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Über die öffentliche Verantwortung des Schriftstellers

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Zusammenfassung

Wer sich heute über die Freiheiten und über die Pflichten der Schriftsteller eine Meinung bilden will, der kann sich weder über einen Mangel an subversiver Ermunterung noch über einen Mangel an öffentlicher und an offizieller Hilfestellung beklagen. Ihm offerieren sich die politischen Spalten der Tageszeitungen, in denen von der Reglementierung widerspenstiger Literaten berichtet, und die Feuilletonseiten, in denen dieselbe bewußtseinsbildende Widerspenstigkeit gerühmt, ja gefordert wird. Literarische Zeitschriften lassen ihn teilhaben am zukunftsfrohen Leichenschmaus, mit dem die Zunftgenossen selbst die jeweilige Beerdigung kulinarischer Literatur begehen. Literaturpreise und Stiftungen schärfen ihm den Sinn für die öffentliche Würde, und Parlamentsanfragen und Interviews nähren seine Ahnung von der Gefahr schriftstellerischer Tätigkeit. Kongresse und Verbandsgründungen der Schriftsteller wiederum beleben in kurzen Abständen sein Gefühl für die Unersetzlichkeit des freien Schriftstellerwortes, und Gerichtsurteile belehren ihn eines besseren.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1991

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