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Einleitung

  • Markus Dubischar
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Zusammenfassung

In den Agonszenen hat man seit jeher ein besonderes und charakteristisches Merkmal euripideischer Dramen gesehen, für die der Dichter bald gelobt, bald getadelt wurde, je nach dem Geschmack der Zeit und auch den praktischen Bedürfnissen derer, die seine Tragödien rezipierten. Aristophanes macht Euripides‘ Hang zu, wie er es darstellt, trickreicher und effekthaschender Gerichtsrhetorik zu einem Ziel des Spotts1, im 1. Jh. n. Chr. dagegen preisen Quintilian und Dio Chrysostomos Euripides gerade wegen seiner rednerischen Qualitäten und empfehlen die gründliche Lektüre dieses Dichters wärmstens2. Das frühe 19. Jahrhundert stand Euripides eher reserviert oder ablehnend gegenüber. Den ausgeprägten Rationalismus, den verstörenden Realismus, den angeblichen moralischen Relativismus und den ohne Zweifel vorhandenen Einfluß der Rhetorik schätzte man nicht, womit gerade jene Züge benannt sind, die nicht allein in den Agonen, aber dort doch am deutlichsten anzutreffen sind. Wieweit diese Merkmale Euripides als Dichter tatsächlich hinreichend charakterisieren und ob sie notwendigerweise einen Vorwurf bedeuten, soll hier nicht diskutiert werden. Die nach heutigen Maßstäben gerechtere Beurteilung, die Euripides seit dem späteren 19. Jahrhundert erfahren hat, richtet sich jedenfalls nur noch zum Teil nach diesen für den früheren akademischen und außerakademischen Diskurs so zentralen Begriffen3. Daß aber gerade die Agonszenen besonders typisch für die euripideische Tragödie sind, ist heute so anerkannt wie früher.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2001

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  • Markus Dubischar

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