Advertisement

Neubeginn, Restauration, antiautoritäre Wende

Chapter
  • 1.6k Downloads

Zusammenfassung

Nach dem 9. Mai 1945 etablieren sich in den vier Besatzungszonen, in die das besiegte ›Dritte Reich‹ aufgeteilt wurde, zwei unterschiedliche politische und auch literarische Kulturen mit Auswirkungen bis hinein in den Sonderbereich der Kinder- und Jugendliteratur. Die Spaltung teilt das ehemalige Reichsgebiet in die drei westlichen Besatzungszonen und die sowjetische, woraus 1949 dann die beiden deutschen Teilstaaten BRD und DDR hervorgehen. Die in diesem Kapitel gebotene Darstellung berücksichtigt nur die Entwicklung der Kinder- und Jugendliteratur in den drei Westzonen und der Bundesrepublik bis Ende der 1960er Jahre, als es im Zeichen der antiautoritären Bewegung zu grundlegenden Veränderungen in der Kinder- und Jugendliteratur kam. Mit einem gewissen Recht kann man von einer gemeinsamen Entwicklung der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur westlich des Eisernen Vorhangs sprechen. Sie umfasst auch — trotz einiger historischer und mentalitätsgeschichtlicher Besonderheiten — Österreich und die Deutschschweiz. »Die Literaturmärkte und -traditionen dieser Länder sind seit Jahrhunderten mit den deutschen eng verbunden und sind es nach 1945 noch oder wieder. Viele ihrer Nationalität nach österreichische oder schweizerische Autoren müssen als bis zu einem gewissen Grad bundesdeutsche Schriftsteller angesehen werden« (Fischer). Das bedeutet nicht, dass die kinder- und jugendliterarische Produktion dieser deutschsprachigen Länder umstandslos als bundesdeutsch ›eingemeindet‹ wird: Das Hauptaugenmerk liegt auf der genuin bundesdeutschen Entwicklung bis Ende der 1960er Jahre.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Bibliographie

  1. Doderer, Klaus (Hg.): Zwischen Trümmern und Wohlstand. Literatur der Jugend 1945–1960. Weinheim/Basel 1988Google Scholar
  2. Dolle-Weinkauff, Bernd: Comics — Geschichte einer populären Literaturform in Deutschland. Weinheim u.a. 1990Google Scholar
  3. Fischer, Ludwig (Hg.): Literatur der Bundesrepublik Deutschland bis 1967. München 1986 (Hansers Sozialgeschichte der deutschen Literatur. Bd. 10)Google Scholar
  4. Klüger, Ruth: Korrupte Moral: Erich Kästners Kinderbücher. In: Klüger, Ruth: Frauen lesen anders. München 1996, S. 63–82Google Scholar
  5. Mattenklott, Gundel: Zauberkreide. Kinderliteratur seit 1945. Stuttgart 1989Google Scholar
  6. Seifert, Martina; Weinkauff, Gina: Kulturtransfer. Studien zur Repräsentanz einzelner Herkunftsliteraturen. Bibliographie. Literaturverzeichnis. München 2006 (= Ent-Fernungen Bd. 2)Google Scholar
  7. Staudacher, Cornelia: Vaterlose Töchter. Kriegskinder zwischen Freiheit und Anpassung. Porträts. Zürich/Hamburg 2006Google Scholar
  8. Steinlein, Rüdiger: Brückenschläge über den »Abgrund der Vergangenheit« (Erich Kästner) — die Darstellung des Holocaust in der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur. In: Eke, Norbert Otto; Steinecke, Hartmut (Hg.): Shoah in der deutschsprachigen Literatur. Berlin 2006, S. 169–188Google Scholar
  9. Weinkauff, Gina. Fremdwahrnehmung. Zur Thematisierung kultureller Alterität in der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur seit 1945. München 2006 (= Ent-Fernungen Bd. 1)Google Scholar
  10. Wilke, Gudrun: Vergessene Jugendschriftsteller der Erich-Kästner-Generation. Frankfurt a.M. 1999Google Scholar
  11. Zinnecker, Jürgen: Jugendkultur 1940–1985. Opladen 1987CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2008

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations