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Erda

Mythische Quellen und musikalische Gestaltung
  • Susanne Vill

Zusammenfassung

Im Augenblick von Wotans tiefster Verstrickung in Machgier, als er Recht, Vertragstreue und Verantwortung für andere erneut aufs Spiel setzt, um den Ring als Garant der Macht an sich zu reißen, läßt Wagner ein ›Wunden‹ geschehen. Die Erde bricht auf und warnt den Rasenden vor den Folgen seiner Tat. Gebannt von der Erscheinung der Göttin Erda im bläulichen Licht, fasziniert vom mystischen Erlebnis ihrer Zukunftsoffenbarung, läßt er den Ring fahren, um ihr zu folgen, mehr von ihr zu erfahren, ihr Wissen zu ergründen. Kein anderer Gott, keine andere Göttin hatte ihn aufhalten können. Erst an Erda erfährt Wotan die Begrenzung seiner Freiheit durch die Einbindung in den Organismus des Erdenlebens. Der Wille zur Tat sieht sich konfrontiert mit dem Sein.

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Anmerkungen

  1. 2.
    Jean-Claude Carrière, Mahabharata. A Play Based upon the Indian Classic Epic, New York 1987.Google Scholar
  2. 4.
    vgl. Robert Gutman, Richard Wagner, The Man, His Mind, and His Music, London 1968, S. 157Google Scholar
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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2001

Authors and Affiliations

  • Susanne Vill

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