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Kein Vers, keine Prosa: Thomas De Quincey, Oscar Wilde und die Grenzen der Gattung

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Zusammenfassung

John Simon hat in seiner umfangreichen Monographie zum europäischen Prosagedicht im Hinblick auf das englische „prose poem“ von einem „glimmering in the fog“ gesprochen und — sich selbst freilich später der sprachlichen Fehler und Katachresen bezichtigend — diese metaphorische Bestimmung um eine zweite ergänzt: „If the prose poem in France presents itself as a large and beautiful body, and the prose poem in Germany as a slender but fine torso, the English prose poem of the nineteenth century is not much more than a few scattered limbs.“1 Dieser Befund, so Simon weiter, müsse umso mehr erstaunen als doch die englische Sprache zugleich die einer breiten und erfolgreichen Traditionsreihe der „poetic prose“ sei, als eben Texte oder Textpassagen von Pater bis De Quincey, Donne, Raleigh und Browne, aus ihrem jeweiligen Kontext gelöst, in unserem Gedächtnis als Prosagedichte („prose poems“) haften blieben.2 Auf engem Raum verschränken sich hier bereits zwei einander ausschließende Konzeptionen der literarischen Gattung ‚prose poem’: zum einen wird sie als quasi-organische Einheit, als in der Menge der Texte gegebenes mehr oder weniger geschlossenes Ganzes konzipiert, zum anderen als das Produkt bestimmter Strategien des Lesens und Memorierens von Texten an eine Interpretationspraxis gebunden.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2001

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