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Geschichte der Erziehung zwischen Vorgaben und Gestaltungsversuchen

  • Reinhard Golz
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Part of the Studien zur Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung book series (SZEUB, volume 2)

Zusammenfassung

Geschichte der Erziehung als pädagogische Lehr- und Forschungsdisziplin in der DDR ist unterschiedlich beschrieben worden, ihre Leistungen und Fehlleistungen wurden und werden ebenso analysiert und diskutiert wie diejenigen der anderen Disziplinen der Pädagogik1. Zu beachten ist dabei, daß die Geschichte der Erziehung ihre relative Eigenständigkeit und Sonderstellung im Gesamtkonzept der Pädagogik-Ausbildung bewahren konnte und auch von den Bemühungen um Integration der Einzeldisziplinen (Geschichte der Erziehung, Grundlagen der Pädagogik, Didaktik, Erziehungstheorie) im Rahmen »einheitlicher Lehrgänge Pädagogik« an einigen Einrichtungen weitgehend unberührt blieb (vgl. Preuß 1987, S. 87–101 und 1989, S. 51; Kuhrt 1988; Siebel 1988; Dammschneider 1988; Dokumente 1988). Einer umfassenderen Einbeziehung der Geschichte der Erziehung standen einige Spezifika entgegen, z.B. die Dominanz chronologischer Überblicksdarstellungen gegenüber exemplarischer inhaltlicher Vertiefung (vgl. Flach/Hummel/Maaßdorf 1981, S. 41). Nicht selten wurde Historikern der Pädagogik (mehr oder weniger berechtigt und praktizistisch) eine gewisse Praxisferne ihrer Lehrveranstaltungen, ein Verharren in verklärten historischen Bildern, ein geringer praktisch-pädagogischer Bezug ihrer Publikationen usw. zugeschrieben.

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© Leske + Budrich, Opladen 1994

Authors and Affiliations

  • Reinhard Golz

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