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Rationalisierung und Legitimationskrise: Die Relevanz der Arbeiten von Marx und Weber für die Deutung der Legitimitätskrise der Politischen Ordnung Polens

  • Aleksandra Jasińska-Kania
Part of the Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung book series (BEISOFO)

Zusammenfassung

Wenn man das Problem, das den Gegenstand unserer Konferenz „Die gegenwärtige Relevanz der Arbeiten von Karl Marx und Max Weber“ darstellt, in einer bestimmten Art und Weise interpretiert, erscheint es unkorrekt formuliert und einer rationalen Analyse nicht zugänglich. L. Kołakowski argumentiert zum Beispiel, „daß weder die Frage, auf welche Weise sich die verschiedenen Probleme der zeitgenössischen Welt in Übereinstimmung mit dem Marxismus lösen lassen, noch die Frage, was Marx sagen würde, wenn er das Werk seiner Bekenner sehen könnte, beantwortbar ist“ (Kołakowski 1976, S. 16). Beide Fragen seien sinnlos, und es gebe keinen rationalen Weg, sie zu beantworten. Der Marxismus enthalte keine festumrissene Methode, Fragen zu beantworten, die Marx selbst nicht stellte, oder Probleme zu lösen, die in seiner Zeit nicht existierten. Zweifellos können wir mit dieser Betrachtungsweise übereinstimmen, doch müssen gewisse Vorbehalte gemacht werden, die zu einem fast banalen Schluß hren: Auf der Suche nach Lösungsmöglichkeiten für heutige Probleme reicht es sicherlich nicht aus, sich lediglich auf die Arbeiten der Gründerväter der Soziologie zu beziehen. Aber ebenso kann geltend gemacht werden, daß dieser Rückgriff in solchen Fällen nicht ohne Nutzen sein wird. Die grundlegenden Konzepte und Begriffe, methodologischen Regeln und theoretischen Annahmen, welche diese Arbeiten enthalten, können dazu dienen, Anregungen zu geben und Ansatzpunkte für die weitere Reflexion zu liefern, auch wenn aus ihnen keine definitiven Antworten abgeleitet werden können. Weitergehende Antworten auf aktuelle Fragestellungen sind in keiner Weise von der „Treue“ zu den Auffassungen der Gründerväter oder von der unwandelbaren Geltung ihrer theoretischen Annahmen abhängig. Und so sollten wir im Ergebnis auch mit Kołakowski übereinstimmen, wenn er bemerkt, daß „es ... sinnlos wäre, danach zu fragen, wer gegenwärtig ein „wahrer“ Marxist sei ...“ (a.a.O., S. 17).

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1987

Authors and Affiliations

  • Aleksandra Jasińska-Kania

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