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Goethes Gedicht „an den mond“ und die Entwicklung Seiner Vertonungen

  • Johann Peter Vogel
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Zusammenfassung

Johann Wolfgang von Goethes Gedicht „An den Mond“ in der Endfassung von 1789 mit seinem poetischen Anfang „Füllest wieder Busch und Tal/ still mit Nebelglanz“ ist mehrfach, wenn auch seltener als andere seiner Gedichte, vertont worden1: Carl Friedrich Zelter und Johann Friedrich Reichardt standen mit Goethe direkt in Verbindung, Reichardts Vertonungen insbesondere schätzte Goethe als „das Unvergleichlichste, was ich in dieser Art kenne“2 und: „Reichardt war der erste, der mit Ernst und Stetigkeit meine lyrischen Arbeiten durch Musik ins Allgemeine beförderte“3. Franz Schubert hat uns 1815 zwei Fassungen (D 259 und 296) hinterlassen4, die in der Friedlaender (Peters)-Sammlung allerdings erst im 6. bzw. 7. Band erscheinen. Und schließlich hat Hans Pfitzner seiner Vertonung von 1906 einen besonderen Akzent gegeben, indem er, der sonst mehrere Lieder unter einer Opus-Ziffer zusammenfasste, speziell für dieses Lied eine eigene Opus-Ziffer (op. 18) reserviert hat. Es ist bemerkenswert, dass die Romantiker von Robert Schumann bis Johannes Brahms fehlen; gleichwohl ist die Abfolge von Reichardt bis Pfitzner ein Beispiel der Entwicklungsgeschichte der Vertonung dieses Gedichts, zugleich eine Illustration der Entwicklung des Liedes bis zur Jahrhundertwende; sie ist auch ein Fächer unterschiedlicher Interpretationen des Gedichts.

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Notizen

  1. 1.
    Vergleiche F. A. Stein, Verzeichnis deutscher Lieder seit Haydn, Bern /München 1967.Google Scholar
  2. Reichardts Vertonung ist dort nicht aufgeführt, ebensowenig wie die von Max Friedlaender (M. Friedlaender, Gedichte von Goethe in Kompositionen seiner Zeitgenossen, Weimar 1896, S. 55 f.) aufgeführten Vertonungen von Andreas Romberg und Friedrich H. Himmel. Letztere werden hier nicht behandelt.Google Scholar
  3. 4.
    Das Deutsch-Verzeichnis (O. E. Deutsch, Franz Schubert. Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Kassel u. a. 1978) gibt als Entstehungsdatum der ersten Fassung den 19. 8. 1815, der zweiten Fassung 1815 oder 1816(?) an. Veröffentlicht wurden sie posthum ohne Opus-Zahl, die erste Fassung 1850, die zweite 1868.Google Scholar
  4. John Reed (J. Reed, The Schubert Song Companion, London 1985) vertritt, gestützt auf neuere Papiervergleiche, die Auffassung, die zweite Fassung könne erst im Oktober 1819 entstanden sein.Google Scholar
  5. 5.
    Vergleiche P. H. Neumann, Zur musikgeschichtlichen Bedeutung Goethescher Lieder, in: G. Schnitzler (Hrsg.), Dichtung und Musik, Stuttgart 1979, S. 122 ff. (S. 125).Google Scholar
  6. 8.
    H. Pfitzner, Die neue Ästhetik der musikalischen Impotenz, in: Gesammelte Schriften, Bd. 2, Augsburg 1926, S. 212.Google Scholar
  7. 25.
    Werner Dietz vertritt die Auffassung, Einfall sei die Ganztonreihe, und schließt aus deren Präsenz, dass „nur wenige Möglichkeiten bleiben, im Verlauf noch merkbar auf den Text zu reagieren“; die Vertonung sei „eindeutig im engsten Sinne des Wortes“ (W. Dietz, Hans Pfitzners Lieder. Versuch einer Stilbetrachtung, Regensburg 1968, S. 52 bzw. S. 102).Google Scholar

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Authors and Affiliations

  • Johann Peter Vogel

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