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X

  • Peter Habermehl
  • Bernhard Kytzler
Chapter

Zusammenfassung

Geboren und aufgewachsen in Ionien, geht X. nach der Eroberung seiner Heimatstadt Kolophon durch die Meder (546/45) als junger Mann in den Westen — wie später sein Altersgenosse Pythagoras. Nach eigenem Zeugnis durchwandert er von nun an fast ein Dreivierteljahrhundert lang das hellenische Süditalien, vor allem aber die Städte der sizilischen Ostküste, und trägt als Gast aristokratischer Häuser seine Dichtungen vor. Zwei Themen vor allem beschäftigen ihn: die Erkenntnistheorie, und die noch zentralere Theologie. Wenn einer der Vorsokratiker, so verdient X. den Namen Theologe. Das traditionelle anthropomorphe Gottesbild der Griechen lehnt er ab. Es ist ethisch verwerflich, vor allem aber erkenntnistheoretisch unhaltbar. Den Anthropomorphismus erschüttert er mit einem Argument von revolutionärer Konsequenz : »Äthiopier sagen, ihre Götter seien breitnasig und schwarz, Thraker, (sie seien) blauäugig und rothaarig.« Die Beobachtung solcher Unterschiede in den Vorstellungen verschiedener Völker markiert nicht allein den Beginn jener anthropologischen Methode, der im 5. Jahrhundert eine ganze Literatur gelten wird (Herodot), sondern verweist vor allem auf die Subjektivität und damit Wertlosigkeit theologischer Aussagen, die von anthropologischen Prämissen ausgehen. Wie jedes Volk seine Götter mit den eigenen ethnischen Merkmalen ausstattet, so schreibt jeder Anthropomorphismus dem Göttlichen insgesamt menschliche Qualitäten zu. Die Relativität des griechischen traditionellen Götterbildes macht seinen Unwert aus.

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Literatur

  1. Guthrie, W.K.C.: Xenophanes. In: A History of Greek Philosophy. Vol. I: The Earlier Presocratics and the Pythagoreans. Cambridge 1962, S. 360–402.Google Scholar

Literatur

  1. Nickel, Rainer (Hg.): Xenophon. Darmstadt 1979.Google Scholar
  2. Breitenbach, Hans Rudolf: Xenophon von Athen. Stuttgart 1966.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1989

Authors and Affiliations

  • Peter Habermehl
  • Bernhard Kytzler

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