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Diskursive Kommunikation und ein sich veränderndes Aufklärungskonzept

  • Christine Schrader
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Zusammenfassung

Ansätze zur Krisenbewältigung mittels Geschichtsphilosophie, Indizien eines Neuansatzes im Roman: Die Auseinandersetzung mit Weishaupts Jesuitismus hat die Frage nach geschichtlicher Handlungsfähigkeit des Individuums aufgeworfen. Geheimbunderfahrungen hatten Knigge zu einer weitgehend negativen Antwort veranlasst. Auf den ersten Blick äußert sich die Enttäuschung des Aufklärers Knigge in Geschichtspessimismus und Rückzugsverhalten. Der Mensch scheint in den „beständigen Circul des Irdischen“ gebannt zu sein. Wiederum wird die Theorie vom Kreislauf der Geschichte bemüht. Das „Allgemeine System“ und die „Anrede“ wollten zeigen, dass der Kreislauf letztlich zu überwinden sei, dass der historische Moment seiner Überwindung womöglich bevorstehe. Aufklärung als in gesellschaftliches Handeln umschlagender Prozess der Bewusstwerdung des Individuums war als das Mittel gesehen worden, den Kreislauf zu durchbrechen. Neben der Kreislauftheorie hatte folgerichtig die Lebensaltertheorie gestanden. Der gesellschaftliche Prozess erschien als Aufwärtsbewegung in Richtung Humanität. Besonders die „Anrede“ fußt auf diesem Denkansatz. Im Gespräch Bricks mit dem alten Mann, auf das an dieser Stelle noch einmal zurückzukommen ist, fehlt die Lebensaltertheorie. Bemüht wird nur die Theorie vom Kreislauf der Geschichte. Es spricht für Knigges weiterführendes Denken, dass er auf den Kreislauf nicht aus Gründen der Enttäuschung zurückkommt, sondern dass er nach einem Neuansatz sucht, der der realen Situation Rechnung trägt, ohne sie als endgültig annehmen zu müssen.1

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2001

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  • Christine Schrader

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