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Käte Hamburgers Brief an Rudolf Unger vom 3. Juli 1932

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Zusammenfassung

Im Nachlaß von Rudolf Unger (1876–1942), seit 1925 bis zu seinem Tode Ordinarius für Literaturgeschichte in Göttingen, liegt dieser Brief von Käte Hamburger (1896–1992). Ob es auf diesen Brief eine Antwort gegeben hat, ist unbekannt. Weder im Nachlaß Käte Hamburgers noch in dem von Rudolf Unger gibt es darauf Hinweise.1 Im Hörerverzeichnis der Universität Göttingen, einschließlich der Liste der Gasthörer, ist der Name Käte Hamburgers nicht zu finden. So verlieren sich die Spuren der informellen Habilitationsanfrage von Hamburger. In Stuttgart wurde sie dann habilitiert, allerdings erst im Jahre 1956. Sie erhielt die venia legendi für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft. Ihre Habilitationsschrift Die Logik der Dichtung verfaßte sie noch während des über zwanzig Jahre dauernden Exils in Schweden. Von dieser Abhandlung, die in zahlreiche Sprachen übersetzt worden ist, sind in den 50er Jahren entscheidende Anregungen auf die Methoden- und Gattungsdiskussionen in der Literaturwissenschaft ausgegangen.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Der Nachlaß von Käte Hamburger befindet sich im Deutschen Literaturarchiv in Marbach, Rudolf Ungers in der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek in Göttingen; die Sammlung der Autographen der Staatsbibliothek in Berlin verzeichnet keinen Brief von Rudolf Unger an Käte Hamburger.Google Scholar
  2. 2.
    Etwa: Hamburger, Käte: Das Todesproblem bei Jean Paul. In: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte (DVjs) 7, 1929, S. 446–474; dies.: Novalis und die Mathematik. In: Romantik-Forschungen. Halle 1929, S. 113–184.Google Scholar
  3. 3.
    »Privatassistentin« ist die Bezeichnung, die von Hamburger selbst gewählt worden ist, vgl. Hamburger, Käte: [Lebensabriß], zit. nach: Mayer, Hans: Freundeswort. Gedenkrede auf Käte Hamburger. In: Reden bei der Akademischen Gedenkfeier der Universität Stuttgart für Frau Prof. Dr. phil. habil. Käte Hamburger, 8. Dezember 1992. Hg. im Auftrag des Rektorats der Universität Stuttgart v. Jürgen Hering. Stuttgart 1993, S. 23–40; hier: S. 29.Google Scholar
  4. 4.
    Rudolf Unger war Herausgeber (zusammen mit Hans Hecht und Friedrich Neumann) der Reihe »Neue Forschung. Arbeiten zur Geistesgeschichte der germanischen und romanischen Völker«, dort erschien als 15. Band Käte Hamburgers Monographie Thomas Mann und die Romantik; Hamburger selbst berichtet, daß der Verlag Junker und Dünnhaupt in Berlin bereits 1933 diese Studie vernichtet hat. Vgl. [Lebensabriß] 1992, S. 29. In dieser Arbeit geht sie kurz auf Hans Kasdorff Der Todesgedanke im Werke Thomas Manns (Leipzig 1932; Bd. 26 der Reihe »Form und Geist«) ein, den sie im ersten Satz des Briefes erwähnt, noch »während der Drucklegung« ihrer eigenen Monographie hat sie diese Untersuchung studiert und ihr eine kritische Anmerkung gewidmet, sie hält den sehr an der Psychologie von Ludwig Klages orientierten Ansatz von Kasdorff für »naiven Realismus«. Hamburger, Käte: Thomas Mann und die Romantik. Eine problemgeschichtliche Studie. Berlin 1932, S. 78 (Anm. 85).Google Scholar
  5. 5.
    Über Käte Hamburgers akademischen Werdegang, ihre Exiljahre (1934 bis 1956) sowie ihre Bedeutung für die Diskussionen innerhalb der Literaturtheorie vgl. Dane, Gesa: Käte Hamburger (1896–1992). In: Christoph König, Hans-Harald Müller, Werner Röcke (Hg.): Wissenschaftsgeschichte der Germanistik in Portraits. Berlin 2000, S. 189–198.Google Scholar
  6. 6.
    Hierzu vgl.: Wehrli, Max: Was ist/war Geistesgeschichte? In: Christoph König, Eberhard Lämmert (Hg.): Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 1910–1925. Frankfurt/M. 1993, S. 23–37; Kolk, Rainer: Reflexionsformel und Ethikangebot. Zum Beitrag von Max Wehrli. In: König, Lämmert (Hg.) 1993, S. 38–45.Google Scholar
  7. 7.
    Der Phänomenologe Moritz Geiger (1880–1937) lehrte seit 1915 in München, von 1923 an bis zu seinem Exil (1933) als Professor in Göttingen.Google Scholar
  8. 8.
    Hamburger, Käte: Philosophie der Dichter. Novalis — Schiller — Rilke. Stuttgart 1966; es geht Hamburger in dieser Studie darum, die Eigenheit der literarischen im Vergleich zur philosophischen Aussage zu profilieren: Um zu zeigen, daß Dichtung mehr ist als eine von mehreren Möglichkeiten von Bewußtseinsakten, bezieht sie dichterische Aussage und phänomenologische Reduktion (am Beispiel von Rainer Maria Rilke und Edmund Husserl) aufeinander; ferner werden Novalis und der Neukantianismus sowie Schiller und Sartre miteinander in Beziehung gesetzt, für Hamburger ist von Bedeutung, daß sowohl Novalis als auch Schiller und Sartre als Philosophen und zugleich als Dichter hervorgetreten waren. Mit dem frühen Novalisaufsatz (1929, vgl. Anm. 2) beginnt diese Studie.Google Scholar
  9. 9.
    Unger, Rudolf: Literaturgeschichte als Problemgeschichte. Zur Frage geisteshistorischer Synthese, mit besonderer Beziehung auf Wilhelm Dilthey. In: Ders.: Aufsätze zur Prinzipienlehre der Literaturgeschichte. Berlin 1929 (Neue Forschung. Arbeiten zur Geistesgeschichte der germanischen und romanischen Völker; Bd. 1), S. 137–170; Erstdruck: Schriften der Königsberger Gelehrten Gesellschaft, Geisteswissenschaftliche Klasse, 1. Jahr, Berlin 1924, Heft 1.Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. Käte Hamburger an Rudolf Unger, [S. 3]; der dort zitierte Satz findet sich in Rudolf Ungers Literaturgeschichte als Problemgeschichte(Unger 1929, S. 155).Google Scholar
  11. 11.
    Unger 1929, S. 151.Google Scholar
  12. 12.
  13. 13.
  14. 14.
    Unger 1929, S. 163.Google Scholar
  15. 15.
    Hamburger, Käte: Das Mitleid. Stuttgart 1985; eine Bibliographie findet sich in: Ehrenpromotion Käte Hamburger am 25. Juni 1980. Dokumentation. Herausgegeben von Johannes Janota und Jürgen Kühnel. Siegen 1980, S. 40–44.Google Scholar
  16. 16.
    Die Rekonstruktion dieser Etappen, Auslandsaufenthalt und Exil ermöglicht der weitgehend erhaltene Briefwechsel zwischen Thomas Mann und Käte Hamburger. Vgl.: Thomas Mann — Käte Hamburger. Briefwechsel 1932–1955. Hg. v. Hubert Brunträger. Frankfurt/M. 1999 (Thomas-Mann-Studien; Bd. 20).Google Scholar
  17. 17.
    Dazu: Hahn, Barbara: »Laßt alle Hoffnung fahren…« Kulturwissenschaftlerinnen vor 1933. Einleitung zu: Dies. (Hg.): Frauen in den Kulturwissenschaften. Von Lou Andreas-Salome bis Hannah Arendt. München 1994, S. 7–24; die vielfachen theoretisch-inhaltlichen sowie sozialen Implikationen des Außenseiterstatus von Juden und Frauen in der germanistischen Literaturwissenschaft der deutschen Universität stellt Hahn in einer neueren Untersuchung zusammenfassend dar, vgl. dies.: Außenseiter. Eine Skizze. In: König, Müller, Röcke (Hg.) 2000, S. 273–279.Google Scholar
  18. 18.
    Vgl. z. B. Bourdieu, Pierre: Strategies de reproduction et modes de domination. In: Bulletin d’Information de la Mission Historique Française en Allemagne, Nr. 26/27, 1993, S. 125–145; weiter: Hassauer, Friederike: Homo. Academica: Geschlechterkontrakte, Institution und die Verteilung des Wissens. Wien 1994.Google Scholar
  19. 19.
    Vgl. Boedecker, Elisabeth/Meyer-Plath, Maria (Hg.): 50 Jahre Habilitation von Frauen. Göttingen 1974, S. 206; das Habilitationsverfahren in Kiel schloß Melitta Gerhard am 27. Juli 1927 mit dem öffentlichen Habilitationsvortrag ab, siehe dazu: Gerhard, Melitta: Der Wandel des Schillerbildes in unserer Zeit. In: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte (DVjs), 1929, S. 123–136; hier S. 123 (Anm.), dazu: Dane, Gesa: Melitta Gerhard (1891–1981): Die erste habilitierte Germanistin: ›In bunten Farben schillernder Gast‹ und ›uniformes Glied der Zunft‹. In: Hahn (Hg.) 1994, S. 219–234.Google Scholar
  20. 20.
    Käte Hamburger an Josef Körner vom 12. Mai 1946, zit. nach: Boden, Petra: Es geht ums Ganze! Vergleichende Beobachtungen zur germanistischen Literaturwissenschaft in beiden deutschen Staaten 1945–1989. In: Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte 91, 1997, H. 2, S. 247.Google Scholar

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