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»bey dem Genuße von frucht-versüßtem Eise« Anmerkungen zum musikalischen Teil des Salonalbums von Madame C. Beaumarié

  • Volker Kalisch
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Zusammenfassung

Vor mir liegt das Salonalbum der Madame C. Beaumarié.1 Ich werde mich auf dessen musikalischen Teil beschränken. Von »Teil« ist etwas irreführend die Rede, lässt doch die Sammlung zumindest eine ideelle Aufteilung der zum Album gebundenen Blätter erkennen; da sind zuerst die poetisch-literarischen Dokumente von Heinrich Heine, George Sand u. a., dann vor allem Zeugnisse der bildnerischen Gestaltung schließlich musikalische Notate, bevor noch einmal einige Bildkunstwerke den Band beschließen. Das Album ist von einzigartiger Bedeutung. »Einzigartig« im richtig verstandenen, deskriptiven, nicht wertenden Sinne! So sind sowohl die hier zusammengeführten autographen Dokumente singulär, wie sich auch ihre tatsächliche Zusammenstellung nirgends sonst wiederholt. Dieses Album gibt es kein zweites Mal, weder hinsichtlich seiner einzelnen Blätter noch in seinen materialen Teilen, noch in der Gesamtanlage, die bei allem erkennbaren Muster sich doch mehr der Zufälligkeit verdankt. Wobei das Ganze denn doch mehr ist als die Summe seiner Teile. Bei der Mehrheit der musikalischen Eintragungen handelt es sich häufig um für den konkreten Album-Anlass niedergeschriebene Spontan-»Kompositionen«, eine kleinere (im vorliegenden Falle aber nicht unerhebliche) Zahl greift auf bereits komponierte und sogar veröffentlichte Musik zurück.

Heinrich Heine: »Ein Fichtenbaum steht einsam«. Eigenhändiges Albumblatt für C. Beaumarié

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Anmerkungen

  1. 3.
    Andreas Ballstaedt und Tobias Widmaier: Salonmusik. Zur Geschichte und Funktion einer bürgerlichen Musikpraxis. — In: Beihefte zum Archiv für Musikwissenschaft 28 (1989), S. 30 f.Google Scholar
  2. 4.
    Vgl. Christoph Hellmundt und Wolfgang Orf: Einführung. — In: Die musikalischen Albumblätter der Luise Avé-Lallemant zu Leipzig. Eine Autographensammlung aus der Leipziger Universitätsbibliothek. Mit einem Geleitwort von Kurt Masur. Einführung und Kommentar von Christoph Hellmundt und Wolfgang Orf. Leipzig 1981, S. 7.Google Scholar
  3. 5.
    Vgl. Wolfgang Ruppert: Bürgerlicher Wandel. Die Geburt der modernen deutschen Gesellschaft im 18. Jahrhunder. Frankfurt a. M. 1984, S. 154.Google Scholar
  4. 9.
    Vgl. etwa Hedwig Weilguny und Willy Handrick: Franz Liszt. 6. Aufl. Leipzig 1980, S. 14 ff.Google Scholar
  5. 10.
    Alexander Serow: Briefe aus dem Ausland. — In: ders.: Aufsätze zur Musikgeschichte. Aus dem Russischen übersetzt von Felix Loesch. Berlin 1955, S. 338–386, hier S. 366 f.Google Scholar
  6. 11.
    Vgl. Adalbert Engel: Franz Liszt. Der virtuose Klang der Menschlichkeit. Gernsbach 1989, S. 241 ff.Google Scholar
  7. 13.
    Vgl. z. B. Walter Georgii: Klaviermusik. Geschichte der Musik für Klavier zu zwei Händen von den Anfängen bis zur Gegenwart. Berlin, Zürich 1941, S. 339.Google Scholar
  8. 15.
    Vgl. ebd., S. 10 ff. Es sei nur am Rande angemerkt, dass die hier vorgestellte Quelle mit ihren interessanten Abweichungen hinsichtlich gesetzter Artikulationsbögen und jeweils Halber statt Viertel am Ende der zu Einheiten zusammengefassten Melodieverläufe in der rechten Hand weder der Gesamtausgabe noch dem Werkverzeichnis zur Zeit der jeweiligen Drucklegung bekannt war. Vgl. Fryderyk Chopin: Sämtliche Werke. Bd. II: Etüden für Klavier. Hrsg. von I. J. Paderewski, L. Bronarski, J. Turczynski. Warschau, Krakau 1949, S. 168, und Krystyna Kobylanska: Frédéric Chopin. Thematisch-bibliographisches Werkverzeichnis. München 1979, S. 151 ff.Google Scholar
  9. 18.
    Vgl. Julius Kapp: Niccolo Paganini. 15. Aufl. Tutzing 1969, S. 113.Google Scholar
  10. 19.
    Vgl. Edward Neill: Niccolò Paganini. Eine Biographie. München 1993, S. 311 f.Google Scholar
  11. 21.
    Vgl. Walter G. Armando: Paganini. Eine Biographie. Hamburg 1960, S. 316,Google Scholar
  12. und Imre Ormay: Wenn Paganini ein Tagebuch geführt hätte. 3. Aufl. Budapest 1988, S. 124.Google Scholar
  13. 23.
    Vgl. D. Kern Holoman: Catalogue of the Works of Hector Berlioz. — In: Hector Berlioz: New Edition of the Complete Works. Bd. 25. Kassel u. a. 1987, H. 80, S. 211–217, hier S. 211.Google Scholar
  14. 25.
    Auch hier sei nur am Rande angemerkt, dass die vorgestellte Quelle in einem interessanten Detail von der Fassung in der Gesamtausgabe abweicht: Berlioz schließt hier die »Apotheose« im tiefen Bläsersystem auf der Dominante F-Dur über einen in Vierteln schreitenden Oktavsprung f-F unterbrochen von Viertel-Pausen. Diese Quelle war also offensichtlich bei der Drucklegung des entsprechenden Gesamtausgabenbandes und des Werkverzeichnisses nicht bekannt. Vgl. Hector Berlioz: Grande Symphonie funèbre et triomphale for Orchestra. Hrsg. von Hugh Macdonald. — In: Hector Berlioz: New Edition of the Complete Works. Bd. 19, Kassel u. a. 1987.Google Scholar
  15. 30.
    Vgl. Bernhard Bartels: Mendelssohn-Bartholdy Mensch und Werk. Bremen, Hannover 1947, S. 186.Google Scholar
  16. 34.
    Vgl. Christian Bettels: César Francks Oratorium »Les Béatitudes« im zeitgenössischen Kontext. — In: César Franck. Werk und Rezeption. Hrsg. von Peter Jost. Stuttgart 2004, S. 217–235, hier: S. 225.Google Scholar
  17. 37.
    Vgl. Joël-Marie Fauquet: César Franck. Paris 1999, S. 891.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2009

Authors and Affiliations

  • Volker Kalisch
    • 1
  1. 1.DüsseldorfDeutschland

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