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Eduard Mörike (1804–1875)

  • Friedrich Sengle
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Zusammenfassung

Die Zeit eines dämonischen Mörike scheint ebenso vorüber zu sein wie die eines harmonisch-heiteren. Man beginnt, ihn unvoreingenommen in seiner Eigentümlichkeit zu sehen. Aber um so rätselhafter wird seine Gestalt. Wer Mörike und die Mörike-Forschung wirklich kennt, wird mich verstehen, wenn ich sage: er gehört zu den Gegenständen, die für die Literaturwissenschaft ungewöhnlich schwer zugänglich sind*. Zum Teil mag es daran liegen, daß die wirklich großen Dichter überhaupt schwerer zu interpretieren sind als die Problematiker und die bloßen Könner. Die Grenze unserer Wissenschaft wird bei Goethe stärker fühlbar als bei Schiller oder Platen. Mörike scheint sich jeder begrifflichen Festlegung zu entziehen, und auch die metaphorische Aussage, die nicht umsonst in der Mörike-Rezeption besonders häufig zu finden ist, trifft immer nur eine bestimmte Seite seines Wesens; denn er wechselt unaufhörlich die Gestalt — oder gar sein Wesen? Schon Hermann Kurz hat diesen Dichter einen »Hexenmeister« genannt (an Mörike 22. 2. 1838). Das Wort scheint moderne Interpretationen zu bestätigen und ist doch wieder nur ein Teilaspekt, der nicht alle Mörikekenner überzeugen kann.

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Anmerkungen

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