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Die Vereinigten Staaten Heute aus der Sicht von Karl Marx und Max Weber

  • Guenther Roth
Part of the Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung book series (BEISOFO)

Zusammenfassung

Karl Marx starb vor einem Jahrhundert, eine Gelegenheit zum Nachdenken darüber, wieviel sich in der Welt geändert hat, ob wir nun diese Zeitspanne für lang oder kurz erachten. Für mich lautet die erste Lektion, daß Marx und Engels mit ihren Prognosen den gröten Teil der für sie wichtigen Entwicklungen verfehlten. Der „Generation von 1890“, zu der Max Weber gehörte, ging es nicht viel anders. Mangelnde Voraussicht ist eine menschliche Grundcharakteristik. Marx und Engels sahen klar, daß die Industrialisierung die Welt radikal ändern würde, aber sie konnten sich einfach nicht vorstellen, daß die „Geschichtslokomotive“ nicht eingleisig in der Richtung zunehmender geistiger Befreiung und wachsenden Wohlstands weiterfahren würde. Sie sahen nicht voraus, daß Wissenschaft und Technik durch die Erschöpfung der Ressourcen und die Ausbreitung ökologischer Schäden zu einer Gefahr für das menschliche Überleben werden könnten. Obwohl Webers Generation dem Fortschrittsgedanken schon viel skeptischer gegenüberstand, sah auch sie nicht voraus, wie schnell sich eine Energiekrise im doppelten Sinn entwickeln würde: für die Produktion von Wohlstand und für die Destruktion von Mensch und Natur. Im Gegensatz zu Marx und Engels war Weber die Gefährdung der Geschichte als Fortschritt der Freiheit schon viel bewußter, doch erwartete er noch eine Periode materieller Sättigung.

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1987

Authors and Affiliations

  • Guenther Roth

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