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Reminiszenz und Erinnerung: Musik als narratives Zeichen im inneren und äußeren Kommunikationssystem

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Zusammenfassung

Wie bereits an verschiedenen Beispielen sichtbar wurde, vermag die Musik in der Dialogoper die Funktion eines Signals anzunehmen. Die Zeichenqualität eines musikalischen Signals ist derjenigen im Sprechdrama durchaus vergleichbar, nach Pfister fiele es in die Kategorie der außersprachlichen akustischen Codes1, wozu „realistisch motivierte Geräusche, konventionalisierte Klangeffekte (Glocke, Donner usw.) und Musik“ zu zählen sind.2 In der (Dialog-)Oper stellt sich das Phänomen des Signals ungleich komplexer dar, sofern ein solches Zeichen nicht, wie etwa Blondels Geigenspiel in Grétrys Richard Cœur-de-Lion, isoliert innerhalb des Dialogs figuriert. Anders als im Schauspiel „senden“ im Musiktheater die dramatis personae ihr Signal meist über präexistente Musik, welches als eine der Bühnenfigur „zugehörige“ Musik verstanden wird. So auch in dem klassischen Fall der Romance in Richard Cœur-de-Lion: Richard erkennt „sein“ Lied, das von Blondel im zweiten Akt gesungen wird.3

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Notizen

  1. 1.
    Vgl. hierzu den Abschnitt „Das Repertoire der Codes und Kanäle“ bei Manfred Pfister, Das Drama, München 91997, S. 25–29.Google Scholar
  2. 15.
    Zur Handlung der Oper vgl. David Charlton, Motif and Recollection in four Operas of Dalayrac, in: Soundings 7, 1978, S. 42ff.Google Scholar
  3. 24.
    Vgl. das Zitat bei Charlton, a.a.O., S.42. Zur Zusammenarbeit zwischen Komponist und Textdichter vgl. auch Karin Pendle, Marsollier and Dalayrac: A Working Friendship, in: Mu-sic and Letters 64, 1983, S. 44–57.Google Scholar
  4. 33.
    Carl Maria von Weber, Sämtliche Schriften, hrsg. von Georg Kaiser, Berlin/Leipzig 1908, S. 114.Google Scholar
  5. 35.
    Zur Dramaturgie von Bouillys Oper im Kontext der „Rettungsoper“ vgl. Sieghart Döhring/Sabine Henze-Döhring, Oper und Musikdrama im 19. Jahrhundert (Handbuch der musikalischen Gattungen 13), Laaber 1997, S. 68ff.Google Scholar
  6. 36.
    Zum Inhalt der Oper vgl. auch Richard Hohenemser, Luigi Cherubini: sein Leben und seine Werke, Leipzig 1913, S. 243ff., hier S.245.Google Scholar
  7. 59.
    Oskar Bie, Die Oper, [1913], München 1988, S. 260.Google Scholar
  8. 64.
    Zur Dramaturgie der Oper vgl. Karin Pendle, Eugène Scribe and French Opera of the Nineteenth Century, Ann Arbor 1979, S. 102–139.Google Scholar
  9. 88.
    Zu Boieldieus außerdramatischen Romance-Kompositionen vgl. Georges Favre, Boieldieu: sa vie—son œuvre, Paris 1945, Bd.2, S. 3–25; zur Verwendung von Romance und Couplet in den Opern vgl. ebd., S.184–187.Google Scholar

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