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Kinder- und Jugendliteratur der DDR

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Zusammenfassung

Die Zerstörung der Produktionsstrukturen im Zweiten Weltkrieg und die Reparationspolitik der Besatzungsmacht trafen die sowjetisch besetzte Zone besonders hart. Auffällig jedoch ist das literaturpolitische Engagement der sowjetischen Militärverwaltung, die dafür sorgte, dass allein bis 1949 etwa 80 Titel bekannter Jugendbücher aus der Sowjetunion übersetzt und auf dem Gebiet der späteren Deutschen Demokratischen Republik veröffentlicht wurden, davon gut ein Viertel im Verlag der Sowjetischen Militäradministration selbst. Zu den noch 1946 erschienenen Romanen Es blinkt ein einsam Segel von Valentin Katajew und Zwei Kapitäne von Weniamin Kawerin gesellten sich noch 1947 etwa Samuil Marschaks und Jéwgenij Tscharuschins Tier-Bilderbuch Kinderchen im Käfig, dessen Übertragung Erich Weinert besorgte, und Arkadi Gaidars Tscbuk und Gek. Mit zum Teil mehreren Titeln vertreten sind Leonid Pantelejew, Wladimir Majakowski, Wladimir Sutejew und Alexander Fadejew. Zu den verbreitetsten Werken der sowjetischen Jugendliteratur zählen zu dieser Zeit Nikolai Ostrowskis Apotheose des disziplinierten Revolutionärs (Wie der Stahl gehärtet wurde, 1947), Arkadi Gaidars Kindererzählung von einer ›Bande für gute Taten‹ (Timur und sein Trupp, 1947), später auch die Schulgeschichten von Nikolai Nossow (Ich war ein schlechter Schüler, 1955).

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