feudalen Joch beinhalten. Und die Panegyrik auf Wilhelm I. müßte verstanden werden als Ausdruck einer spezifisch bürgerlichen Reaktion auf die demokratischen Ansprüche des zu sich selbst gekommenen vierten Standes. Die Motive, die Heitzer unterstellt, sind ein Konstrukt seines marxistischen Geschichtsbildes. Nach diesem ist der vierte Stand Träger der progressiven geschichtlichen Entwicklung. Da diese zum deutschen Nationalstaat und zur Beseitigung des Feudalismus strebt, schließt Heitzer, daß die Insurrektionen national und antifeudalistisch waren. Dem widerspricht nicht nur die Erziehung des ‘einfachen’ Mannes im Absolutismus zu unbedingtem Gehorsam gegenüber der gottgesetzten Obrigkeit, die ein selbstbestimmtes Handeln gar nicht zuließ, sondern auch, daß es keinerlei Anzeichen gibt für ein Klassenbewußtsein im vierten Stand. Arndt unternahm in seinem Katechismus große Anstrengungen, um den Treuebruch des Soldaten gegenüber seinem Fürsten als unter bestimmten Umständen legitim erscheinen zu lassen. Damit stieß er schon in seinem Stand auf Ablehnung. Vgl. auch das Urteil von S. P. Martin über den Geist der Bevölkerung in: S. P. Martin: Historische Nachrichten über die hessische Insurrektion. In: Sammlung von Anekdoten und Charakterzügen aus den Kriegen in Süd- und Norddeutschland in den Jahren 1805–07. Heft 19, 1809, S. 229–252, bes. S. 247.Google Scholar
  30. 37.
    Zum literarischen Leben in Kurhessen vor den Befreiungskriegen: W. Schoof: Die deutsche Dichtung in Hessen. Studien zu einer hessischen Literaturgeschichte. 1901, S. 52–82;Google Scholar
  31. vgl. auch H. Altmüller: Deutsche Dichtung in Kassel. In: Hessenland 1897, S. 194 ff.Google Scholar
  32. W. Schoof: Beziehungen Marburgs zur Literaturgeschichte. In: Hessenland 1898, S. 286 ff.Google Scholar
  33. 40.
    W. J. C. G. Casparson: Gedichte. Ein Beytrag zur Geschichte des deutschen Geschmacks. Kassel 1797, S. 87–90.Google Scholar
  34. 42.
    Erscheinungen im Haine Thuisko’s. Mit einem Nachtrage von J. G. Seume. Herausgegeben von K. W. Justi und W. Beck. Marburg: akademische Buchhandlung, 1814. Becks Gedicht Die Erscheinung, Justis Teutonia’s Nacht und neuer Morgen, Useners An Germanien und Wagners An die Neufranken waren schon 1813 als Einzeldrucke erschienen.Google Scholar
  35. 44.
    Siehe O. Planer/C. Reißmann: J. G. Seume. Geschichte seines Lebens und seiner Schriften. 1898, S. 630 ff. Dort auch zur Verbindung mit Münchhausen. Vgl. auch W. Schoof: Seumes Beziehungen zu Hessen. In: Hessenland 1899, S. 54 ff.Google Scholar
  36. 47.
    Erscheinungen, S. 33–36: Ein Gesicht. Am 4ten April 1813.Google Scholar
  37. 89.
    Die Schrift erschien ebenfalls im Dezember 1813. Siehe K. H. Schäfer/J. Schawe: Ernst Moritz Arndt. Ein bibliographisches Handbuch. 1769–1969. 1971, Nr. 424.Google Scholar
  38. 91.
    So der Titel eines in Hanau am 29. November 1813 erschienenen Gedichts: Empfindungen am unbeschreiblich frohen Einzugstage Seiner Kurfürstlichen Durchlaucht Herrn Wilhelms des Ersten, Kurfürsten von Hessen. Ausgesprochen von einem Chor teutscher Jungfrauen. Vgl. auch: Empfindungen bey dem Einzuge unseres geliebten Fürsten Wilhelm I in Seine Residenz Cassel. 1813. Die Stimmung schlug aber bald um, und die Unzufriedenheit mit dem Kurfürsten wuchs, siehe Müller: Zeit, S. 267 ff.Google Scholar
  39. Am Tage des feyerlichen Einzugs Seiner Kurfürstlichen Durchlaucht, Wilhelms des Ersten von Hessen. Vgl. auch Ph. Engelhardt, geb. Gatterer: Gedichte beim Einzuge der Hessischen hohen Landes-Herrschaften verfertiget. Zum Besten der unglücklichen Stadt Vach. Kassel: Aubel 1813.Google Scholar
  40. 99.
    Fr. Wilh. Kahrel: Gedicht auf die freudige Wiederkunft des Kur-Fürsten Wilhelm I. in Hessen. 1813.Google Scholar
  41. 106.
    “Hessens Thron und alten Ruhm”, “Haus und Herd”, “Weib und Kind und Eigenthum”: Kriegslied (Anm. 103). U—: Kriegsgesang der Hessen. 1814;Google Scholar
  42. 120.
    Bei Körner erschienen 1814 folgende Schriften von Arndt: im Februar Lob deutscher Helden und im April Teutsche Wehrlieder. Im März druckte Körner mit kleinen Varianten eine neue Auflage des Katechismus für den deutschen Kriegs- und Wehrmann. Gleichzeitig erschienen auch die Kriegs-Lieder der Teutschen, ein Separatdruck der beiden Liedanhänge des Katechismus. Eichenberg brachte die vielleicht wirksamste Schrift Arndts heraus, Ein Wort über die Feier der Leipziger Schlacht. Zacharias Werner ließ 1813 in Frankfurt sein Kriegslied für die zum heiligen Kriege verbündeten deutschen Heere drucken, J. von Sinclair, ein Freund Hölderlins, seine Kriegslieder, 1813, und Varnhagen seine Vermischten Gedichte, 1816, welche die während des Krieges verfaßten Gedichte unverändert wiedergaben. Körner brachte 1814/15 auch drei Sammlungen von Volksliedern zur Jahresfeier der großen Errettungsschlacht heraus, die große Popularität gewannen: Volkslieder zur Jahresfeier der großen Errettungsschlacht am 18. October 1813 bei Leipzig. Frankfurt/M. [1814];Google Scholar
  43. J. F. Adrian/C. C. Erlinger [im Text Etlinger]: Kriegs- und Schlachtgesang der Frankfurter Freiwilligen. Frankfurt im Februar 1814;Google Scholar
  44. Helmine von Chezy, geb. von Klenck: Blumen in die Lorbeern von Deutschlands Rettern gewunden. Zur Erinnerung des Deklamatoriums. Am 29. November 1813 in Frankfurt am Main. Von den Zeitungen und Wochenblättern enthalten nur das Neue Bürgerblatt und das Fuldaische Intelligenz-Blatt Gedichte. Die Frankfurter Ober-Postamts-Zeitung lag mir bei Abschluß des Manuskripts noch nicht vor.Google Scholar
  45. W.-A. Kropat: Das Herzogtum Nassau zwischen Rheinbund und Revolution. 1806–1866. In: Schultz: Geschichte, S. 171–181;Google Scholar
  46. W.-H. Struck: Das Streben nach bürgerlicher Freiheit und nationaler Einheit in der Sicht des Herzogtums Nassau. In: Nassauische Annalen 77, 1966, S. 142 ff.Google Scholar
  47. 125.
    Lieder-Strauß und Ergießungen haben zehn Gedichte gemeinsam. Sieht man von dem Anhang mit drei Liedern für die großherzoglichen Jäger ab, sind 41 % der Texte in Lieder-Strauß mit denen in den Ergießungen identisch. Daß einem der beiden Herausgeber die Sammlung des andern vorgelegen hat, ist eher unwahrscheinlich, da sie fast gleichzeitig herausgekommen sind. Die Großherzoglich Hessische Zeitung kündigt am 8.3.1814 und die Badische Staats-Zeitung am 16.3.1814 das Erscheinen von Lieder-Strauß an, letztere am 23.3.1814 das der Ergießungen. Beide Herausgeber bedienen sich der gleichen Quellen: Arndt: Lieder für Teutsche. 1813;Google Scholar
  48. Blumenhagen: Deutsche Harfentöne. 1813;Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1991

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  • Ernst Weber

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