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Rechtsextremismus und Männlichkeit

  • Oliver Geden
Chapter
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Part of the Forschung Soziologie book series (FS, volume 200)

Zusammenfassung

Studien, die sich im Kontext der Rechtsextremismusforschung verorten, weisen eine eigentümliche Besonderheit auf. Ihr zentraler begrifflicher Bezugspunkt, der Terminus Rechtsextremismus, ist in seinem inhaltlichen Gehalt und seinen Verwendungsweisen bis in die Gegenwart in einem hohen Maße umstritten. Dies hat zur Folge, „dass jeder neue Aufsatz, jede neue Monographie zunächst einmal den kategorialen Deutungshorizont ihrer Argumentation darlegen muss“ (Kowalsky/Schroeder 1994: 9). Waren in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre immerhin noch Bestrebungen zu verzeichnen, die von Richard Stöss (1994: 24) zurecht beklagte „völlige Unübersichtlichkeit“ im Forschungsfeld in ambitionierten, wenn auch auffällig wenig rezipierten Reflexionen und Überblicksstudien zu beheben oder wenigstens abzubauen (vgl. etwa Neureiter 1996; Butterwegge 1996; Mantino 1999), so macht sich in jüngeren Publikationen bisweilen fast schon so etwas wie Resignation breit. So konstatiert etwa Jürgen Winkler nicht nur, dass „heute niemand mehr das Forschungsfeld in seiner ganzen Breite zu überschauen“ (Winkler 2000: 38) vermag, er beklagt gar ein „Warenlager an Konzepten ohne Theoriebezug mit verheerenden Folgen für den Fortschritt der Wissenschaft“ (ebd.: 40).

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Literatur

  1. 6.
    Eine solche begriffliche Alternative ist für die nahe Zukunft schon deshalb nicht zu erwarten, weil der Terminus Rechtsextremismus eben nicht nur im wissenschaftlichen Diskurs Verwendung findet, sondern ebenso im Verfassungs- und Strafrecht, im Alltag und als politischer Kampfbegriff (vgl. Gessenharter/Fröchling 1998b: 15; Gessenharter 1998a: 27ff). Zudem beziehen sich die diversen Verwendungsweisen wechselseitig aufeinander. Dementsprechend hat sich der Terminus Rechtsextremismusforschungals innerwissenschaftliche Selbstbezeichnung durchgesetztGoogle Scholar
  2. 8.
    Zur Kritik vgl. Stöss 1994; Kliche 1996. Einen knappen Überblick über verschiedene Definitions- und Erklärungsansätze bieten Birzer 1996 sowie Borrmann 2002: 99ff.Google Scholar
  3. 9.
    Gleichwohl existieren qualitativ-empirische Studien, die in methodologischer Hinsicht Maßstäbe setzen. Vgl. etwa Möller 2000; Loos 1998.Google Scholar
  4. 10.
    Vgl. die grafisch sehr übersichtlich gestaltete „Phänomenologie der T hematisierungsbereiche von Rechtsextremismus“ bei Neureiter 1996: 15.Google Scholar
  5. 11.
    Allerdings nehmen sie sich nach Quantität und Bedeutung gegenüber den Forschungen zur Position von Frauen im Geschlechterverhältnis nach wie vor marginal aus. Zudem existieren nach wie vor Fraktionen, die Männerforschungprimär als ein politisches Projekt verstehen und sich (institutionell wie theoretisch) in Abgrenzung zur Frauen- und Geschlechterforschung organisieren. Vgl. Meuser 1998: 76ff, Walter 1996; Walter 2000; Geden/Moes 2000.Google Scholar
  6. 12.
    Speziell für die Frauen- und Geschlechterforschung vgl. Gildemeister 2001.Google Scholar
  7. 15.
    Diese Konzeptualisierung des Geschlechtshabitus versteht er auch als explizite Alternative zum weit verbreiteten Konzept der Geschlechtsrolle, vor allem weil letzteres komplementär gefasst ist und die Ungleichheitsdimension nicht zu erfassen vermag (vgl. Meuser 1998: 112ff).Google Scholar
  8. 17.
    Für einen ausführlichen Literaturüberblick vgl. Bitzan 2000: 25ff.Google Scholar
  9. 18.
    Hervorzuhebende Ausnahmen bilden Birsl 1994 sowie Möller 2000.Google Scholar
  10. 19.
    Die folgenden Zahlen sind dem Literaturüberblick in Bitzan 2000: 25ff entnommen. Sie beziehen sich ausschließlich auf Deutschland, allerdings auf verschiedenste Quellen, deren Bezugsrahmen nicht selten differieren, weshalb im folgenden immer Bandbreiten angegeben werden.Google Scholar
  11. 21.
    Vgl. Rippl et al. 1998; als Vorstufe für qualitative Interviews bei Birsl 1994Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2004

Authors and Affiliations

  • Oliver Geden

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