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Die „Made“ des Symbols

  • Sigmund Freud
  • Jean Hyppolite
Chapter

Zusammenfassung

Um die sprachliche Dimension der Wirklichkeit geht es auch in Sigmund Freuds Text der Verneinung, der durch Jean Hyppolite und Jacques Lacan kommentiert und weiterentwickelt wurde. Die Theorie der Verneinung kann man als grundlegend bezeichnen für die Frage des Parasitären: Zum einen tritt „der Parasit“ gemeinhin im Modus der Verurteilung bzw. Urteilsverwerfung auf. Betrifft dieser Aspekt die Attribuierung des Parasiten, d.h. die Bewegung, die ihn setzt, wird das Parasitäre in der Theorie der Verneinung noch anders relevant: in seiner Affinität zum Verneinungssymbol, das als Merkzeichen einer aufgehobenen Verdrängung im Sprechen zurückbleibt. Das Verneinungszeichen erinnert daran, daß das Symbol die Bedingung ist, damit ein Verdrängtes sich — wenn auch entstellt — artikulieren darf. Freuds Text zur Verneinung beginnt folgendermaßen:

„Die Art, wie unsere Patienten ihre Einfälle während der analytischen Arbeit vorbringen, gibt uns Anlaß zu einigen interessanten Beobachtungen. ‘Sie werden jetzt denken, ich will etwas Beleidigendes sagen, aber ich habe wirklich nicht diese Absicht.’ Wir verstehen, das ist die Abweisung eines eben auftauchenden Einfalles durch Projektion. Oder: ‘Sie fragen, wer diese Person im Traum sein kann. Die Mutter ist es nicht.’ Wir berichtigen: ‘Also ist es die Mutter.’ Wir nehmen uns die Freiheit, bei der Deutung von der Verneinung abzusehen und den reinen Inhalt des Einfalls herauszugreifen. Es ist so, als ob der Patient gesagt hätte: ‘mir ist zwar die Mutter zu dieser Person eingefallen, aber ich habe keine Lust, diesen Einfall gelten zu lassen.’“1

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2000

Authors and Affiliations

  • Sigmund Freud
  • Jean Hyppolite

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