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Einleitung

  • Jürgen Schutte
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Zusammenfassung

Wenn die Literaturwissenschaft ihre historische Aufgabe ernst nehmen will, muß sie ihre Erkenntnisse auf den Gesamtprozeß der sich entwickelnden Gesellschaftsformationen beziehen. Das heißt nicht, historische Prozesse auf die literarischen Traditionszusammenhänge bloß abzubilden oder die Texte als Chroniken zu lesen, sondern vielmehr, »die Rolle der einzelnen Kultursphären und ihre sich wandelnden Sturkturverhältnisse bei der Aufrechterhaltung oder Auflösung der jeweiligen Gesellschaftsform« zu studieren. [1] Insofern nämlich bisher alle Gesellschaftsformationen durch Herrschaftsverhältnisse bestimmt sind, und diese, von Ausnahmen abgesehen, nicht allein durch äußere Gewalt aufrechterhalten werden, erfüllt die Literatur als ein Medium der Reproduktion menschlicher Charakterstrukturen eine wechselnde Funktion bei der »Verinnerlichung oder wenigstens Rationalisierung und Ergänzung des physischen Zwangs« [2] — oder aber sie stellt als Kritik die bestehenden Herrschaftsverhältnisse infrage und trägt als Ausdruck der (utopischen) Wünsche zur Emanzipation des sozialen Bewußtseins bei.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1973

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  • Jürgen Schutte

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