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Die Literarische Moderne (1890–1920)

  • Wolfgang Beutin
  • Klaus Ehlert
  • Wolfgang Emmerich
  • Christine Kanz
  • Bernd Lutz
  • Volker Meid
  • Michael Opitz
  • Carola Opitz-Wiemers
  • Ralf Schnell
  • Peter Stein
  • Inge Stephan
Chapter

Zusammenfassung

Das Adjektiv ›modern‹ wurde seit dem Mittelalter für alles Innovative verwendet. Häufiger wurde es im 18. Jahrhundert gebraucht, um Forderungen nach künstlerischer Originalität durchzusetzen. »Die Moderne« wurde erst um die Jahrhundertwende zum Schlagwort, nachdem der Literaturhistoriker Eugen Wolff (1863–1929) 1886 vor dem naturalistischen Verein »Durch!« den Begriff substantivisch benutzt hatte. Die zehn Thesen zur Moderne (1886) der »Freien literarischen Vereinigung« »Durch!« wurden vor Vertretern junger, oppositioneller Literaturbestrebungen vorgetragen, die eine literarische Richtung durchsetzen wollten, die sie als ›Naturalismus‹ bezeichneten — ein Name, den nicht von ungefähr ein Mediziner (Konrad Küster) gefunden hatte. Denn von jetzt an sollte es ›naturwissenschaftlich‹ zugehen. Die Thesen, vermutlich von Wolff formuliert, gehören zu den ersten öffentlichen Äußerungen über die ›klassische‹ oder literarische Modernes die zwanzig Jahre vor und nach der vorletzten Jahrhundertwende anzusiedeln ist. Eine »Revolution in der Literatur zu Gunsten des modernen Grundprinzips« sollte die Überwindung eines alten Zustands bewirken: »Unser höchstes Kunstideal ist nicht mehr die Antike, sondern die Moderne.« Realisieren sollten es von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen geprägte Kunstwerke, die »den Menschen mit Fleisch und Blut und mit seinen Leidenschaften in unerbittlicher Wahrheit zeichnen«.

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2001

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Beutin
  • Klaus Ehlert
  • Wolfgang Emmerich
  • Christine Kanz
  • Bernd Lutz
  • Volker Meid
  • Michael Opitz
  • Carola Opitz-Wiemers
  • Ralf Schnell
  • Peter Stein
  • Inge Stephan

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