Advertisement

Marieluise Fleißers erstes Studienjahr an der Ludwig-Maximilians-Universität in München

Chapter
  • 33 Downloads

Zusammenfassung

Marieluise Fleißer, die vom Wintersemester 1920/21 bis zum Beginn des Sommersemesters 1924 an der Ludwig-Maximilians-Universität in München eingeschrieben war, gab nach diesen sieben Semestern ihr Studium auf, ohne einen Abschluß erreicht zu haben.1 Der Forschung ist über dessen Inhalte bisher kaum etwas bekannt, die Autorin hat sich dazu im nachhinein wenig geäußert.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Anmerkungen

  1. 1.
    Die Angaben der Autorin, sie habe sich nach bestandenem Abitur zum Wintersemester 1919/1920 an der Ludwig-Maximilians-Universität in München immatrikuliert (vgl. Fleißer, Marieluise: Meine Biographie. In: Dies.: Gesammelte Werke. Bd. IV: Aus dem Nachlaß. Hg. v. Günther Rühle in Zusammenarbeit mit Eva Pfister. Frankfurt/M. 1994, S. 523–544; hier S. 525), weichen in diesem Punkt von den erhaltenen Unterlagen ab: Der Jahresbericht der »Höheren Mädchenschule der Englischen Fräulein«, in die sie zum Schuljahr 1914/15 in die Klasse I der »Real-Gymnasial-Kurse« aufgenommen worden war, weist sie für das Schuljahr 1919/20 noch als Schülerin der Abiturklasse (dem sechsten und abschließenden der »Real-Gymnasial-Kurse«) aus. (Dort als Aloysia Fleißer, vgl. Nachlaß im Stadtarchiv Ingolstadt, Signatur I, 14–1. Auf diesen Namen lauten auch ihre Immatrikulationsunterlagen).Google Scholar
  2. 2.
    Archiv der Ludwig-Maximilians-Universität München, Signatur: Stud-BB-626 (Fleißer), 2 Seiten; Signatur Stud-BB-643 (Fleißer), 1 Seite. Ich danke Frau Ursula Lochner, Diplom-Archivarin, für ihre freundliche Hilfe.Google Scholar
  3. 3.
    Archiv der Ludwig-Maximilians-Universität München, Signatur: Studentenkartei, verso. Diese Karte ist der Forschung bereits bekannt. Das darauf befindliche Paßfoto ist z. B. reproduziert in: Schriftenreihe der Marieluise Fleisser Gesellschaft e.V., Heft 1, 1997, S. 1.Google Scholar
  4. 4.
    »Ende 1924 muß die Fleißer nach Ingolstadt zurück. Der Vater ist zornig, weil sie kein Examen angestrebt hat. Er wollte eine Mittelschullehrerin aus ihr machen, das wollte sie wieder nicht.« (Fleißer: Meine Biographie, S. 527).Google Scholar
  5. 5.
    »Seine [Jappes, B. W.] Ablehnung des Universitätsbetriebs dürfte sie sich zu eigen gemacht haben«, mutmaßt z. B. Günther Lutz. (Lutz, Günther: Marieluise Fleißer. Verdichtetes Leben. O. O. [Dachau] 1989, S. 34).Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. Mannes, Gast: Marieluise Fleißer und Alexander Weicker. »Ich bin stolz auf ihn, solange ich lebe.« Echternach 1999, S. 25.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. Mannes 1999, S. 32.Google Scholar
  8. 8.
    Nachlaß, Signatur IX, 17. Diese Notizen können sowohl als Vorarbeiten für einen Essay über Brecht als auch für die Erzählungen »Frühe Begegnung« oder »Avantgarde« angesehen werden. (Vgl. Pfister, Eva: »Unter dem fremden Gesetz.« Zu Produktionsbedingungen, Werk und Rezeption der Dramatikerin Marieluise Fleißer. Wien 1981, S. 46, Anm. 39).Google Scholar
  9. 9.
    Fleißer, Marieluise: Gesammelte Werke. Bd. III: Gesammelte Erzählungen. Hg. v. Günther Rühle. Frankfurt/M. 1994, S. 117–168; hier S.117 u. 122.Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. Pfister 1981, Kapitel »Studium«, S. 32–35. Vgl. auch: Dies.: Eine Wirklichkeit mußte sie haben. Über den Aufbruch der Marieluise Fleißer. In: Marieluise Fleißer. Anmerkungen, Texte, Dokumente. Mit Beiträgen von Eva Pfister und Günther Rühle. Hg. v. Friedrich Kraft. Ingolstadt 1981, S. 9–52; hier S. 27.Google Scholar
  11. 11.
    Die Vordrucke dazu sahen ganz offensichtlich Studentinnen noch nicht vor: Die Zeile für den Namen ist mit »Herr« bezeichnet. Marieluise Fleißer trug sich mit »Luis Fleisser« ein, dem Namen, mit dem sie in Ingolstadt gerufen wurde. So unterschrieb sie z. B. auch das Telegramm an den Vater in Ingolstadt, das von der Aufführung ihres ersten Theaterstückes in Berlin berichtet: »Uraufführung gelungen großer Beifall. Gruß Luis« (Telegramm vom 25. April 1926, Nachlaß, Signatur III/1926, 6/26).Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. Pfister 1981 (Eine Wirklichkeit mußte sie haben), S. 27.Google Scholar
  13. 13.
    Fleißer: Meine Biographie, S. 525.Google Scholar
  14. 14.
    Zitiert nach: Fleißer, Marieluise: Die List. Frühe Erzählungen. Hg. und mit einem Nachwort versehen v. Bernhard Echte. Frankfurt/M. 1997, S. 85–88; hier S. 87.Google Scholar
  15. 15.
    Das Vorlesungsverzeichnis des »Sommer-Halbjahres« 1920 listete die Veranstaltungen der Fakultäten nach Fächern geordnet auf; die Philosophische Fakultät I umfaßte »Buch- und Bibliothekswesen« (I), »Philosophie und Pädagogik« (II), »Philologie« (III), »Geschichte« (IV) und »Kunstwissenschaft« (V), unter letzterer waren u. a. die Veranstaltungen der Theaterwissenschaften angekündigt. Vom »Winter-Halbjahr« 1920/21, Fleißers erstem Semester in München (dessen Veranstaltungen am 21. Oktober begannen und am 15. März endeten), bis einschließlich zum »Winter-Halbjahr« 1921/22 war das Vorlesungsverzeichnis nach Personen geordnet. Erst im »Sommer-Halbjahr« 1922 kehrte man zur Auflistung nach Fächern zurück: Die philosophische Fakultät I umfaßte nun »Philosophie und Pädagogik« (I), »Geschichte und geschichtliche Hilfswissenschaften« (II), »Archäologie, Kunstgeschichte und Musikwissenschaften« (III), »Philologie« (IV) und »Fertigkeiten« (V). (Unter letzteren wurden Übungen zur Rhetorik (»Beredsamkeit«) bzw. Sprecherziehung angekündigt). Meine Recherche nach einer Studienordnung für das Fach »Dramaturgie«, der man u. a. Belegverpflichtungen entnehmen könnte, war bisher nicht erfolgreich.Google Scholar
  16. 16.
    Im Vorlesungsverzeichnis ist letztere mit dem vollständigen Titel »Übgen [sie] u. prakt. Theaterkritik an Hand d. Spielplanes unserer Bühnen« aufgeführt. Kutscher hielt diese Veranstaltung über mehrere Semester hin ab. (Ludwig-Maximilians-Universität München. Verzeichnis der Vorlesungen Winter-Halbjahr 1920/1921, München 1920; hier S. 15).Google Scholar
  17. 17.
    Nachlaß, Signatur V, 14. Zitiert nach: Mannes 1999, S. 25.Google Scholar
  18. 18.
    Vgl. Pfister 1981 (Eine Wirklichkeit mußte sie haben), S. 27.Google Scholar
  19. 19.
    Vgl. Pfister 1981 (Eine Wirklichkeit mußte sie haben), S. 25.Google Scholar
  20. 20.
    Kunstgeschichte. Eine Einführung. Hg. v. Hans Belting u. a. 5. überarb. Aufl. Berlin 1996. Einleitungskapitel v. Heinrich Dilly, S. 7–17; hier S. 11.Google Scholar
  21. 21.
    Dilly, Heinrich: Wechselseitige Erhellung — Die Kunstgeschichte und ihre Nachbardisziplinen. In: Kunstgeschichte 1996, S. 357–371; hier S. 366.Google Scholar
  22. 22.
    Nachlaß, Signatur XI, 6.Google Scholar
  23. 23.
    »Blütezeit der Romantik« (Haessel, Leipzig 1920) und »Ausbreitung und Verfall der Romantik« (ebd.); vgl. Tax, Sissi: marieluise fleißer. schreiben, überleben, ein biographischer versuch. Berlin 1984, S. 253. Allerdings belegt keine Notiz im Buch oder ein Exlibris, seit wann sie diese Bücher besessen und vor allem, wann sie sie gelesen hat.Google Scholar
  24. 24.
    Ludwig-Maximilians-Universität München. Verzeichnis der Vorlesungen. Winter-Halbjahr 1920/1921, München 1920, S. 15.Google Scholar
  25. 25.
    Ebd., S. 11. Erst das Vorlesungsverzeichnis WS 1923/24 verzeichnet »Leibesübungen« (S. 36), die aber durchaus auch Vortragscharakter haben.Google Scholar
  26. 26.
    Z. B. »Die List«, »Der Apfel«, »Das Märchen vom Asphalt«, »Die Ziege« oder »Die Vision des Schneiderleins«.Google Scholar
  27. 27.
    »Zwerg Auge. Eine Legende«. In: Fleißer, Marieluise: Gesammelte Werke. Bd. IV, S. 210–217; hier S. 217.Google Scholar
  28. 28.
    Sabine Göttel rekurriert in ihrer Arbeit (»Natürlich sind es Bruchstücke.« Zum Verhältnis von Biographie und literarischer Produktion bei Marieluise Fleißer. St. Ingbert 1997) kurz auf die geschichtsphilosophische Tradition des Fragment-Begriffs in der Romantik (vgl. S. 39 f.).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2001

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations