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Erfundenes und Erlebtes

  • Christine Schrader
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Zusammenfassung

Zum Verhältnis von Realem und Fiktivem: Knigge spielt in seinen Romanen oft auf tatsächliche Vorgänge, Ereignisse, Personen oder aktuelle Debatten an. Er benennt real existierende Orte und arbeitet mit genauen Zeitangaben, die spielerisch mit Erfundenem verknüpft werden. Das verleiht den Geschichten scheinbare Authentizität. Fast alle Kniggeschen Romantexte enthalten Anspielungen auf Autobiographisches, zum Teil vermittelt über fiktive Figuren, zum Teil im direkten Bekenntnis.1 Dennoch ist keiner der Romane Knigges Autobiographie. Reales und Fiktives erkennbar miteinander zu verknüpfen, war in der Literatur der siebziger und achtziger Jahre des 18. Jahrhunderts beliebt. Knigges Vorbild Wieland hat das meisterlich verstanden. Die Wahrscheinlichkeit des Erzählten soll dadurch beglaubigt werden. Knigge setzt sich wie eine ganze Reihe von Romanciers der Aufklärung gegen den Barockroman ab. Beim Leser soll der Eindruck entstehen, die geschilderten Vorgänge seien glaubwürdig wahr. Die Tradition des spanischen Schelmenromans mit seinem Detailrealismus und des englischen bürgerlichen Romans, vor allem das Vorbild Fielding, haben hier gewirkt. Bruno Hillebrand spricht von einem „Anspruch historisch-biographischer Geschichtlichkeit“, den die Autoren einlösen wollten.2

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2001

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  • Christine Schrader

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