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Das Wort, der Rhythmus und die Zeile: poetische Merkmale deutscher Prosadichtung

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Zusammenfassung

Am Ende des 19. Jahrhunderts wie an seinem Anfang steht die doppelte Erfindung einer Gattung ohne Namen, die man literarhistorisch und -kritisch abwechselnd als ‚poetische Prosa’, ‚Prosalyrik’ und ‚Prosadichtung’ bezeichnet hat. Somit wären die „Hymnen“ Novalis’ wie der „Zarathustra“ Nietzsches und ihre jeweiligen Nachfolger — „getrennt durch die Literatur des 19. Jahrhunderts“ — vergleichbare Varianten des selben romantischen bzw. neuromantischen Experiments mit den Möglichkeiten eines dichterischen Sprechens1, das mit den Kategorien der Anschauungsästhetik nur unzureichend beschrieben werden kann. Denn in deren idealistischen Anfängen wie in der Verbreitung und Trivialisierung ihrer zentralen Begriffe in der Schulpoetik des ausgehenden 19. Jahrhunderts wird das Gedicht als Totalität der Qualitäten aller Künste emphatisch überhöht bis zu einem Umschlagpunkt, an dem das Erhabene ins Komische gewendet werden kann:

Eine Dichtung, wie sie noch nie da gewesen ist, Poesieen, wie sie noch nie Einer geschrieben hat. Eine Poesie, die auch eine vollkommene Musik ist und eine vollkommene Malerei und Bildhauerei. Wie wär’s, wenn wir in einem Drama auch wohnen, wenn wir uns auf ein lyrisches Gedicht wie auf einen Stuhl setzen könnten, wenn wir in einem Epos, gleichwie in einer elektrischen Eisenbahn nach Leipzig und Paris führen?2

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