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Webersche und Marxsche Konzepte in der Empirischen Stadtsoziologie und in der Politischen Soziologie

  • John Rex
Part of the Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung book series (BEISOFO)

Zusammenfassung

Seit mehr als zwanzig Jahren beschäftige ich mich empirisch mit der Problematik der ‚Rassenbeziehungen‘ zwischen südasiatischen bzw. westindischen Immigrantenminderheiten und ihren britischen ‚Gastgebern‘.(1) Die Begriffe ‚Rassenbeziehungen‘ und ‚Gastgeber‘ werfen natürlich viele Fragen auf, und ich verwende sie auch nur deshalb, weil sich in ihnen ein empirisches Problem so ausdrückt, wie es der britische Normalb¨rger sieht. Tatsächlich möchte ich aber von Anfang an die Vorstellung ausschließen, daß ‚Rasse‘ oder genetische Konstitution per se zu Problemen führen könnten; ebensowenig teile ich die Vorstellung, daß es so etwas wie eine simple einheitliche Gröe gibt, die Gastgebergesellschaft genannt werden könnte. In Wirklichkeit ist mein Ansatz vor allem bestimmt von der Bedeutung der Klassenanalyse, wie ich sie verstehe. Dabei gehe ich von der Annahme aus, daß man die Beziehungen zwischen Einwandererminderheiten und britischer Gesellschaft auf keinen Fall vollständig als kulturellen Konflikt erklären kann (damit ist zugleich impliziert, daß außer der genetischen Erklärungsweise noch weitere Erklärungen auszuschließen sind), daß also die Beziehungen und Konflikte zwischen Einwandererminderheiten und einheimischen Bevölkerungsgruppen im Zusammenhang von Klassenkonflikten zu verstehen sind. Das heißt: Sie entstehen aus Interessenkonflikten, die von dem Verhältnis der verschiedenen Gruppen zu den materiellen Ressourcen der Gesellschaft abhängen. Darüber hinaus gehe ich davon aus, daß in der britischen Gesellschaft selbst die Beziehungen zwischen den in Großbritannien Geborenen von mehr oder weniger komplexen Prozessen des Klassenkonflikts bestimmt werden.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1987

Authors and Affiliations

  • John Rex

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