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Literatur im Unterricht

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Zusammenfassung

Auch Literatur hat ihre historischen Gezeiten. Etwa zur gleichen Zeit, als Literaten mit einem von sich selbst ergriffenen Pathos den Tod der schönen Literatur sangen, als ob’s der letzte wäre, und als Literaturstudenten lieber nach Rosa Luxemburg als selbst nach Heinrich Heine ihr Seminar benannt hätten, trennte die Kultusministerkonferenz der Bundesrepublik in ihren Frankenthaler Empfehlungen für die Sekundarstufe II den Literaturunterricht mit den Kunstfächern vom Unterricht in der Muttersprache und von den Grundkursen überhaupt ab und glaubte, mit solcher Terrainbereinigung Fortschrittliches bewerkstelligt zu haben. Selten ist so an den Entwicklungen wie an den Bedürfnissen vorbeireformiert worden, und glücklicherweise wurde diese mechanische Trennung von einsichtigen, der Schulpraxis näheren Schulbehörden und insbesondere von Lehrern selbst zurückgenommen zu einer vernünftigen Verschränkung von Sprach- und Literaturunterricht.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Dieter Wellershoff: Fiktion und Praxis. In: Literatur und Veränderung, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1969, S. 9–32. Dazu auch oben S. 194.Google Scholar
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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1991

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