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Zionismus und Literatur. Die Reise des Landarztes

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Zusammenfassung

In der Entwicklung seiner Beziehung zu Felice Bauer lag sicherlich nicht der einzige Grund für Kafka, sich nach den Erfahrungen des Winters 1911–1912 mehr und mehr von der zionistischen Bewegung abzuwenden. Man geht wahrscheinlich nicht fehl in der Annahme, wenn man den Hauptgrund für seine zunehmende Distanzierung vom Kulturzionismus in der Literaturkonzeption sucht, die sich in der Gruppe der ›Selbstwehr‹ verbreitete und sich insbesondere im Werk Max Brods ausprägte. Max Brod fühlte sich bereits seit seiner ersten Begegnung mit Buber im April 1910 zum Kulturzionismus hingezogen; auch wenn er sich erst im Jahre 1913 formell dem Bar Kochba anschloß, war er schon seit 1911 ein begeisterter Anhänger Bubers1. Ausgerechnet Brod war es jedoch bekanntlich, der Kafka zur ersten Aufführung der Lemberger Schauspieltruppe mitnahm. Höchstwahrscheinlich aber war es ebenfalls Brod, der Kafka veranlaßte, im Dezember 1910 zu Bubers drittem Vortrag über das Judentum zu gehen und sich dann mit diesem Vordenker des Zionismus im Januar 1913 persönlich zu treffen. Brod hatte einen sehr geradlinigen Weg zurückgelegt: Der Ausgangspunkt seiner Entwicklung lag in dem im Jahre 1908 erschienenen Roman Schloß Nornepygge2; mit dem Roman Arnold Beer hatte er im Jahre 1911 sich offen der Sache des Judentums angeschlossen. Brod war auf diese Weise innerhalb weniger Jahre zu einem der bekanntesten Vertreter der jungen literarischen Generation geworden.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1994

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