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Exkurs: Befreiungskriegslyrik in Österreich

  • Ernst Weber
Chapter

Zusammenfassung

In keinem der Staaten des 1803 aufgelösten deutschen Reichs — mit Ausnahme Württembergs — hat die Lyrik als Medium der politischen Meinungs- und Willensbildung eine so unbedeutende Rolle gespielt wie 1813–1815 in Österreich.1 Zwar griffen Autoren wie Ignaz Franz Castelli oder Ludwig Bleibtreu, die schon 1809 publizistisch tätig gewesen waren, auch jetzt wieder zur Feder, doch waren dies Einzelstimmen. Eine mit 1809 vergleichbare Woge patriotischer Lyrik hat es während der Befreiungskriege nicht gegeben.2 Die wenigen heute noch greifbaren, bibliographisch auch von Goedeke nur z.T. und nicht gesondert erfaßten Titel3 sind schnell aufgezählt. Zwischen dem Kriegsmanifest vom 19.8.1813 und der Leipziger Schlacht erschienen folgende Sammlungen und Einzeldrucke: [I. Fr. Castelli], Neue Wehrmanns-Lieder. 1813; (Florian Pichlern), So bethet und spricht Oesterreich. Im September 1813; L. Bleibtreu, Oesterreichs Dank an alle tapfere [!] Krieger für die bisher erfochtenen Siege im Feldzuge 1813. Wien 1813; Aufrufs-Lied eines Invaliden an die Krieger Oesterreichs; nebst Bittgesang zu Gott. Wien 1813; Empfindungen als General Ostermann in den Timotheus eintrat. Wien 1813; P. Millauer, Oesterreichs Söhne. In drey Gesängen. 1813. Im ersten Halbjahr 1814 kamen folgende Drucke hinzu: Clemens Brentano, Rheinübergang. Rundgesang. Wien 1814; L. Bleibtreu, Das Akrostichon des allgemeinen Friedens im Jahre 1814; A.B., Eine Blume zum Kranze des Friedens. 1814; A. Weißenbach, Der heutige Augenblick. Salzburg 1814. Die selbständig erschienene Lyrik wird noch durch einige Gedichte in der Prager Zeitschrift Hesperus, ein Nationalblatt für gebildete Leser, den Friedensblättern in Wien, der Wiener Allgemeinen Literaturzeitung und dem von Fr. Schlegel herausgegebenen Deutschen Museum ergänzt.

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Notizen

  1. 1.
    Eine Literatur zu diesem Thema liegt nicht vor, siehe auch das Urteil von S. Stahl: Die Entwicklung der Affekte in der Lyrik der Freiheitskriege. 1908, S. 139 f: “Eigentlich ist das Volk dort in Österreich nicht zur Freiheit erwacht, dafür wurde der Krieg zu sehr als Kabinetts- und Interessenkrieg angesehen, wobei das Volk nichts zu sagen hatte. Was dabei in Österreich an Dichtung entstand, ist matt;Google Scholar
  2. 2.
    Diese Lyrik liegt gesammelt vor in: R.F. Arnold/K. Wagner (Hg.): Achtzehnhundertneun. Die politische Lyrik des Kriegsjahres. Wien 1909.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. K. Goedeke: Grundriß zur Geschichte der Deutschen Dichtung. Bd. 7, Dresden 21890, § 311.Google Scholar
  4. 4.
    Zu den beiden Zeitungen siehe L. Salomon: Das Zeitungswesen seit 1814. In: L. Salomon: Geschichte des deutschen Zeitungswesens. Bd. 3, S. 158 ff; S. 164 ff.Google Scholar
  5. 8.
    Zitiert nach E. Wertheimer: Wien und das Kriegsjahr 1813. Ein Beitrag zur Geschichte der Befreiungskriege. In: Archiv für Oesterreichische Geschichte, Bd. 79, 1893, S. 373.Google Scholar
  6. 12.
    Zu diesem Thema siehe: G. Hanke: Die Zeit der Revolution und der Befreiungskriege. (1790–1815). In: K. Bosl (Hg.): Handbuch der Geschichte der böhmischen Länder, Bd. 2, 1974, S. 498–575;Google Scholar
  7. K. v. Raumer/M. Botzenhart: Deutschland um 1800. In: Leo Just (Hg.): Handbuch der deutschen Geschichte. Bd. 3,1, 1980, S. 481 ff;Google Scholar
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  10. W.C. Langsam: The Napoleonic Wars and German Nationalism in Austria. 1930;Google Scholar
  11. M. Botzenhart: Reform, Restauration, Krise. Deutschland 1789–1847. 1985, S. 73, S. 85 ff;Google Scholar
  12. Th. Nipperdey: Deutsche Geschichte. 1800–1866. 1983, S. 80–82.Google Scholar
  13. 22.
    R. Metternich (Hg.): Aus Metternichs nachgelassenen Papieren. 1880, Bd. 2, S. 192;Google Scholar
  14. 23.
    Zitiert nach H. Scheel: Zur Problematik des deutschen Befreiungskrieges 1813. In: Zs. f. Geschichtswissenschaft 11, 1963, H. 7, S. 1294 f;Google Scholar
  15. zur politischen Rolle von Gentz siehe H.Ritter von Srbik: Metternich, der Staatsmann und Mensch. 21957, Bd. 1, S. 343 ff.Google Scholar
  16. vgl. auch K. Obermann: Die Rolle Metternichs in der Diplomatie des Jahres 1813. In: Der Befreiungskrieg 1813, 1967, S. 151–171.Google Scholar
  17. 25.
    Th. Nipperdey: Deutsche Geschichte 1800–1866, 1983, S. 86;Google Scholar
  18. siehe auch H. Rößler: Österreichs Kampf um Deutschlands Befreiung. Bd. 2, 1940, S. 125 ff;Google Scholar
  19. 38.
    Z.B.: Friedensblätter, 1814, S. 19 (“Friede! säusle aus den Stemenringen”), S. 95 (“Jetzt, in den Tagen des Zorns”), S. 181 (“O schmücke dich mit allen Herrlichkeiten”), S. 281 f (“In Habsburgs Kaiserhallen Versammelte”), 1815, S. 155 (“Frühling, schöne Blüthenzeit”), S. 535 (“Auf! noch einmal das Schwerdt zur Hand”).Google Scholar
  20. 42.
    Friedensblätter, 1815, S. 323 (8.7.). Das Gedicht wurde hier zum ersten Mal gedruckt. Zu Handschrift, Drucken und Entstehungsumständen siehe: W. Hettche: Heinrich von Kleists Gedicht ‘Das letzte Lied’ in einer Kopie Charlotte von Steins. In: Jb. d. Freien Deutschen Hochstifts, 1982, S. 251–261;Google Scholar
  21. H.F. Weiss: Funde und Studien zu Heinrich von Kleist, 1984, S. 306–313;Google Scholar
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  23. 45.
    So der Titel des Erstdrucks in: Rußlands Triumph. Heft 3, Berlin 1813, S. 108 f. Zu den Drucken siehe: H. Sembdner: Kleist-Bibliographie 1803–1862. 1966, S. 34 f. Sembdner kennt nicht die Drucke in: Vaterländische Gedichte vom Jahr Achtzehnhundertdreyzehn. Frühling. Von Franz Passow, Carl Besseidt und Ehrenfried Blochmann. Königsberg 1813, S. 252 f;Google Scholar
  24. 47.
    W. Hettche: Heinrich von Kleists Lyrik. 1986, S. 182–191, S. 204–210.Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1991

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  • Ernst Weber

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