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Leben

  • Walter Jaeschke
Chapter

Zusammenfassung

Nach einem Dictum von Hegels Biographen Karl Rosenkranz ist die Geschichte eines Philosophen »die Geschichte seines Denkens, die Geschichte der Bildung seines Systems.« Doch läßt sich diese Geschichte des Denkens zumeist nicht unter Ausblendung der Geschichte des Lebens darstellen. Auch Rosenkranz hat deshalb jene Geschichte mit dieser verknüpft. Ohnehin gibt es wohl kaum einen Philosophen, bei dem die Stationen seines Lebenswegs so eng an die Stationen seines Denkwegs gebunden sind wie bei Hegel. Er widerlegt gleichsam antizipierend Diltheys Behauptung über ihn, »daß die Epochen der inneren Entwicklung des Philosophen nicht übereinstimmen mit dem jeweiligen Wechsel des Aufenthaltsorts.« Eine weitere Übereinstimmung der Geschichten des Denkens und des Lebens sieht Rosenkranz zurecht darin, daß sie, trotz aller Wandlungen, die sie durchlaufen, einer eigentlichen Dramatik entbehren: Wie der Lebensweg zwar durch mehrere geistige und politische Epochen und Katastrophen hindurchführt, jedoch keine »Katastrophen seines Schicksals« aufweist, so ist auch der Denkweg trotz einer Reihe von Zäsuren insgesamt durch Kontinuität geprägt — und dies, obgleich er nicht einmal als Weg eines Philosophen beginnt.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2003

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  • Walter Jaeschke

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