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Einleitung

  • Oliver Geden
Chapter
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Part of the Forschung Soziologie book series (FS, volume 200)

Zusammenfassung

Die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Problem des Rechtsextremismus steht in Deutschland in einem engen Zusammenhang mit medialen und politischen Konjunkturen. Wurden die Befunde der Rechtsextremismusforschung Mitte und Ende der neunziger Jahre in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, so änderte sich dies im Jahr 2000 schlagartig. Zu Beginn des Jahres stand zunächst die Beteiligung der Freiheitlichen Partei Österreichs(FPÖ) an der dortigen Bundesregierung im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Während die entsprechende Berichterstattung wenige Monate später, infolge der Aufhebung der EU-Sanktionen gegen Österreich, abrupt nachließ, so lösten der Bombenanschlag auf jüdische Einwanderer in Düsseldorf-Werhahn sowie der Brandanschlag auf die Düsseldorfer Synagoge im Juli bzw. Oktober 2000 eine Debatte über Ursachen, Ausmaß und Bekämpfung von Rechtsextremismus und Antisemitismus in Deutschland aus, an der sich alle großen Parteien bis hin zur CSU beteiligten und die in den Folgemonaten — sehr zur Freude der österreichischen Regierungsparteien — einen prominenten Platz in der bundesdeutschen Medienberichterstattung einnahm. Der Fokus dieser Debatte verengte sich allerdings recht bald auf zwei Hauptaspekte: auf die rechtsextremen Gewalttaten von (zumeist ostdeutschen) Jugendlichen/jungen Erwachsenen sowie auf das Verbot der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands(NPD).

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Literatur

  1. 1.
    Mit Pierre Bourdieu (1998: 26ff) kann die Rechtsextremismusforschung als heteronomeswissenschaftliches Feld klassifiziert werden, das relativ stark durch nicht-wissenschaftliche Felder beeinflusst wird. In der nur schwach institutionalisierten Rechtsextremismusforschung drückt sich dies beispielsweise im nicht immer eindeutig differenzierten Nebeneinander von universitärer Forschung, Journalismus, Antifa-Recherche und wissenschaftlicher Studien der Verfassungsschutzämter aus — und zwar theoretisch wie personellGoogle Scholar
  2. 2.
    Hinweise finnen sich in der Forschungsliteratur durchgängig, allerdings nur sehr verstreut und nicht systematisch ausgebaut. Vgl. etwa Gessenharter 1998a; Kliche 1996; Kowalsky/Schroeder 1994b; Heiland/Lüdemann 1996b; Butterwegge 1997; Holzer 1993; Birzer 1996; Winkler/Jaschke/Falter 1996.Google Scholar
  3. 3.
    Derartige Analysen liegen bislang fast ausschließlich für naturwissenschaftliche Disziplinen und Forschungsbereiche vor, die als bevorzugte Objekte der neueren Wissenschaftsforschunggelten können (vgl. Felt/Nowotny/Taschwer 1995). Innerhalb der Sozial- und Kulturwissenschaften ist es zudem bislang eher unüblich, dass die Forschenden (wissenschafts-)öffentlich über die Bedingungen des Feldes reflektieren, in dem sie selbst tätig sind.Google Scholar
  4. 4.
    Eine solche Perspektive auf politische Prozesse kann selbstredend nicht ausschließlich die (Europäische) Ethnologie für sich in Anspruch nehmen. Entsprechende Studien finden sich im deutschsprachigen Raum auch in der Politischen bzw. der Kultursoziologie, nur selten jedoch in der von einem normativen Blick geprägten Politologie.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2004

Authors and Affiliations

  • Oliver Geden

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