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Themen und Ordnungen der Diskurse

  • Thomas Anz
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Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Bei allen Unterschieden in der Verwendung des Begriffs ›modern‹ oder ›Moderne‹ ist doch ein semantisches Merkmal immer präsent: der Bedeutungsaspekt des Attributs ›neu‹. ›Modern‹ und ›neu‹ sind fast Synonyme. Wer den Anspruch auf Modernität erhob oder auch nur beschrieb, meinte den Anspruch auf eine wie auch immer geartete Innovation. Die expressionistische Moderne erhob ihn in einem geradezu inflationären Ausmaß. Er war maßgeblicher Bestandteil ihrer Selbstbeschreibung wie ihrer künstlerischen Praxis. Und der Erneuerungsanspruch war umfassend. In Abgrenzung von jenen, die den Expressionismus auf formale Innovationen reduzieren wollten, proklamierte Karl Otten 1918 in den Neuen Blättern für Kunst und Dichtung: »Der Expressionismus war nicht die neue Form, sondern auch Ausdruck einer Verzweiflung Ungläubiger, die ratlos geduckt sich den Tag des Gerichts im Toben ihrer subjektiven Empfindungen zu übertäuben suchten. Versprengt in vielen, wie Keim einer neuen Seele eines neuen Menschen, leuchtet Hoffnung auf bessere Zukunft« (Otten 1918, S. 80).

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2010

Authors and Affiliations

  • Thomas Anz
    • 1
  1. 1.Universität MarburgDeutschland

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