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Die Materialität des Körpers — oder: Das Spiel mit der differenten Einheit des Zeichens

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Zusammenfassung

Daß materielle Gegenstände wie Bäume, bestimmte Pflanzen oder Tiere sich dazu eignen, die Qualität sozialer Beziehungen im Spannungsfeld von Ähnlichkeit und Ausschließung wiederzugeben und sie ‚symbolisch‘ darzustellen, ist fast schon ein Gemeinplatz im Rahmen der interpretativen Ethnologie, wie sie sich etwa im Anschluß an die Arbeiten Victor Turners entwickelt hat. Dabei war immer wieder irritierend, daß die Beziehung des symbolisierenden Gegenstandes zur symbolisierten Qualität eines Verhältnisses nicht in der bloßen symbolischen Stellvertreterfunktion aufgeht, sondern daß die Grenzen zur Substitution fließend zu sein scheinen: Die Substitution erlaubt, die symbolische Qualität eines Gegenstandes in eine reelle Funktion einzubeziehen. Zwar mag die berühmte Gurke bei den Nuern (vgl. Evans-Pritchard 1956, S.133) für einen (zu opfernden) Ochsen stehen, aber diese symbolische Qualität zeigt sich in der Praxis des Opferns: in der real beobachtbaren Substitution des Ochsen durch eine Gurke. Die Gurke ‚ist‘ nicht der Ochse, aber sie steht im praktischen Vollzug des Opfers für den Ochsen: Sie ersetzt den Ochsen, obwohl sie als realer Gegenstand andere Qualitäten aufweist. Dies aber wirft eine bedeutsame Frage auf: Es ist dies das Problem des Verhältnisses der materiellen Qualität eines Gegenstandes und seiner symbolischen Bedeutung.

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1999

Authors and Affiliations

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