Advertisement

Schriftverkehr auf der Datenautobahn: Besonderheiten der schriftlichen Kommunikation im Internet

  • Angelika Storrer
Chapter

Zusammenfassung

Ob das Internet die deutsche Sprache verändert, gehört zu den häufigsten Fragen, die Journalisten und sprachinteressierte Laien stellen, wenn man sich als internetkundige Linguistin zu erkennen gibt. Genaugenommen ist die Frage mit „nein“ zu beantworten, denn natürlich können nicht Medien die Sprache verändern, sondern nur die Sprachteilnehmer, die diese Medien zur Kommunikation nutzen. Allerdings schaffen neue Medien meist auch neue Randbedingungen für die Rezeption und Produktion von Sprache, was sich auf Dauer auf die Gepflogenheiten der Sprachteilnehmer auswirkt und insofern — von einer abstrakten Außensicht her gesehen — tatsächlich zu Veränderungen sprachlicher Merkmale führt. Am besten ist dieser Zusammenhang für ein Medium untersucht, das — bei aller Internet-Euphorie — bislang die einschneidendsten Auswirkungen auf gesellschaftliche Entwicklungen hatte: Die Schrift. Die Einführung der Schrift erleichterte die Externalisierung und Verdauerung von Wissen erheblich und legte den Grundstein für das, was heute als Informations- und Wissensgesellschaft bezeichnet wird (vgl. Ehlich, 1994; Koch & Oesterreicher, 1994).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Beißwenger, M. (1999). Kommunikation in virtuellen Welten: Sprache, Text und Wirklichkeit. Heidelberg: Magisterarbeit, Neuphilologische Fakultät der Universität Heidelberg. Internet: http://www.gs.uni-heidelberg.de/-beisswen/webchati Google Scholar
  2. Ehlich, K. (1994). Funktion und Struktur schriftlicher Kommunikation. In: H. Günther & O. Ludwig (Hg.), Schrift und Schriftlichkeit. Ein interdisziplinäres Handbuch internationaler Forschung (1. Halbband, S. 18–41). Berlin: de Gruyter.Google Scholar
  3. Feldweg, H. Kibiger, R. & Thielen, C. (1995). Zum Sprachgebrauch in deutschen Newsgruppen. Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie, 50, 143–154.Google Scholar
  4. Günther, U. & Wyss, E.L. (1996). Email-Briefe–eine neue Textsorte zwischen Mündlich- keit und Schriftlichkeit. In E.W. Hess-Lüttich, W. Holly, & U. Puschel (Hg.), Textstrukturen im Medienwandel (S. 61–86 ). Frankfurt am Main: Peter Lang.Google Scholar
  5. GVU-10 (1988). GVU‘s Tenth WWW User Survey (Conducted October 1998).Internet: http://www.gvu.gatech.edu/user_surveys/survey-1998–10/.
  6. Haase, M., Huber, M., Krumeich, A. & Rehm, G. (1997). Internetkommunikation und Sprachwandel. In R. Weingarten (Hg.), Sprachwandel durch Computer (S. 51–85 ). Opladen: Westdeutscher Verlag.CrossRefGoogle Scholar
  7. Hess-Lüttich, E. W. (1997). E-Epistolographie: Briefkultur im Medienwandel. In A. Hepp & R. Winter (Hg.), Kultur–Medien–Macht: Cultural Studies und Medienanalyse (S. 225–246 ). Opladen: Westdeutscher Verlag.CrossRefGoogle Scholar
  8. Holly, W. (1992). Secondary orality in the electronic media. In U. Quasthoff (Ed.), Aspects of oral communication (pp. 340–363). Berlin: de Gruyter.Google Scholar
  9. Holly, W. (1996). Zur inneren Logik der Mediengeschichte. In B. Rüschoff & U. Schmitz (Hg.), Kommunikation und Lernen mit alten und neuen Medien (S. 9–16 ). Frankfurt am Main: Peter Lang.Google Scholar
  10. Hoffmann, G, & Kuhlmann, D. (o.J.). Regulierung und Selbstregulierung im Internet. Netiquette, Nutzungsregeln, Rechtsvorschriften, Verträge Internet: (http://prz.tu-berlin.de/-derek/)
  11. Hoffmann, U. (1997). Panic Usenet. Netzkommunikation in (Un)ordnung Internet: (http://duplox.wz-berlin.de/texte/panic)
  12. Jakobs, E.-M. (1998). Mediale Wechsel und Sprache. Entwicklungsstadien elektronischer Schreibwerkzeuge und ihr Einfluß aufGoogle Scholar
  13. Kommunikationsformen. In W. Holly & B.U. Biere (Hg.), Medien im Wandel (S. 187–209). Opladen: Westdeutscher Verlag.Google Scholar
  14. Kallmeyer, W. (1995). Zur Darstellung von kommunikativem sozialem Stil in soziolinguisitischen Gruppenporträts. In I. Keim (Hg.), Kommunikation in der Stadt. Teil 3: Kommunikative Stilistik einer sozialen Welt „kleiner Leute“ in der Mannheimer In- nenstadt (S. 1–25). de Gruyter: de Gruyter.CrossRefGoogle Scholar
  15. Koch, P. & Oesterreicher, W. (1994). Schriftlichkeit und Sprache. In H. Günther & O.Ludwig (Hg.), Schrift und Schriftlichkeit. Ein interdisziplinäre Handbuch internationaler Forschung (1.Halbband, S. 587–604). Berlin: de Gruyter.Google Scholar
  16. Kuhlen, R. (1995). Informationsmarkt. Chancen und Risiken der Kommerzialisierung von Wissen (= Schriften zur Informationswissenschaft 15 ). Konstanz: UVK.Google Scholar
  17. Lenke, N. & Schmitz, P. (1995). Geschwätz im,Globalen Dorf‘–Kommunikation im Internet. Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie, 50, 117–141.Google Scholar
  18. Liebert, W.-A. (1992). Metaphernbereiche der deutschen Alltagssprache. Kognitive Linguistik und die Perspektiven einer kognitiven Lexikographie. Frankfurt am Main: Peter Lang.Google Scholar
  19. Pansegau, P. (1997). Dialogizität und Degrammatikalisierung in Emails. In R. Weingarten (Hg.), Sprachwandel durch Computer (S. 86–104 ). Opladen: Westdeutscher Verlag.CrossRefGoogle Scholar
  20. Partl, H. (o.J.). „Nettigkeit“ für die Menschen im UseNet Internet: (http://www.kirchwitz.de/amk/dni/erst-lesen-dann-schreiben).
  21. Polenz, P.v. (1999). Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Band III: 19. und 20. Jahrhundert. Berlin: de Gruyter.Google Scholar
  22. Quasthoff, U.M. (1997). Kommunikative Normen im Entstehen: Beobachtungen zu Kon- textualisierungsprozessen in elektronischer Kommunikation. In R. Weingarten (Hg.), Sprachwandel durch Computer (S. 23–50 ). Opladen: Westdeutscher Verlag.CrossRefGoogle Scholar
  23. Runkehl, J., Schlobinski, P. & Sieber, T. (1998). Sprache und Kommunikation im Internet. Überblick und Analysen. Opladen: Westdeutscher Verlag.Google Scholar
  24. Shea, V. (1996). The core rules of netiquette.Internet: (http://www.albion.com/netiquette/corerules.html).
  25. Sieber, P. (1998). Parlando in Texten. Zur Veränderung kommunikativer Grundmuster in der Schriftlichkeit (= Reihe Germanistische Linguistik 191). Tübingen: Niemeyer.CrossRefGoogle Scholar
  26. Stoll, C. ( 1996 ). Die Wüste Internet. Geisterfahrten auf der Datenautobahn. Frankfurt am Main: Fischer.Google Scholar
  27. Storrer, A., Feldweg, H. & Hinrichs, E.H. (1993). Korpusunterstützte Entwicklung lexikalischer Wissensbasen. Sprache und Datenverarbeitung, 17, 59–72.Google Scholar
  28. Storrer, A. & Waldenberger, S. (1998). Zwischen Grice und Knigge: Die Netiketten im Internet. In H. Strohner, L. Sichelschmidt & M. Hielscher (Hg.), Medium Sprache (= Forum Angewandte Linguistik 34, S. 63–77 ). Frankfurt am Main: Peter Lang.Google Scholar
  29. Wyss, E.L. (1999). Iconicity in the digital world. An opportunity to create a personal image? In M. Nanny & O. Fischer (Hg.), Form miming meaning. Iconicity in language and literature (S. 285–304 ). Amsterdam: John Benjamins Publishing Company.Google Scholar
  30. Zifonun, G. & Hoffmann, L., & Strecker, B. (Red.) (1997). Grammatik der deutschen Sprache. Berlin: de Gruyter.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2000

Authors and Affiliations

  • Angelika Storrer

There are no affiliations available

Personalised recommendations