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Aufklärung

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Zusammenfassung

In der zweiten Hälfte des 18. Jh.s veränderte sich das literarische Leben in Deutschland tiefgreifend. Die Buchproduktion stieg sprunghaft an; ihre Zusammensetzung veränderte sich. Während der Anteil theologischer Schriften zurückging, weitete sich der Bereich der ›schönen Wissenschaften‹, wozu auch die Literatur zählte, beträchtlich aus, ebenso der Bereich der pädagogischen Literatur und in ihm der Anteil der Literatur für Kinder. Für einige Zeitgenossen war diese Zunahme eine eher erschreckende Erfahrung; so spricht Friedrich Gedike 1787 von der »Büchermacherei für die Jugend«, die »wie die Flut des Meers eine zahllose Menge Bücher […] ans Ufer« spüle. Der mit der Metapher erweckte Eindruck, es habe eine überwältigende Zahl von Büchern für Kinder gegeben, ist allerdings zu relativieren. Im gesamten 18. Jh. dürften wenig mehr als dreitausend Bücher für Kinder erschienen sein, die Schulbücher mitgerechnet. Gegen Ende des Jahrhunderts machte die Literatur für Kinder etwa anderthalb bis zwei Prozent der Gesamtproduktion aus; heute beträgt der Anteil, ohne Schulbücher, etwa fünf Prozent.

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