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Callas oder die chronique scandaleuse

Neuere Tendenzen der Starbiographie
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Zusammenfassung

Auch die beharrlichsten Kritiker der Politik, so mochte Heide Simonis wohl denken, würden die Waffen strecken vor dem poetischen Versuch einer Ministerpräsidentin, sich im Wahlkampf als Parteigängerin der primadonna assoluta zu präsentieren und sich versuchsweise einer »Perfektionistin« ähnlich zu finden, die allerdings (Unterschiede gibt es eben doch) tragisch enden mußte, »als sie ihre Stimme verlor«. Ihr in der Zeit vom 3. Februar 2000 geträumter Traum von einem Besuch der Diva zum Tee ist — neben der ironischen Selbststilisierung einer Profipolitikerin, die ihre preußischen Tugenden mit der Parallele zur Kunst veredeln will, — auch als Einblick in die Werkstatt der Callas-Biographen aufschlußreich. Denn in diesem fingierten Traum wird zugleich reproduziert, was vulgärpsychologische Erklärungsmodelle für ein identifikationshungriges Publikum als Legende gewöhnlich zu offerieren wissen: daß das Bedürfnis der Sängerin nach Perfektion darauf hinweise, geliebt werden zu wollen und daß »die große Sopranistin […] eine unglückliche Frau«, ein Star und »dennoch gescheitert« war.

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Besprochene Literatur

  1. Claire Alby, Alfred Caron: Maria Callas — ihre Stimme, ihr Leben. Aus dem Französischen von Bettina Schäfer. Hg. in Zusammenarbeit mit arte. München: Scherz Verlag 1998. Mit Abbildungen und einer CD. 144 Seiten, ISBN 3-502-12007-2, 39,90 DM. (Franz. Orig.-Ausg. 1997).Google Scholar
  2. David Bret: Callas. Biographie. Mit einem Vorwort von Montserrat Caballé. @Aus dem Englischen von Götz Burghardt. Hamburg: Europäische Verlagsanstalt 2000. Mit Abbildungen. 462 Seiten, ISBN 3-434-50493-1, 78,00 DM. (Engl. Orig.-Ausg. 1997).Google Scholar
  3. Stelios Galatopoulos: Maria Callas. Die Biographie. Aus dem Englischen von Manfred Ohl und Hans Sartorius. Frankfurt/M.: S. Fischer Verlag 1999. Mit Abbildungen. 574 Seiten, ISBN 3-10-024412-5, 88,00 DM. (Engl. Orig.-Ausg. 1998).Google Scholar
  4. Jürgen Kesting: Maria Callas. München: Econ Taschenbuch Verlag 2000 (dritte Aufl.). Mit Abbildungen. 432 Seiten, ISBN 3-612-26534-2, 18,90 DM. (Orig.-Ausg. 1990).Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2001

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