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Humanismus und Reformation

  • Wolfgang Beutin
  • Klaus Ehlert
  • Wolfgang Emmerich
  • Christine Kanz
  • Bernd Lutz
  • Volker Meid
  • Michael Opitz
  • Carola Opitz-Wiemers
  • Ralf Schnell
  • Peter Stein
  • Inge Stephan
Chapter

Zusammenfassung

Ulrich von Hutten (1488–1523) war einer der bedeutendsten deutschen Humanisten. In seinem Brief vom 25. Oktober 1518 an den ebenfalls humanistisch gesinnten Nürnberger Patrizier Willibald Pirckheimer drückte er stellvertretend für eine ganze Generation das Lebensgefühl der Humanisten aus, in einer Zeit, in der die geistig-künstlerische Blüte als entscheidender Durchbruch, als Überwindung des Mittelalters angesehen werden konnte: »O Jahrhundert, o Wissenschaften! Es ist eine Lust zu leben, wenn auch noch nicht in der Stille. Die Studien blühen, die Geister regen sich. Barbarei, nimm dir einen Strick und mache dich auf Verbannung gefaßt. « Was Hutten nicht wissen konnte: Zu dem Zeitpunkt, als er das Loblied seines Jahrhunderts sang, erreichte der Renaissance-Humanismus gerade seinen Höhepunkt, um nicht lange danach teils rascher, teils allmählich an Resonanz zu verlieren. Im Jahr 1527, als wieder einmal ein deutscher Herrscher — Kaiser Karl V., der bei anderer Gelegenheit auch als päpstlicher Verbündeter auftrat — Krieg gegen einen Papst führte, verwüsteten die kaiserlichen Söldner, Spanier und Deutsche, das Renaissance-Rom fast völlig, wobei 5000 Einwohner ihr Leben lassen mussten. Es war ein barbarischer Akt, der in der italienischen Geschichte als »Sacco di Roma« bekannt ist und allgemein als Anfang vom Ende der Renaissance gilt.

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2001

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Beutin
  • Klaus Ehlert
  • Wolfgang Emmerich
  • Christine Kanz
  • Bernd Lutz
  • Volker Meid
  • Michael Opitz
  • Carola Opitz-Wiemers
  • Ralf Schnell
  • Peter Stein
  • Inge Stephan

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