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Der gestohlene Mond von Ernst Barlach

  • Adolf Muschg
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Zusammenfassung

Barlach ist lachbar — aus dem Kalauer, mit dem der 1870 geborene und erst in den zwanziger Jahren berühmt gewordene Bildhauer und Schriftsteller sich selbst verspottete, wurde nach der »Machtergreifung« böser Ernst. Nun wollte man ihm, dem Erzniederdeutschen, sogar aus der ersten Namenssilbe den Strick nichtarischer Herkunft drehen. »Jüdische Verbindungen« besaß er allerdings mit Berliner Kunst- und Verlagshändlern wie Paul Cassirer; ihr Kredit war an dem »statiösen« Atelierhaus beteiligt, das er sich zu Beginn der dreißiger Jahre bei Güstrow am Inselsee bauen ließ. Sein Herzenswunsch war es nicht; der ehemalige Pferdestall, in dem er zwei Jahrzehnte hantiert hatte, hätte es ihm noch länger getan. Doch auch sein Gehilfe Böhmer befand, er sei jetzt auf größerem Fuß zu leben verpflichtet; seit Böhmers Ehefrau Marga in den Haushalt des Meisters umgezogen war, wirkte er als dessen Agent. Als Parteigenosse versprach er auch einen gewissen Schutz vor der gegen Barlach einsetzenden Hetze. Nun wurde es zur Existenzfrage, für wie »entartet« seine Kunst zu gelten hatte.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2000

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  • Adolf Muschg

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