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Komponisten pp 153-158 | Cite as

Mendelssohn Bartholdy, Felix Jacob Ludwig

  • Wulf Konold
Chapter

Zusammenfassung

»Er ist der Mozart des 19. Jahrhunderts, der hellste Musiker, der die Widersprüche der Zeit am klarsten durchschaut und zuerst versöhnt« — so charakterisierte Schumann seinen Freund anläßlich der Rezension des Klaviertrios op. 49 (Gesammelte Schriften über Musik und Musiker, Leipzig o.J., Bd. 3, 35) und traf damit einen zentralen Punkt in der Auseinandersetzung mit Persönlichkeit und Werk jenes Komponisten, an dem — um ein Wort von Schönberg umzudeuten — die zweite Hälfte des Jahrhunderts ›schlecht machte, was die Zeitgenossen an ihm gut gelassen hatten‹. In der Tat: bei keinem anderen Komponisten des 19. Jahrhunderts, vielleicht Meyerbeer ausgenommen, schlägt das Pendel der Rezeption so abrupt um: Galt M. bei seinem frühen Tode unbestritten als der erste Komponist Europas, so dauerte es nur wenige Jahre, und man machte sich Wagners — zuerst anonym geäußertes — Votum zu eigen, in dem er formulierte: »Dieser [M.] hat uns gezeigt, daß ein Jude von reichster spezifischer Talentfulle sein, die feinste und mannigfaltigste Bildung, das gesteigertste, zartempfindende Ehrgefühl besitzen kann, ohne durch die Hilfe aller dieser Vorzüge es je ermöglichen zu können, auch nur ein einziges Mal die tiefe, Herz und Seele ergreifende Wirkung hervorzubringen, welche wir von der Kunst erwarten, weil wir sie dessen fähig wissen, weil wir diese Wirkung zahllos oft empfunden haben, sobald ein Heros unsrer Kunst, so zu sagen, nur den Mund auftat, um zu uns zu sprechen« (»Das Judentum in der Musik«, in Wagner: Sämtliche Schriften und Dichtungen, Bd. 5, 79).

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2004

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  • Wulf Konold

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