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Sozial- und geistesgeschichtliche Voraussetzungen

  • Ernst Weber
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Zusammenfassung

Die Forschung hat bislang kaum nach den sozial- und geistesgeschichtlichen Bedingungen gefragt, unter denen eine Lyrik entstand, die mit den traditionellen Regeln literarischer Produktion, Distribution und Rezeption brach. Für gewöhnlich beschränkte man sich auf die Erwähnung bedeutsamer politischer und militärischer Ereignisse. Diese können zwar die Thematik vieler Lieder und Gedichte verständlich machen, doch erklären sie nicht, warum eine Gattung des besonderen Kunstverstandes vorübergehend zu einem gesellschaftspolitisch wichtigen Medium kollektiver Meinungsund Willensbildung wurde. Für die nationalistische Literaturgeschichtsschreibung stellte sich dieses Problem erst gar nicht. Stahl und Richter1 verstanden die Gedichte als Ausdrucksform eines schon immer vorhandenen Nationalgefühls. Nach 1945 änderte sich daran grundsätzlich kaum etwas. Wie schon zuvor in den zahlreichen Monographien zu Arndt, Körner, Schenkendorf und Rückert2 verdrängte auch bei Adam die Frage nach den individuellen Motiven das Interesse an den transpersonalen Bedingungen des publizistischen Handelns.3 Allein das ‘Kollektiv für Literaturgeschichte’ ging ausführlicher der geschichtlichen und gesellschaftlichen Bedingtheit der Befreiungskriegslyrik nach. Jedoch wird letztlich der Krieg für “das Entstehen einer offen politischen Literatur von großem Umfang, starker Energie und breiter Massenwirksamkeit” verantwortlich gemacht.4 Auch verstellt das Klassenkampfmodell, das mit der Fiktion einer mündigen, zu sich selbst als Klasse gekommenen Unterschicht arbeitet,5 den Zugang zu den historischen Verhältnissen.

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Notizen

  1. 2.
    Als Beispiel sei die Untersuchung von H.W. Church: Fr. Rückert als Lyriker der Befreiungskriege, 1916,Google Scholar
  2. W. Schmitz (Hg.): Friedrich Rückert. Gedichte. 1988.Google Scholar
  3. 3.
    G. Adam: Die vaterländische Lyrik zur Zeit der Befreiungskriege. 1962. Auf drei Seiten geht Adam nur Überblickshaft und ohne Konsequenzen für seine Interpretationen auf wichtige Faktoren der geistesgeschichtlichen und gesellschaftspolitischen Entwicklung ein, auf die Ausformung eines nationalen Denkens unter den Gebildeten um 1800, das individuelle Freiheit erst durch die nationale gewährleistet sah, auf die Steinschen Reformen als den Versuch, den einzelnen zur politischen Mitverantwortung zu erziehen, und auf die Entstehung einer öffentlichen Meinung als Möglichkeit, politisch Einfluß zu nehmen.Google Scholar
  4. die Massen, heißt es, stünden in einem latenten Konflikt mit den bürgerlichen Verfechtern einer “sozialen und nationalen Erneuerung auf dem Weg einer Revolution von oben.” Vgl. auch die Aufsätze in: Fr. Straube (Hg.): Das Jahr 1813. Studien zur Geschichte und Wirkung der Befreiungskriege. 1963.Google Scholar
  5. 7.
    Siehe G. Schulz: Die deutsche Literatur zwischen Französischer Revolution und Restauration. 1989, T. 2, Kap. 3.Google Scholar
  6. 8.
    D. Düding: Organisierter gesellschaftlicher Nationalismus in Deutschland (1808–1847). 1984, S. 22.Google Scholar
  7. 11.
    R. Vierhaus: Geschichtswissenschaft und Soziologie. In: G. Schulz (Hg.): Geschichte heute. Perspektiven, Tendenzen, Probleme. 1973, S. 75.Google Scholar
  8. 13.
    Vgl. H. Kohn: Wege und Irrwege. Vom Geist des deutschen Bürgertums. 1962, S. 79: erst “nach 1806Google Scholar
  9. begann sich unter den Vertretern der deutschen Geisteswelt Nationalismus auszubreiten.” K. Lenk verlegt die Geburt des “deutschen Wesens” in die Befreiungskriege, in: “Volk und Staat”. Strukturwandel politischer Ideologien im 19. und 20. Jahrhundert. 1971, S. 74–98. Kritisch zur monokausalen Verbindung von Geistes- und politischer Geschichte R. Ibbeken: Preußen 1807–1813. Staat und Volk als Idee und in Wirklichkeit. 1970, S. 19 f, S. 428 ff, S. 429: “In den Jahren vor 1813 waren Männer […] wie Fichte für die politische Geschichte praktisch wirkungslos […]”. Siehe auch den sorgfältig differenzierenden und anregenden Aufsatz von O. Dann: Nationalismus und sozialer Wandel in Deutschland 1806–1850. In: O. Dann (Hg.): Nationalismus und sozialer Wandel. 1978, S. 77–128.Google Scholar
  10. 15.
    27.6.1808, E. Botzenhart/W. Hubatsch (Hg.): Freiherr vom Stein. Briefe und amtliche Schriften. (Neuausgabe) Bd. 2,2, 1960, S. 766.Google Scholar
  11. 16.
    H. Steffens: Was ich erlebte. Aus der Erinnerung niedergeschrieben. Breslau 1843, Bd. 7, S. 76 f. Steffens hielt die Rede an dem Tag, als der preußische König seinen Aufruf zur Bildung von Jägerdetachements erließ.Google Scholar
  12. 17.
    Ähnlich auch Luden: Handbuch der Staatsweisheit oder der Politik. Ein wissenschaftlicher Versuch. Jena 1811, bes. S. 15 f.Google Scholar
  13. 18.
    Fr. Meinecke: Fichte und die Idee des deutschen Nationalstaates in den Jahren 1806–1813. In: Weltbürgertum und Nationalstaat. Werke, hg. von H. Herzfeld et al., Bd. 5, 1969, S. 84–112, bes. S. 87 f, S. 96.Google Scholar
  14. 22.
    Vgl. D. Schwab: Die “Selbstverwaltungsidee” des Freiherrn vom Stein und ihre geistigen Grundlagen. 1971.Google Scholar
  15. 29.
    Chr. Prignitz: Vaterlandsliebe und Freiheit. Deutscher Patriotismus von 1750 bis 1850. 1981, bes. S. 28 ff,Google Scholar
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  17. H. König: Zur Geschichte der Nationalerziehung in Deutschland im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts. 1960, bes. S. 71 ffGoogle Scholar
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  19. G. Kaiser: Pietismus und Patriotismus im literarischen Deutschland. Ein Beitrag zum Problem der Säkularisation. 21973;Google Scholar
  20. R. Vierhaus: Politisches Bewußtsein in Deutschland vor 1789. In: Der Staat. Zeitschrift für Staatslehre und öffentliches Recht. 6, 1967, S. 175–196;Google Scholar
  21. Verf.: Patriotische Abhandlungen. In: J. Ziechmann (Hg.): Panorama der Fridericianischen Zeit. Ein Handbuch. 1985, S. 221–223.Google Scholar
  22. 30.
    Vgl. auch die wenig bekannte Schrift von A.D. Ortmann: Patriotische Briefe zur Vermahnung und zum Troste bey dem jetzigen Kriege. Berlin, Potsdam 1758/59.Google Scholar
  23. 31.
    [Fr. C. v. Moser]: Von dem Deutschen national-Geist. Frankfurt/M. 1765.Google Scholar
  24. Zu Moser Br. Renner: Die nationalen Einigungsbestrebungen Fr. C. v. Mosers (1765–1767). Königsberg (1921).Google Scholar
  25. 37.
    J. J. v. Bülau: Noch etwas zum Deutschen Nationalgeiste. Lindau 1766;Google Scholar
  26. [J. G. Müller, Hg.]: Der Deutsche. Magdeburg 1771, Hamburg 1773;Google Scholar
  27. 38.
    Vgl. [J. H. Eberhard]: Freye Gedanken über einige der neuesten Staats Streitigkeiten. Frankfurt/M. 1767.Google Scholar
  28. 39.
    Vgl. Karl Wolff: Die deutsche Publizistik in der Zeit der Freiheitskämpfe und des Wiener Kongresses. 1813–1815. Diss. Leipzig 1934, bes. S. 57 ff;Google Scholar
  29. A. Berney: Reichstradition und Nationalstaatsgedanke (1789–1815). In: HZ 140, 1929, S. 57–86;Google Scholar
  30. W. Mommsen: Zur Bedeutung des Reichsgedankens. In: HZ 174, 1952, S. 385–415;Google Scholar
  31. D. Düding: Organisierter gesellschaftlicher Nationalismus in Deutschland (1808–1847). 1984, S. 29 f.Google Scholar
  32. 40.
    [F. V. v. Gössel]: Freymüthige Gedanken über Patriotismus oder Vaterlands-Liebe von einem Weltbeobachter. Schleswig, Kiel 1787, S. 3.Google Scholar
  33. 41.
    J. v. Sonnenfels: Über die Liebe fürs Vaterland. Wien 21785, S. 7.Google Scholar
  34. 43.
    Vgl. W. Zorn: Reichs- und Freiheitsgedanken in der deutschen Publizistik des ausgehenden 18. Jahrhunderts (1763–1792). Ein Beitrag zur Vorgeschichte der Nationalbewegung. In: P. Wentzke (Hg.): Darstellung und Quellen zur Geschichte der deutschen Einheitsbewegung im 19. und 20. Jahrhundert. 1959, Bd. 2, S. 11–66.Google Scholar
  35. 44.
    H. F. Diez: Versuch über dem[!] Patriotißmus. Frankfurt, Leipzig 1774, S. 29 u. ö.;Google Scholar
  36. Ch. M. Wieland: Ueber teutschen Patriotismus. Betrachtungen, Fragen, Zweifel. In: Der neue teutsche Merkur. 5. St., Mai 1793, S. 17 f.Google Scholar
  37. 47.
    [J. M. G. Beseke]: Vom Patriotismus in der deutschen Gelehrtenrepublik. Dessau, Leipzig 1782, S. 141.Google Scholar
  38. 61.
    C. Fr. Bahrdt: Über den Zweck der Erziehung. In: Allgemeine Revision des gesammten Schul- und Erziehungswesens. Bd. 1, Hamburg 1785. Zitiert nach König: Nationalerziehung, S. 224;Google Scholar
  39. vgl. auch P. Villaume: Über die Erziehung zur Menschenliebe. Dessau 1784, S. 76,Google Scholar
  40. Ch. W. Dohm: Über Volkskalender und Volksschriften überhaupt. Leipzig 1796, S. 38 f.Google Scholar
  41. 65.
    J. G. Fichte: Ausgewählte Werke in sechs Bänden, hg. von Fr. Medicus. 1962, Bd. 5, S. 464 f.Google Scholar
  42. 73.
    Vgl. dazu Verf: J. G. Müllers Wochenschrift Der Deutsche. Ein Modell aufklärerischer Publizistik. In: A. Ritter (Hg.): J. G. Müller von Itzehoe und die deutsche Spätaufklärung. 1978, S. 205–227, bes. S. 212 ff;Google Scholar
  43. über die Wiederbelebung des “germanischen Altertums” vor J. G. Müller siehe H. Stolpe: Die Auffassung des jungen Herder vom Mittelalter. 1955, S. 336 ff.Google Scholar
  44. 78.
    Th. Abbt: Vom Tode für das Vaterland. In: Vermischte Werke. Berlin, Stettin Bd. 2, 21780, S. 43. Ähnliche Vorstellungen entwickelte August Ludwig von Schlözer, Vertreter eines politischen Konservativismus (siehe Kl. Epstein: Die Ursprünge des Konservativismus in Deutschland. 1973, bes. S. 633 ff) noch zwanzig Jahre später in seiner Abhandlung Allgemeines Statsrecht [!] und Statsverfassungslehre, Göttingen 1793. Zum ‘contrat social’ der ursprünglich gleichen Menschen kommt es um des gemeinsamen Nutzens willen. Staatliche Verhältnisse entstehen für Schlözer erst mit dem sogn. Herrschaftsvertrag. Die Obrigkeit — für Schlözer nicht von Gott beglaubigt — geht damit aber auch Verpflichtungen ein. Als ‘göttlich’ legitimiert sie sich erst, wenn sie nach dem Nutzen und der Glückseligkeit der ihr Anvertrauten strebt. Das Volk hat dem Herrscher zwar blind zu gehorchen, doch muß dieser sich um die “Vortheile aller und jeder Individuen, und nicht bloß um das Wohl von mehreren” bemühen (Schlözer: Statsrecht, S. 64;Google Scholar
  45. zu Schlözers Staatstheorie siehe A. Berney: August Ludwig von Schlözers Staatsauffassung. In: HZ 132, 1925, S. 42–67;Google Scholar
  46. Fr. Fürst: August Ludwig von Schlözer, ein deutscher Aufklärer im 18. Jahrhundert. 1928, S. 109 ff). Schlözers ‘Obrigkeitsgläubigkeit’ war in den Jahren der Französischen Revolution für manche Zeitgenossen ein Stein des Anstoßes.Google Scholar
  47. 87.
    H. Ch. Albrecht: Versuch über den Patriotismus. Hamburg 1793. S. 98.Google Scholar
  48. 122.
    B. G. Niebuhr: Ueber geheime Verbindungen im preußischen Staat, und deren Denunciation. Berlin 1815,S. 10;Google Scholar
  49. [E.M. Arndt]: Beherzigungen vordem Wiener Kongreß. Von X. Y. Z. Frankfurt/M. 1814, S. 1;Google Scholar
  50. vgl. auch Th. v. Schön: Aus den Papieren des Ministers und Burggrafen von Marienberg Theodor von Schön. Halle 1875, Bd. 1, S. 110.Google Scholar
  51. 124.
    Vgl. vor allem H. Segeberg: Literarischer Jakobinismus in Deutschland. Theoretische und methodische Überlegungen zur Erforschung der radikalen Spätaufklärung. In: B. Lutz (Hg.): Literaturwissenschaft und Sozialwissenschaften 3. Deutsches Bürgertum und literarische Intelligenz 1750–1800. 1974, S. 509–568;Google Scholar
  52. I. Stephan: Literarischer Jakobinismus in Deutschland (1789–1806). 1976;Google Scholar
  53. H. Voegt: Die deutsche jakobinische Literatur und Publizistik. 1789–1800. 1955.Google Scholar
  54. 123.
    Vgl. K. H. Schäfer: Ernst Moritz Arndt als politischer Publizist. 1974, S. 149–179;Google Scholar
  55. siehe auch K.-G. Faber: Die Rheinlande zwischen Restauration und Revolution. 1966, bes. S. 22 ff.Google Scholar
  56. 126.
    P. Czygan: Zur Geschichte der Tagesliteratur während der Befreiungskriege. Bd. 2, 1, 1909, S. 257.Google Scholar
  57. 128.
    Ein Beispiel: Stein schrieb am 14.1.1814 folgende Zeilen an Hügel in Frankfurt/M., um Arndt vor der Zensur zu schützen: “Ew. Exz. bin ich so frei darauf aufmerksam zu machen, daß in Umgehung dieser Zensur […] nicht durch eine Urkunde des Zensors eigens eine Schrift des Professors E. Moritz Arndt unterdrückt werden möge. Denn wenige deutsche Schriftsteller meinen es so treu mit ihrem Vaterlande, dessen angestammten Sitten und Verfassung, als Arndt, und noch weniger verstehen es, mit Kraft und Wärme, ohne Bitterkeit, Leidenschaft und Selbstsucht in den Schranken der gesetzlichen Ordnung über wichtige Wahrheiten für ein großes Publikum verständlich und erregend zu schreiben, wie jener […] sehr geschätzte Schriftsteller.” In: E. Botzenhart/W. Hubatsch (Hg.): Freiherr vom Stein. Briefe und amtliche Schriften. (Neuausgabe) Bd. 4, 1963, S. 454.Google Scholar
  58. 130.
    A. Dühr: Die Text- und Druckgeschichte des Soldaten-Katechismus von E. M. Arndt. In: ZBB 8, 1961, S. 341 f.Google Scholar
  59. 138.
    K. H. Schäfer: Zur Frühgeschichte der Feldzeitungen. In: Publizistik 18, 1973, S. 160.Google Scholar
  60. 140.
    J. Schulte-Sasse: Das Konzept bürgerlich-literarischer Öffentlichkeit und die historischen Gründe seines Zerfalls. In: Chr. Bürgeret al. (Hg.): Aufklärung und literarische Öffentlichkeit. 1980, S. 85. August Ludwig von Schlözer hat als einer der ersten die politische Macht der veröffentlichten Meinung erkannt und genutzt. Vor allem seine zwischen 1782 und 1793 erschienenen Statsanzeigen [!] übten einen beachtlichen Einfluß aus. Sie bildeten das Organ seiner “Aufklärung” als einer “ungezwungenen Orientierung aller Regierungshandlung am Bedürfnis der Untertanen” (Berney: Schlözer, S. 53;Google Scholar
  61. siehe auch Fürst: Schlözer. Zur Frühgeschichte der öffentlichen Meinung siehe: O. Tschirch: Geschichte der öffentlichen Meinung in Preußen vom Baseler Frieden bis zum Zusammenbruch des Staates (1795–1806). 1933/34.Google Scholar
  62. 142.
    J. W. v. Goethe: Dichtung und Wahrheit. 12. Buch. In: Goethes Werke (Hamburger Ausgabe) Bd. 9, 41961, S. 535.Google Scholar
  63. 143.
    L. Hölscher: Öffentlichkeit und Geheimnis. Eine begriffsgeschichtliche Untersuchung zur Entstehung der Öffentlichkeit in der frühen Neuzeit. 1979, S. 111. Zur öffentlichen Meinung zwischen 1806 und 1815 siehe Fr. Schneider: Pressefreiheit und politische Öffentlichkeit. Studien zur politischen Geschichte Deutschlands bis 1848. 1966, bes. Kap. 5: Politische Öffentlichkeit zur Zeit und Folgezeit der Befreiungskriege, S. 171–217;Google Scholar
  64. P. U. Hohendahl: Literarische Kultur im Zeitalter des Liberalismus 1830–1870. 1985, S. 55 ff;Google Scholar
  65. R. Flad: Studien zur politischen Begriffsbildung in Deutschland während der preußischen Reform. Der Begriff der öffentlichen Meinung bei Stein, Arndt und Humboldt. 1929;Google Scholar
  66. K. Hagen: Über öffentliche Meinung in Deutschland von den Freiheitskriegen bis zu den Karlsbader Beschlüssen. 1. Abtlg. Die Jahre 1813, 1814, 1815. In: Historisches Taschenbuch NF 7. 1846;Google Scholar
  67. Grundsätzlich: E. Dovifat: Meinung, “öffentliche Meinung” und politische Willensbildung. In: Zeitungslehre 1, 31955, S. 107–108;Google Scholar
  68. U. Otto: Die Problematik des Begriffs der öffentlichen Meinung. In: Publizistik 11, 1966, S. 99–130;Google Scholar
  69. K. Popper: Die öffentliche Meinung im Lichte der Grundsätze des Liberalismus. In: Ordo 8, 1956, S. 8 f.Google Scholar
  70. 144.
    Chr. Garve: Über öffentliche Meinung. In: K. Wölfel (Hg.): Chr. Garve. Popularphilosophische Schriften im Faksimile. 1974. Bd. 2. S. 1263–1306. hier S. 1266.Google Scholar
  71. 150.
    Eine umfassende und die französischen Quellen im Original zitierende Untersuchung fehlt. Die folgenden Ausführungen stützen sich vor allem auf: O. Groth: Die Zeitung. Ein System der Zeitungskunde. 1929, Bd. 2;Google Scholar
  72. H. Klein: Napoleon und die Presse. Napoleons Kampf gegen die Presse [bis 1805]. Diss. Bonn 1931;Google Scholar
  73. L. Salomon: Geschichte des deutschen Zeitungswesens. Bd. 2: Die deutschen Zeitungen währendderFremdherrschaft(1812–1814). 1902;Google Scholar
  74. vgl. auch K. H. Fuchs: Bürgerliches Räsonnement und Staatsräson. Zensur als Instrument des Despotismus. Dargestellt am Beispiel des rheinbündischen Württemberg (1806–1813). 1975. Alle genannten Arbeiten sind mehr oder weniger dem grundlegenden Werk von H. Welschinger: La Censure Sous Le Premier Empire. 1881, verpflichtet. Die Monographie von Jean Tulard: Napoléon Ou Le Mythe Du Sauveur. 1977, geht seltsamerweise auf die Öffentlichkeitsarbeit Napoleons nicht näher ein. Allein im 4. Kap. des 3. Teils streift der Verfasser kurz Zensurfragen unter dem Gesichtspunkt, ob ein Niedergang der Literatur in der Napoleonischen Zeit zu verzeichnen ist. Ausgespart wird das Thema auch bei J. Presser: Napoleon. Das Leben und die Legende. 1977, und bei M. Schönemann: Napoleon in der deutschen Literatur. 1930. Zum Napoleon-Bild sehr vereinfachend jüngst: Chr. Prignitz: “Vive l’Empereur”. Zum Napoleon-Bild der Deutschen zwischen Spätaufklärung und Freiheitskriegen. In: H. Zimmermann (Hg.): Schreckensmythen — Hoffnungsbilder. Die Französische Revolution in der deutschen Literatur. 1989, S. 106–121.Google Scholar
  75. vgl. auch C.D. v. Witzleben: Geschichte der Leipziger Zeitung. 1860, bes. S. 81–125;Google Scholar
  76. P. Rühlmann: Die öffentliche Meinung in Sachsen während der Jahre 1806 bis 1812. 1902.Google Scholar
  77. 155.
    S. 97 f. Zitiert nach W. Erler: Die schlesische Volks Stimmung in den Jahren der inneren Wiedergeburt Preußens. 1807–1813. Diss. Leipzig 1910, S. 28.Google Scholar
  78. 156.
    G. H. Pertz: Das Leben des Feldmarschalls Grafen Neithardt von Gneisenau. 1865, Bd. 2, S. 90.Google Scholar
  79. Vgl. auch H. v. Kleists Lehrbuch der französischen Journalistik vom Juni 1809. In § 2–6Google Scholar
  80. Dazu R. Berg: Intention und Rezeption von Kleists politischen Schriften des Jahres 1809. In: Kl. Kanzog (Hg.): Text und Kontext. Quellen und Aufsätze zur Rezeptionsgeschichte der Werke H. v. Kleists. 1979, S. 193–253.Google Scholar
  81. 137.
    Vgl. P. Czygan: Ueber die französische Zensur während der Okkupation von Berlin und ihren Leiter, den Prediger Hauchecorne, in den Jahren 1806 bis 1808. In: Forschungen zur brandenburgischen und preußischen Geschichte 21, 1908, S. 99–137.Google Scholar
  82. 159.
    D. Breuer: Geschichte der literarischen Zensur in Deutschland. 1982, S. 146.Google Scholar
  83. 161.
    R. Metternich (Hg.): Aus Metternichs nachgelassenen Papieren. 1880, Bd. 2, S. 192.Google Scholar
  84. 162.
    Zitiert nach L. v. Ranke: Denkwürdigkeiten des Staatskanzlers Fürsten von Hardenberg. 1877, Bd. 5, S. 454. Zur Denkschrift siehe auch H. Haussherr. Hardenbergs Reformdenkschrift Riga 1807. In: HZ 157, 1938, S. 267–308.Google Scholar
  85. 163.
    Fr. v. Vincke: Die Organisation der Publizität. In: H. Scheel/D. Schmidt: Das Reformministerium Stein. Akten zur Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte aus den Jahren 1807–1808. Bd. 3, 1968, S. 714–717, Zitat S. 714.Google Scholar
  86. 165.
    Die Immediat-Berichte sind wiedergegeben bei H. Granier: Berichte aus der Berliner Franzosenzeit 1807–1809. Publikationen aus den preußischen Staatsarchiven. 88, 1913, hier S. 53 u. S. 80.Google Scholar
  87. 168.
    A. Mallinckrodt: Was thun bey Deutschlands, bey Europa’s Wiedergeburt? Dortmund 1814, S. 505 (zuerst im Westfälischen Anzeiger 1801).Google Scholar
  88. 169.
    Zitiert nach F. Rühl: Briefe und Aktenstücke zur Geschichte Preußens unter Friedrich Wilhelm III., vorzugsweise aus dem Nachlaß von F. A. Staegemann. 1899, Bd. 1, S. 122.Google Scholar
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    Metternich 1812, zitiert nach E. Wertheimer: Metternich und die Presse. Mit Benutzung ungedruckter Schriftstücke. In: Neue Freie Presse, Wien, den 13.7.1899.Google Scholar
  90. 175.
    Zitiert nach H. Scheel: Zur Problematik des deutschen Befreiungskrieges 1813. In: Zs f. Geschichtswissenschaft 11, H. 7, 1963, S. 1294 f.Google Scholar
  91. 190.
    Zu Steins Verständnis der öffentlichen Meinung siehe: D. Schwab: Die “Selbstverwaltungsidee” des Freiherm vom Stein und ihre gesellschaftlichen Grundlagen. 1971, S. 118–122, die nur schwer verständliche Untersuchung von R. Flad: Studien, S. 7–52, und F. Tönnies: Kritik der öffentlichen Meinung. 1922, S. 410 ff.Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1991

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  • Ernst Weber

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